13. Oktober 2018, 10:00 Uhr

German Bowl

Frankfurt Universe im Finale: Der Griff nach dem German Bowl

Frankfurt Universe steht zum ersten Mal in seiner Geschichte im Finale um den German Bowl. Das Spiel gegen die Schwäbisch-Hall Unicorns dürfte vorerst die letzte Chance auf einen großten Titel sein.
13. Oktober 2018, 10:00 Uhr
Nach dem Sprung ins Finale wollen Timothy Thomas und George Robinson mit Frankfurt Universe nun den Titelgewinn feiern. (Foto: Hübner)

Als das Ei aus Übersee nach Deutschland geflogen war und American Football begann, sich hierzulande zu etablieren, spielte Frankfurt dabei eine zentrale Rolle. Das erste größere Duell zweier US-Kasernenmannschaften wurde kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Waldstadion ausgetragen, und es waren die hiesigen Löwen, die sich nicht nur als erster Verein für die neue Sportart zusammenfanden, sondern 1979 und 1980 auch die frühesten Auflagen des nationalen Meisterschaftsfinals gewannen.

An diese Tradition könnte der heutige GFL-Club vom Main am Samstag (18 Uhr/live auf Sport 1) in Berlin anknüpfen. Zum ersten Mal nach 1981 steht in der Universe wieder ein Frankfurter Vertreter im mittlerweile als German Bowl firmierenden Endspiel um den Titel. Gegner sind die Einhörner aus Schwäbisch Hall, die am Ende der Saison bereits dreimal und dabei auch 2017 triumphierten. Und die für die Hessen bislang noch nie zu schlagen waren.

Frankfurt Universe im German Bowl: 14 500 Fans im Berliner Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark erwartet

Doch das jüngste Aufeinandertreffen in der Süd-Staffel der Hauptrunde, der erstmals seit 37 Jahren wieder beide Finalisten angehören, nährt in der Mannschaft von Universe-Trainer Brian Caler die Hoffnung auf eine Überraschung. Nur drei Punkte entschieden Anfang August das Duell zwischen den beiden Formationen, die sowohl defensiv als auch offensiv zu den stärkten der Liga gehören.

14 500 Fans wollen nach Auskunft von Tom Aust, Pressesprecher des veranstaltenden American Football Verbandes Deutschland (AFVD), live erleben, wie sich der Kampf um das Spielgerät entwickelt. Das von Bauarbeiten in seiner Kapazität eingeschränkte Stadion im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark ist damit ausverkauft. Dabei rechnen die Frankfurter selbst laut Noch-Geschäftsführer Michael Schwarzer nur mit bis zu 1000 eigenen Anhängern.

Frankfurt Universe: Bis Dienstag müssen die neuen Lizenzunterlagen fertig sein

Coach Caler und seine Kollegen haben die »Men in Purple« intensiv auf die Begegnung vorbereitet. Die außergewöhnliche Atmosphäre war dabei kaum ein Thema. »Je öfter man über etwas spricht, desto mehr beschäftigt es einen«, erklärt der Amerikaner. Spätestens nach dem zweiten Spielzug sei das Umfeld sowieso vergessen. Das Team hat schon die ganze Saison über bewiesen, dass es sich von Störgeräuschen von außen nicht irritieren lässt. Die Insolvenz der Profi GmbH hat die sportliche Leistung des Vorjahreshalbfinalisten nie negativ beeinflusst. Dafür zollt auch Ligavertreter Aust Respekt. Die Universe habe ihre Strafe bekommen. Vier Punkte wurden ihr abgezogen und eine Geldstrafe von 8500 Euro verhängt, nachdem die Frankfurter schon 2016 und 2017 gegen Lizenzierungsbestimmungen verstoßen hatten. In sportlicher Hinsicht jedoch hätten sich die Hessen regelkonform für das Endspiel qualifiziert. Dem solle man nun Rechnung tragen.

Das sieht auch Schwarzer, der wohl Hauptschuldige an der finanziellen Misere, so: Spieler und Trainer könnten nichts für die Schieflage. Im Gegenteil haben sie mit dem »unfassbaren« Erfolg und der daraus resultierenden Aufmerksamkeit die bestmöglichen Chancen darauf eröffnet, neue Sponsoren zu finden, nachdem Namensgeber Samsung seinen Rückzug zum Jahresende beschlossen hat.

Bis Dienstag müssen die Lizenzunterlagen für die neue Spielzeit eingereicht werden. Laut Schwarzer ist das nicht viel mehr als ein Signal dafür, auch im nächsten Jahr wieder in der GFL dabei sein zu wollen. In den folgenden zwei bis drei Monaten sei dann noch Zeit zum Nachbessern. »Stand jetzt«, so Schwarzer, dürfte die erste German-Bowl-Teilnahme der Universe auch die letzte für längere Zeit sein. »Da müssen wir uns nichts vormachen.« Katja Sturm

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