30. Januar 2020, 12:00 Uhr

Einmal gegen die Eintracht

Es begann alles mit einem E-Jugendturnier, in diesem Jahr feiert der Mainova- Cup der SG Rodheim sein fünfjähriges Bestehen. Das Ziel: Hochkarätige Mannschaften spielen gegen Teams aus der Region. Mitorganisator und Gründer Frank Wiesner erklärt, was dahintersteckt.
30. Januar 2020, 12:00 Uhr
Budenzauber für den Nachwuchs: Insgesamt 40 Mannschaften mit mehr als 400 Spielern treffen sich am Wochenende im Sportzentrum Rodheim. SYMBOLFOTO: NICI MERZ

Kickers Offenbach, SV Wehen Wiesbaden, FSV Frankfurt, Eintracht Frankfurt - die Namen auf den Spielplänen des Mainova-Cups in Rodheim sind klangvoll. Und selbst wenn es sich »nur« um den Nachwuchs der hessischen Fußballhochburgen handelt, so ist es doch eine Ausnahme, dass in der Wetterau Station gemacht wird.

Genau das ist bei der SG Rodheim zur Tradition geworden - ein Alleinstellungsmerkmal, zumindest in der Halle. Insgesamt 40 Mannschaften (acht pro Altersklasse von den G- bis zur C-Jugend) mit über 400 Aktiven werden an drei Turniertagen erwartet. Gespielt wird eine Gruppenphase im Modus »Jeder gegen jeden«, anschließend folgen die Halbfinals sowie die Platzierungsspiele. Gespielt wird nach Futsal-Regeln.

Das bedeutet summa summarum 20 Stunden Hallenfußball, rechnet Frank Wiesner vor und erzählt: »Am Anfang ging es nur darum, dass unsere E-Jugend auch mal gegen andere Teams als die aus dem Kreis spielt. Dann haben wir aber gemerkt, dass die Kinder das auch cool finden.«

Mit Wiesner hat alles angefangen: Der Vater eines damals noch fußballbegeisterten Sohnes und einer immer noch fußballverrückten Tochter, die mittlerweile bei den B-Juniorinnen der Frankfurter Eintracht in der Bundesliga kickt, ist Gründer und inzwischen gemeinsam mit den SG-Jugendleitern Thorsten Grützner und Ken Schneider Mitorganisatoren des Spektakels, das am Freitag um 17.30 Uhr mit den C-Junioren im Rodheimer Sportzentrum startet. Die Idee sei es nicht, nur Teams von namhaften Klubs anzuziehen, sondern auch solche aus der Wetterau und ganz Mittelhessen, sodass die Leistungsstärke gemischt ist. »Wir haben schnell festgestellt, dass das Konzept nicht nur bei unseren eigenen Leuten, sondern auch bei den Gästen gut ankommt.« Deshalb ist die heimische JSG Rodheim/Petterweil auch in allen fünf Altersklassen mit mindestens einer Mannschaft vertreten.

Wiesner gibt aber auch zu, dass seine Idee anfangs nicht unumstritten war, da die Leistungsstärke der Hochkaräter teilweise schon deutlich größer sei. »Aus unserer Erfahrung können wir dennoch sagen, dass keine Mannschaft die andere aus der Halle schießt. Das liegt auch daran, dass die Spielzeiten kurz sind und wir kleine Tore benutzen«, erklärt Wiesner. »Und die Kinder freuen sich hinterher trotz einer Niederlage, einmal gegen Eintracht Frankfurt oder Kickers Offenbach gespielt zu haben.«

Allerdings sei es schwierig, gerade die höherklassigen Vereine zu gewinnen, da diese sich nicht selten lieber mit leistungsstärkeren Teams messen würden. Zwei Argumente aus Sicht von Wiesner sprechen aber für die Rodheimer: »Wir versuchen, mehrere spielstarke Teams pro Altersklasse einzuladen. Außerdem stellen wir unsere familiäre Atmosphäre in den Vordergrund. Gerade das kriegen wir von unseren Gästen gespiegelt und das wiegt vielleicht die fehlende Leistungsstärke etwas auf.« Zudem komme nicht selten über persönliche Kontakte eine Teilnahme zustande. »Mittlerweile ist es so, dass wir schon Anfragen von Teams bekommen, sodass es relativ einfach geworden ist, ein Turnierfeld zusammenstellen. Da muss man nur noch geschaut werden, dass der Mix stimmt«, sagt Wiesner. Einziges Manko: Die Topteams planen mit weit über einem Jahr Vorlauf, worauf sich das Organisatoren-Team einstellen muss.

Zum Repertoire »rundherum« gehören allerdings auch neben Standards wie Torhymnen und ausreichend Durchsagen auch ein Live-Ergebnisdienst, eine große Tombola und Öffentlichkeitsarbeit auf den Social-Media-Kanälen samt Unterhaltung für Spieler und Anhang. Die ehrenamtlichen Helfer dafür rekrutieren sich rund um ein Kern-Team von etwa zehn Personen aus den Reihen des Vereins und der Eltern. »Das Turnier ist nicht auf großen Gewinn ausgelegt. Natürlich nehmen wir alles, was hängen bleibt, gerne für unsere Jugendarbeit mit«, sagt Wiesner, »aber in der Planung geht es auch um die Risikominimierung für den Verein.«

Überlegungen, B- und A-Junioren ebenfalls einzubinden, scheitern aktuell an den begrenzten Hallenkapazitäten. »Überhaupt den halben Freitag sowie Samstag und Sonntag komplett zu bekommen, ist schon großes Glück«, sagt Wiesner - und dennoch gibt es Ideen wie diese, die Veranstaltung zu erweitern, mit einer Bande und Kunstrasen umzugestalten oder etwa in Form eines Freiluftturniers in den kommenden Jahren zu verändern. Wiesner: »Wir können uns viele Dinge für die Zukunft vorstellen.«

Bis dahin rollt jetzt aber erst einmal der Ball, »und nach zweieinhalb Tagen sind wir auch einfach nur platt«, sagt Wiesner mit einem Lachen.

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