18. Februar 2018, 22:32 Uhr

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Der Wahnsinn geht weiter

Der EC Bad Nauheim reitet auf einer Erfolgswelle durch das letzte Saisonviertel in der Deutschen Eishockey-Liga 2. Am Sonntag wurde der SC Riessersee als Tabellenzweiter mit 5:2 bezwungen.
18. Februar 2018, 22:32 Uhr
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Von Michael Nickolaus
Ein Tor, zwei Vorlagen: Leon Niederberger (Zweiter von links) ist an drei Treffern des EC Bad Nauheim beim 5:2-Erfolg gegen den SC Riessersee beteiligt. Mit ihm freuen sich (von links) Marius Erk, Marvin Ratmann und Dominik Meisinger. (Foto: Chuc)

Der Wahnsinn geht weiter! Mit 5:2 (0:0, 1:1, 4:1) gewinnt der EC Bad Nauheim am Sonntagabend gegen den SC Riessersee, den so offensivstarken Tabellenzweiten der Deutschen Eishockey-Liga 2, und verteidigt mit einer Serie von nunmehr acht Siegen aus den letzten neun Spielen Rang sechs, der auf direktem Weg in das Playoff-Viertelfinale führt.

Wieder - wie schon in der Vorwoche - hatte ein Doppelschlag zu Beginn des Schlussabschnitts wegweisenden Charakter. Binnen 45 Sekunden zogen die Roten Teufel vor 2378 glückseligen Zuschauern im Colonel-Knight-Stadion mit zwei Treffern von 1:1 auf 3:1 davon (46./47.). »Das Spiel hat gezeigt, wie groß das Selbstvertrauen derzeit ist«, sagt Petri Kujala, der Trainer, nach einem ebenso disziplinierten wie starkem Auftritt seiner Mannschaft; und einem letztlich auch verdienten Erfolg. »Gegen Bad Nauheim in dieser Verfassung muss man top spielen und top verteidigen. Und das haben wir heute nicht gemacht«, ärgerte sich Toni Söderholm, der Gäste -Coach, über individuelle Fehler seiner Mannschaft.

 

Leon Niederberger setzt Schlusspunkt

Leon Niederberger bereitete zwei Treffer vor und setzte den Schlusspunkt. Nico Kolb erzielte im 48. Spiel für Bad Nauheim sein erstes Pflichtspieltor, und obendrein waren Mike McNamee, Harry Lange und Dusan Frosch für die Gastgeber erfolgreich. Zwischen den Pfosten stand Förderlizenz-Torwart Timo Herden, der nun - angesichts von mehr als 300 Minuten Eiszeit - in den (Pre-)Playoffs spielberechtigt ist.

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Beide Mannschaften duellierten sich auf hohem Zweitliga-Niveau und boten eine schnelle, intensive Partie mit anfangs wenigen Unterbrechungen (nur neun Bullys im ersten Abschnitt). Bad Nauheim - mit Dusan Frosch anstelle des angeschlagenen Dennis Reimer in der Topreihe - verteidigte mannschaftlich geschlossen und mit Leidenschaft die eigene Zone. Die Gastgeber blieben weitgehend fehlerfrei, brachten immer noch einen Schläger dazwischen, erarbeiteten sich regelrecht das sogenannte Scheibenglück und nahmen Herden viel Arbeit ab.

 

Timo Herden  zur Stelle

Wenn Richie Mueller, Lubor Dibelka und Andreas Driendl als torgefährlichste DEL2-Reihe doch einmal durchkamen, war der junge Schlussmann zur Stelle. Die hochwertigen Möglichkeiten hatten hingegen die Hausherren,doch verhinderte Kevin Reich, die Nummer zwei im Gäste-Tor, in dieser so umkämpften Auseinandersetzung lange Zeit einen Rückstand.
 

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In der 30. Minute konnte Mike McNamee einen Marcel-Brandt-Schuss im Powerplay unhaltbar abfälschen (1:0), acht Minuten später profitierte Riessersee durch Ex-Teufel Joel Johansson von einem der seltenen fahrlässigen Puckverluste der Gastgeber im eigenen Drittel. Das Unentschieden zum zweiten Wechsel ging in Ordnung.

 

Furiose 20 Minuten

Und dann kam der Schlussabschnitt. Erneut begeisterte Bad Nauheim mit furiosen 20 Minuten. Zunächst verbesserte Lange die Powerplay-Quote der Roten Teufel mit dem Treffer zur 2:1-Führung, und mit dem nächsten Wechsel erzielte Kolb den dritten Treffer der Gastgeber (47.). Von den Playdown-Ängsten befreit und von Playoff-Träumen beflügelt spielten die Hessen in den folgenden Minuten wie berauscht auf. Und da passte es ins Bild, dass sich Dusan Frosch und Leon Niederberger bei einem Zwei-gegen-null-Konter die Chance nicht entgehen ließen - 4:1 gegen den Rang-Zweiten; eine echte Ansage.
 

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Fünf Minuten vor Schluss war’s noch einmal ruhig geworden. Jung-Nationalspieler Andreas Eder nutzte die einzige Hinausstellung gegen die Gastgeber zum Anschluss der Gäste, und das Offensiv-Potenzial der Oberbayern ist in der Liga hinlänglich bekannt. Bad Nauheim aber stand in den folgenden Wechseln stabil, und Niederberger traf schließlich, als Riessersee alles auf eine Karte gesetzt und den Torwart vom Eis genommen hatte.

EC Bad Nauheim: Herden - Brandt, Mannes, Slaton, Pruden, Ketter, Erk - Frosch, Sylvester, Niederberger, Krestan, McNamee, Livingston, Lange, Meisinger, Ratmann, Bettahar, Kolb, Pauli.

SC Riessersee: Reich - Thomas, Eichinger, Johansson, Hummer, Mayr, Gschmeißner - Dibelka, Driendl, Mueller, Beck, Vollmer, Oakley, Richter, Gomes, Rimbeck, Mayenschein, Eder, Daubner.
 


Tore:

1:0 (10.) McNamee (Brandt, Sylvester - 5-4)

1:1 (18.) Dibelka (Johansson, Mueller)

2:1 (46.) Lange (Pauli, Slaton)

3:1 (47.) Kolb (Niederberger, Meisinger)

4:1 (51.) Frosch (Niederberger, Sylvester)

4:2 (56.) Eder (Driendl, Mueller)

5:2 (58.) Niederberger (Empty-Net)

Schiedsrichter: Dominic Erdle/Robert Paule

Strafminuten: Bad Nauheim 2, Riessersee 6

Zuschauer: 2378.



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