14. Dezember 2019, 09:00 Uhr

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim vor dem Winter-Derby: Viel Zeit, Energie und Herzblut

Der EC Bad Nauheim bestreitet am Samstag mit dem Winter-Derby sein »größes Spiel«. Zuvor haben die Roten Teufel ihre Werbepartner auf’s Glatteis geführt.
14. Dezember 2019, 09:00 Uhr
Das Fußball-Stadion am Bieberer Berg in Offenbach bietet ein außergewöhnliches Ambiente für das Winter-Derby der Deutschen Eishockey-Liga 2 zwischen dem EC Bad Nauheim und den Löwen Frankfurt am Samstagabend. FOTO: CHUC

Immer wieder wurden die Handys gezückt. Ein Selfie hier, eine Panorama-Aufnahme dort. Flutlicht, eine Eisfläche, wo einst legendäre Fußball-Schlachten geschlagen wurden, rund 10 000 rote Sitzschalen - das Stadion am Bieberer Berg bot als Location für den Sponsorenabend des EC Bad Nauheim reichlich Gänsehaut-Momente. Michael Richly, der Vorsitzende des Beirats der Spielbetriebs GmbH, sprach von einer »extremen Vorfreude« auf das Winter-Derby der Deutschen Eishockey-Liga 2 am Samstag (20.30 Uhr) gegen die Löwen Frankfurt. Er spüre »sehr große Euphorie« - ein Gefühl, das wohl sämtliche 150 Gäste im VIP-Raum der Sparda-Bank-Arena durch den Donnerstagabend begleitet hat.

Mit »viel Zeit, viel Energie, viel Risiko, aber auch sehr viel Herzblut« sei das Projekt verbunden, sagt Klaus Kreß. Eishockey trage sei jeher im positiven Sinne zum Image und zum Bekanntheitsgrad der Stadt bei. Bad Nauheims Bürgermeister war ebenso unter den (Talk-)Gästen wie Rene Rudorisch als Geschäftsführer der DEL2, Franz Fritzmeier als Sportdirektor der Löwen Frankfurt oder auch die Rote-Teufel-Legenden Manfred »Tiger« Müller, Rolf »Pilo« Knihs und Ralf Pöpel, die sich in kurzweiligen Gesprächsrunden den Fragen von Moderatorin Julia Nestle gestellt und einige Anekdoten zu erzählen hatten. Müller beispielsweise konnte sich mit Blick auf die aktuelle Stadion-Diskussion in Bad Nauheim den Hinweis nicht verkneifen, dass sein Platz in der Gäste-Kabine, auf dem er sich als junger Bursche 1970 einmal umgezogen habe, heute noch immer so aussehe. Die Lacher hatte Müller damit natürlich auf seiner Seite.

Quasi stilecht im Mannschaftsbus war ein Teil der Werbepartner gemeinsam mit den Profis nach Offenbach gereist. Dort ging’s zunächst mit Kind und Kegel zum gemeinsamen Schlittschuhlaufen mit den Spielern, zum Torwand- oder auch Penaltyschießen gegen Bastian Kucis auf’s Eis. Auf dem Oval führten die Oldies Knihs und Pöpel elegant wie zu aktiven Zeiten den Puck und suchten ehrgeizig wie eh und jeh auch gegen einen aktuellen Profi-Torwart den erfolgreichen Abschluss, ehe der Abend im VIP-Raum fortgesetzt wurde.

»Extrem stolz«, sei er, meinte Andreas Ortwein, der Geschäftsführer, bezogen auf Mitarbeiter, Mannschaft und Umfeld. Vor allem das Team habe durch seine Leistung in den letzten Wochen für eine »positive Grundstimmung« vor diesem Spiel gesorgt. Aus einer Schnapsidee im November vergangenen Jahres war binnen 13 Monaten das größte Projekt der nun 73-jährigen Eishockey-Historie in Bad Nauheim entstanden. »Ich dachte, jetzt spinnt er«, räumte Martin Schröer, der Sprecher des Aufsichtsrates, offen ein, als der von den Winter-Derby-Ideen des EC-Machers erfahren hatte. Bad Nauheim sei schließlich von allen Städten, die sich bislang dieser Herausforderung gestellt, die mit sehr weitem Abstand kleinste.

»Phantastisches« sei entstanden, meinte Rudorisch mit Blick in die Arena. Ein Verein müsse verrückt genug sein, er brauche Partner, Geld, Personal und Strukturen, um das neben dem Tagesgeschäft stemmen zu können, nannte der DEL2-Chef die Voraussetzungen für eine Bewerbung.

Für Missmut sorgt lediglich das Desinteresse der Fans der Löwen Frankfurt. Derzeit - darauf lasse eine Analyse des Ticketverkaufs schließen - sei von rund 11 000 (!) Fans aus der Wetterau und Mittelhessen auszugehen, aber nur von etwa 3500 klassischen Löwen-Fans (Zuschauerschnitt bei Heimspielen: 4600, DEL2-Bestwert). »Wenn aus der Region Offenbach und Frankfurt so wenig Interesse besteht, frage ich mich, wie hier mal ein Dome mit vielleicht einmal 20 000 Zuschauern gefüllt werden soll«, meinte Beiratssprecher Richly.

Christof Kreutzer, der Trainer der Roten Teufel, ist Winter-Derby-erfahren. »Anfangs hat natürlich jeder darüber geredet. Wir haben versucht, das Thema aus der Kabine möglichst fernzuhalten, um uns auf den Alltag zu fokussieren. Das ist uns gut gelungen. Dafür ist die Vorfreude jetzt umso größer«, sagte er. Die Tabellenposition zur Hauptrunden-Halbzeit (Platz drei) gebe ein gutes Gefühl. »Wir würden das gerne halten oder am Ende ganz oben stehen. Aber wir sind realistisch genug, um zu wissen, dass wir uns auf einem noch sehr langen Weg befinden.« Teamintern habe spätestens mit der Anreise zum ersten Training am Donnerstag das Kribbeln begonnen, verriet Felix Bick. »Bad Nauheim hat eine große Party verdient. Und es gibt doch nichts Schönes, als das Feuerwerk nach dem Spiel als Sieger anschauen zu können«, sagte der Torwart.

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