20. Februar 2019, 07:00 Uhr

Baseball

Ex-MLB-Profi Donald Lutz: Wenn das Flutlicht angeht, juckt es in den Händen

Gestern Australien, heute Arizona in den USA. Donald Lutz pendelt als Spieler und Hitting-Coach durch die Baseball-Szene. Und der Friedberger Ex-Profi hat noch einen Traum.
20. Februar 2019, 07:00 Uhr
Ex-Baseball-Profi Donald Lutz (links) aus Friedberg hat mit den Brisbane Bandits die aus-tralische Meisterschaft gewonnen. Die Tropähe: das sogenannte Claxton Shield. (Foto: pv)

Donald Lutz hat seinen Platz in den Geschichtsbüchern der Major League Baseball (MLB); als erster Deutscher in der Liga. Seit dem Vorjahr arbeitet der Friedberger als »Hitting Coach« beim MLB-Klub Cincinnati Reds. Jetzt stand der 30-Jährige aber noch einmal selbst auf dem Feld; in Brisbane. Und nach dem Titelgewinn in Australien träumt Lutz nun von der Nominierung zur EM im September in Deutschland.

Donald Lutz: 62 MLB-Spiele

Der erhoffte Zwischenstopp zu Hause in Friedberg musste ausfallen. Die Zeit war einfach zu knapp geworden. Die Winter-Saison hatte länger gedauert. Aus gutem Grund: Die Brisbane Bandits haben sich im Playoff-Finale zum vierten Mal in Folge die australische Baseball-Meisterschaft sichern können. Das war in diesem Jahr nicht zu erwarten. Von Downunder ging’s deshalb direkt in die Vereinigten Staaten, in den US-Bundesstaat Arizona, wo in wenigen Tagen die Cincinnati Reds mit ihren Zweit- und Dritt- und Viertmannschaften aus den sogenannten Minor Leagues die Saisonvorbereitung aufnehmen. Mittendrin ist Donald Lutz. Der Friedberger absolvierte in den Jahren 2013/2014 insgesamt 62 MLB-Spiele.

Zwölf-Stunden-Tag als Hitting Coach für Talente

Nach einer Ellenbogenverletzung fand Lutz, der auf der Seewiese bei den Friedberg Braves großgeworden war, nicht mehr den Anschluss, wurde von den Reds inzwischen aber als Coach für die Talente in den Minor Leagues verpflichtet. Vier bis fünf Stunden, während der Saison dann bis zu zwölf Stunden täglich, verbringt Donald Lutz auf der Baseball-Anlage nur wenige Autominuten von seinem Haus entfernt, wo er mit seiner Ehefrau Larissa aus Bruchenbrücken wohnt.

Vom aktiven Sport hatte sich der Sohn eines US-amerikanischen Vaters und einer deutschen Mutter eigentlich verabschiedet. »Wenn man abends das Baseballfeld sieht und das Flutlicht angeht - dann juckt’s aber in den Händen. Ich habe das Spiel vermisst«, sagt Lutz, dessen älterer Bruder Sascha beim Bundesligisten Mannheim als Spielertrainer tätig ist.

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In Australien, wo viele Profis die Zeit zwischen den Spielzeiten überbrücken, hatte sich Lutz über mehrere Winter hinweg einen guten Namen gemacht. In der Vorsaison stellte er unter anderem gemeinsam mit T.J. Bennett den Saisonrekord mit 16 Homeruns auf. Und natürlich klingelte im Herbst das Telefon, kam die erneute Anfrage der Brisbane Bandits. Die Reds, deren Saison beendet war, haben dem »Braunen Hulk«, wie Lutz in Nordamerika aufgrund seiner 115 Kilogramm bei einer Größe von 1,91 Meter genannt wird, ihre Zustimmung erteilt. Und er solle bezüglich möglicher Talente die Augen offen halten.

Vierter Titel in Serie mit den Brisbane Bandits

Baseball ist in Australien stetig im Wachstum, der Sport zunehmend professioneller. Mehr und mehr Profis »überwintern« im Spielbetrieb auf dem fünften Kontinent. 40 reguläre Begegnungen sind zu absolvieren, ehe die Playoffs beginnen; zu Auswärtsspielen geht’s zumeist mit dem Flugzeug. »Wir haben bei den Bandits eine wirklich coole Truppe, ein tolles Trainerteam und sehr viel Spaß miteinander«, sagt Lutz. Ein bisschen fühle es sich an, wie nach Hause zu kommen. »Wir haben viele Freunde in Australien.« Der Aufenthalt sei abseits des Baseball sicher kein klassischer Urlaub, »aber natürlich bleibt auch Zeit, das eine oder andere zu unternehmen.«

Das dritte und letzte Spiel der Halbfinal-Serie entschied Lutz mit einem Drei-Run-Homerun, mit dem die Bandits die Partie drehen konnten. Vor eigenem Publikum - rund 2500 Zuschauer sahen die Begegnung - wurde der Titelgewinn dann später klar gemacht.

Donald Lutz: Die EM im eigenen Land zum Ziel

Die WZ erreicht Lutz wenige Tage später auf dem Trainingsgelände in USA. Hitting, Baserunning und das Verhalten im Outfield zählen zu den Schwerpunkten von Lutz im vielköpfigen Trainerstab, der die Heranwachsenden, die 18- bis 20-jährigen Talente, die Stars von Morgen betreut. Auf dem Trainingsgelände ist schon jetzt, vor dem offiziellen Auftakt der Vorbereitung, reichlich Betrieb. Die Kaderplätze sind begrenzt, die Konkurrenz ist groß.

Lutz wird in diesem Sommer öfter auch selbst zum Schläger greifen und seine Fähigkeiten im Positionsspiel zu erhalten versuchen. Ein Ziel verfolgt der Kreisstädter nämlich noch: die Nominierung zur Europameister im September. Da ist Deutschland in (Bonn/Solingen) Gastgeber für das Turnier der besten zwölf europäischen Nationen.

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