20. Dezember 2016, 12:00 Uhr

EC-Stürmer Krestan: »Als Gruppe zusammenstehen«

(mn) Eine Niederlage mit nur einem Tor Unterschied. Zum siebten Mal schon. Kein Punkt und schon gar kein Zusatzpunkt. Wo der EC Bad Nauheim in der Tabelle der Deutschen Eishockey-Liga 2 mit dem einen oder anderen dieser Zähler stehen könnte, ist Spekulation. Die Realität: Die Roten Teufel belegen Platz zehn. Zum ersten Mal in dieser Saison.
20. Dezember 2016, 12:00 Uhr
Radek Krestan macht (fast) alles richtig. Der Stürmer des EC Bad Nauheim umkurvt Rene Swette im Tor der Dresdner Eislöwen, bringt den Puck aber nicht über die Linie. (Foto: O)

EC Bad Nauheim


Mit nur drei Punkten mehr auf dem Konto als Aufsteiger Bayreuth, der ein Spiel weniger absolviert hat. Mit drei Zählern hat die Mannschaft von Petri Kujala zum ersten Mal nach vier Wochen zumindest ihr Wochenend-Minimalziel erreicht. »Das war wichtig für den Kopf«, sagt der Trainer. Als einen »Schritt nach vorne« interpretiert Andreas Ortwein, der Geschäftsführer, die Eindrücke aus den Spielen gegen Dresden (2:0) und in Ravensburg (2:3). Ab Freitag, mit Heimspiel gegen den SC Riessersee, beginnt ein Marathon von sieben Spielen binnen 17 Tagen und damit die womöglich wegweisende Phase der Saison. Gegen Garmisch-Partenkirchen (6.), in Freiburg (9.), in Heilbronn (14.), gegen Kaufbeuren (8.), in Bayreuth (11.) – das sind allesamt sogenannte Sechs-Punkte-Spiele.
Eine Saison habe nun mal Höhen und Tiefen. »Wichtig ist, dass wir als Gruppe in dieser Zeit zusammenstehen und uns da heraus- ziehen«, sagt Radek Krestan. Nervosität angesichts der derzeitigen Entwicklung kennt er nicht. Mit 35 Jahren, knapp 200 Spielen in der DEL und annähernd 100 Partien in der höchsten Liga Tschechiens, zählt der Stürmer zu den erfahrenen Profis im Kader. »Wenn man gewinnt, ist alles selbstverständlich. Wenn man zu oft verliert, denkt man in seinen Entscheidungen vielleicht zu lange nach. Wir dürfen den Glauben an uns nicht verlieren und müssen uns daran erinnern, was uns zu Beginn ausgezeichnet hat«, sagt Krestan, im Vorjahr Kapitän der Ravensburg Towerstars, nach dem Gastspiel bei seinem letztjährigen Klub. Charakter und Teamgeist seien intakt. »Sonst würden wir nicht immer wieder ins Spiel zurückkommen.« An Spielen wie gegen Dresden und Frankfurt müsse man sich orientierten. »So müssen wir spielen!« Doch: Warum gerät die Mannschaft in diesen Tagen überhaupt so oft in Rückstand? »Sport ist nicht vorhersehbar. Die Liga ist brutal eng. Du musst zu 100 Prozent bereit sein. Alles andere kann man nicht kontrollieren«, sagt er.
Das Comeback von Joel Johansson hat den Roten Teufel nun auch taktische Optionen gegeben. Der Schwede, hinterließ einen guten Eindruck. Am Sonntag bekam Torwart Mikko Rämö als überzähliger Kontingentspieler eine Pause. Die Überlegungen für den Freitag sind vielschichtig, zumal Vitalij Aab seit Wochen angeschlagen aufläuft und immer öfter für einige Eiszeiten ersetzt wird. Nick Dineen, im Umfeld der erste Streichkandidat, hat beispielsweise in zwei der drei letzten Spiele getroffen. »Viele sehen nur seine Tore, nicht seine Arbeit«, sagt Kujala über seinen Kapitän. Die Offensive, die in fünf der letzten sechs Spiele nicht über zwei Torerfolge hinausgekommen ist, ist auch ohne Juuso Rajala schwer vorstellbar, wenngleich der Goldhelm in den letzten zehn Spielen nur zweimal getroffen und sich zuletzt mehr und mehr in seinen spielerischen Fähigkeiten verzettelt hat. Die Aufmerksamkeit der Konkurrenz zieht der Finne unverändert auf sich. Wird sich Bad Nauheim also weiter zwei defensive Kontingentspieler leisten können; gerade jetzt, da Nicklas Mannes von der U20-Nationalmannschaft zurückkehrt? Der Förderlizenzspieler aus Düsseldorf wird am Mittwoch wieder in Bad Nauheim erwartet. Petri Kujala wird das Puzzle also neu zusammenfügen. Was den Trainer derzeit ärgert: Seiner Mannschaft fehlt zu oft der nötige Zug zum Tor. »Ein Dreckstor, das wir in der jetzigen Situation brauchen, erzielt man nur über Drecksarbeit. Da müssen wir in vielen Sitationen anders agieren.«

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