19. Februar 2020, 07:00 Uhr

EC Bad Nauheim

EC Bad Nauheim: Besonderer Meilenstein für Verteidier Daniel Ketter

450 Hauptrunden-, Playoff-und Playdown-Spiele für den EC Bad Nauheim! Daniel Ketter, Verteidiger der Roten Teufel, setzt am Freitag einen Meilenstein in seiner Laufbahn als Eishockey-Profi.
19. Februar 2020, 07:00 Uhr
Daniel Ketter absolviert am Freitag sein 450. Spiel für den EC Bad Nauheim. (Foto: Chuc)

EC Bad Nauheim


Daniel Ketter spielt seine neunte Profi-Saison in Bad Nauheim. Nur eine Handvoll aktiver DEL2-Spieler, angeführt von Rene Schoofs (Bietigheim), hat mehr Zweitliga-Einsätze auf dem Konto. Aus dem Nachwuchs der Roten Teufel ist der heute 34-Jährige zum damaligen Zweitligisten EV Regensburg gewechselt, zwei Jahre später zog es ihn nach Freiburg. Dort blieb der Verteidiger fünf Jahre, ehe er 2011 in der Oberliga sein spätes Debüt bei seinem Heimatverein gab. Im Gespräch mit unserer Redaktion blickt Ketter auf seinen bisherigen Weg zurück:

EC Bad Nauheim: Mit 26 Jahren kehrt Daniel Ketter in die Heimat zurück

Das erste Profi-Spiel: »2002, als 17-Jähriger, war ich als Juniorenspieler zusammen mit Jan Barta unter Peter Obresa noch mit im Trainingslager in Ulm. Danach habe ich mir bei einem Unfall das Bein gebrochen und eine komplette Saison nicht gespielt. 2003 stand ich im Herbst wieder auf dem Eis und habe die Saison mit den Junioren gespielt. Danach bin ich nach Regensburg und habe dort mein erstes Profispiel bestritten. Der Neu-Start der Roten Teufel in der Hessenliga nach Hans Bernd Koal war damals für mich keine Alternative. Das erste Spiel als Profi in Bad Nauheim habe ich also erst 2011 bestritten. Da war ich schon 26 Jahre alt.«

Der emotionalste Moment: »Spiel fünf in Kassel im Jahr 2013. Mit Abstand. Was sonst? Aus dieser Serie, eigentlich aus der gesamten Saison, ist eben noch sehr viel präsent. Das sind Dinge, auf die man immer wieder angesprochen wird, die immer wieder aufkommen; gerade, als wir beim Abschiedsspiel von Harry Lange noch einmal alle zusammengekommen waren. Ich weiß noch, wie ich in der Verlängerung in Unterzahl die Scheibe auf die Tribüne geschossen habe und wir dann in doppelter Unterzahl spielen mussten. Da hab ich auf der Strafbank ordentlich gezittert. Auf Platz zwei folgt - dann aber mit Abstand - das Winter-Derby in Offenbach. So etwas erlebe ich nur einmal.«

EC Bad Nauheim: Von schönen Toren und schlimmen Niederlagen

Dieses Tor bleibt in Erinnerung: »So viele Tore waren’s ja nicht. In Erinnerung hab ich noch einen Treffer aus der Saison 2017/18. Ich kam gerade von der Strafbank und lief mit Marius Erk, einem weiteren Verteidiger, einen Zwei-auf-Null-Konter. Ich erzielte das Siegtor zum 2:1-Endstand.«

Die schlimmste Niederlage: »Da möchte ich gar kein spezielles Spiel herauspicken, sondern die Playoff-Viertelfinal-Serie vor zwei Jahren gegen Kaufbeuren nennen. Drei Spiele haben wir mit nur einem Tor Unterschied verloren, einmal sogar durch einen Penalty. Es gibt immer mal ärgerliche Niederlagen, auch und gerade in dieser Saison: Aber das waren Spiele, die wir hätten gewinnen können. Das war einfach bitter.«

EC Bad Nauheim: Ein Nachwuchstrainer als prägende Gestalt - auf und neben dem Eis

Der unbequemste Gegner; als Team und als Gegenspieler: »Auswärts auf jeden Fall Kaufbeuren. Diese Serie an Niederlagen - das ist dann irgendwann im Kopf. In Heilbronn spiele ich auch nicht gerne; schon damals nicht mit Freiburg. Aus dieser Zeit rührt eigentlich auch der unbequemste Gegenspieler: Sven Breiter, damals in Hannover. Der hat sich in jedem Zweikampf fallen lassen. Da musste man sich wirklich überlegen, wie man ihn attackiert, damit man keine Strafe bekommt. Und die Schiedsrichter sind immer wieder auf ihn hereingefallen.«

Der prägende Trainer: »Ladislav Olejnik. Ohne Zweifel. Ich hatte ihn sechs, sieben Jahre als Trainer im Nachwuchs. Er war eine Respektsperson und hat auch abseits des Eishockey geprägt und für’s Leben gelehrt. Auf ihn habe ich gehört wie auf meinen Vater; vielleicht manchmal noch ein bisschen mehr (lacht).«

EC Bad Nauheim: Erster Profivertrag für 300 Euro im Monat

Der wichtigste Abwehrpartner an meiner Seite: »Alexander Baum. Wir haben lange zusammen gespielt, und das hat auch gut gepasst. Vertrauen zum Nebenmann ist das Wichtigste; quasi wie in einer Beziehung. Man muss wissen, wie der andere tickt, was er vorhat, was er macht. Dann kann man auch einen Pass blind spielen, ohne lange schauen zu müssen.«

Der erste Profivertrag: »Das war in Regensburg. 300 Euro hat es damals gegeben. Geld rauswerfen konnte man also nicht. Meine Eltern haben mich damals noch unterstützt.«

EC Bad Nauheim: Daniel Ketter und seine Identifikation mit der Kurstadt

Die Identifikation mit Bad Nauheim: »Hier bin ich geboren, in Butzbach aufgewachsen. Das hier ist Heimat. Und es gibt doch für einen Profi nichts Schöneres, als zu Hause zu spielen und damit noch Geld zu verdienen. Natürlich: Wenn es nicht so läuft, du aber weißt, dass du nächste und auch übernächste Saison noch hier sein willst, dann kann das schon an die Substanz gehen. Ich hatte hier ein, zwei solcher Jahre. Das ist schon ein Unterschied zu einem Spieler, der jede Saison woanders spielt, dem’s dann eher egal ist. Dafür ist’s umso schöner zu Hause zu spielen, wenn’s gut läuft.«

Freundschaften in der Szene: »Ich war fünf Jahre lang in Freiburg. Da gibt’s schon noch Kontakte, die intensiver sind und über ein normales »Hallo, wie geht’s?« hinausgehen.«

Das Spiel im Wandel der Zeit: »Alles hat an Tempo gewonnen. Man muss schneller sein; im Läuferischen, im Denken und im Handeln. Von Saison zu Saison geht’s immer enger zu. Die Mannschaften spielen auf immer ähnlicherem Niveau. Immer mehr Spieler kommen aus der DEL und heben das Level noch mal an.«

EC Bad Nauheim: Von Sonderzügen und dem letzten Spiel der Karriere

Der schönste Moment mit den Fans: »Also, so ein Sonderzug, das ist wirklich mal etwas anderes. Wenn ich an die Rückreise kürzlich aus Crimmitschau denke - das habe ich genossen. Wenn man im Stadion auf die Tribüne blickt, nimmt man die Zuschauer eher als Menge wahr. Im Zug aber, da sieht man, wer die Fans sind. Ob jung oder alt. Wer alles eine solche Fahrt und die Kosten auf sich nimmt. Es hat Spaß gemacht mit den Leuten zu quatschen; und da ging es auch nicht nur um Eishockey. Ein Sonderzug ist, wahrscheinlich aufgrund des beengten Raumes, noch mal intensiver als beispielsweise eine Saisonabschlussfeier.«

Mein letztes Spiel und die Zeit danach: »Ein Sieg wäre schön (lacht), und verletzungsfrei will ich bleiben. Vor der Verpflichtung von Christof Kreutzer war ich am Überlegen, ob ich weitermache. Aber die letzten eineinhalb Jahre macht es wieder richtig Spaß, so dass ich mir aktuell nicht vorstellen kann, aufzuhören. Vielleicht eine Saison noch, ob’s dann mehr wird, weiß man nicht. Man muss auch den richtigen Moment finden, um mit einem guten Gefühl gehen zu können. Was danach kommt, weiß ich noch nicht. Da gibt’s viele Dinge, die mich interessieren.

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