16. Dezember 2019, 16:00 Uhr

Weltmeisterschaft im Halbfliegengewicht

Der nächste Gürtel wartet schon - Nidderauerin Box-Weltmeisterin Sarah Bormann verteidigt ihre Titel

Am Ende war es ein verdienter Sieg für die Nidderauer Box-Weltmeisterin Sarah Bormann. Sie verteidigt ihre drei WM-Gürtel gegen die Finnin Lotta Laikkonen - und träumt nun vom nächsten Coup.
16. Dezember 2019, 16:00 Uhr
Die Nidderauerin Sarah Bormann (r.) hat ihre Gegnerin, Lotta Loikkanen aus Finnland, über weite Strecken des zehn Runden dauernden Kampfes im Griff. FOTO: THIEME

Jetzt kann die nächste Herausforderung kommen. Box-Weltmeisterin Sarah Bormann hat am Samstagabend ihre drei WM-Gürtel der Verbände GBU, WIBF und WBF gegen die Finnin Lotta Loikkanen verteidigt - mit einem einstimmigen Sieg nach Punkten (99:90, 96:94, 96:94). Nun wartet die Halbfliegengewichtskämpferin auf den Kampf um den IBF-Gürtel.

Sarah Bormann zeigt starken Kampf gegen Finnin Lotta Laikkonen

Den hat aktuell die Argentinierin Evelyn Nazarena Bermudez inne, doch Bormann war bereits vor ihrem Sieg vom Samstagabend die Nummer der Weltrangliste dieses Verbandes - und ist nun die Pflichtherausforderin. Die Verhandlungen über einen Fight laufen bereits, wie Bormann berichtet: »Wir müssen abwarten, aber es wäre ein guter Kampf - auch vor dem Hintergrund des IBF-Gürtels in Deutschland.« Den hatten nämlich bereits Box-Größen wie Henry Maske oder Graciano Rocchigiani inne. Stand jetzt rechnet Bormann, die im Nidderauer Stadtteil Ostheim zu Hause ist, mit einem Kampf im Frühjahr. Sollte sie dort gewinnen und ihren drei Titeln einen vierten hinzufügen, würde sie auch für die beiden großen Verbände WBC (vor dem Kampf auf Rang fünf gelistet) und WBA (Platz zwei) interessant - und könnte damit die Titelvereinigung als erste Deutsche nach Regina Halmich perfekt machen.

Dies hat sich Bormann mit ihrem 13. Profi-Sieg innerhalb von zwei Jahren redlich verdient, denn gegen die starke Finnin zeigte die Linksauslegerin wie schon in den beiden Kämpfen zuvor in diesem Jahr eindrucksvoll ihre Klasse. Obwohl ihre Gegnerin, unter anderem als ehemalige Kickbox-Weltmeisterin hoch dekoriert, über zehn Runden konditionell überzeugte und eine Vielzahl von Schlägen abfeuerte, blieb Bormann cool, sicherte die Ringmitte und hielt ihre Gegnerin mit teils wuchtigen Treffern auf Distanz, während ihre Deckung weitgehend dichthielt. »Mein Trainer Benjamin Romero, mein Promoter Rainer Gottwald und auch ich - wir alle - sind hochzufrieden«, sagte Bormann am Tag danach. »Ich habe unsere Taktik gut umgesetzt, indem ich Druck gemacht, ihre Schläge gemieden und dann hart gekontert habe - so wie wir es im Sparring vorher trainiert hatten.«

WM-Kampf um den nächsten Titel womöglich schon im Frühjahr 2020

In der Tat: Von Beginn an entwickelte sich ein sehr schneller Kampf zweier flinker Kämpferinnen, die sich in Sachen Fitness nichts schenkten. Bormann überzeugte vor allem durch die Härte in ihren Schlägen, die Loikannen immer wieder zurückweichen ließ. Die musste sich zwar deutlich mehr bewegen, zeigte aber auch trotz Rückwärtsgang immer wieder gute Angriffe, die allerdings meist in Bormanns Deckung verpuffte. Angestachelt von der guten Stimmung im »Karlsruher Weihnachtszirkus« wurde Bormann mit zunehmender Kampfdauer immer dominanter, landete vor allen in den Runden sechs, sieben und acht harte Treffer, doch ihre Gegnerin ging - wie zuvor erwartet - nicht k.o. So lief es auf einen einstimmigen Punktsieg hinaus, der letztlich hochverdient war. »Ich habe ihr die Chance genommen, nach vorn zu gehen, wie sie es normalerweise macht, und meine Linie durchgezogen. Aber sie ist immer gefährlich geblieben, war so hart und so konditionsstark, wie wir es erwartet hatten, Ich durfte mich zu keiner Sekunde ausruhen«, sagte Bormann.

Nun heißt regenerieren, die Verhandlungen mit der Argentinierin abwarten - und dann den nächsten Schritt gehen. Für Bormann wäre es sicher nicht der letzte in einer jetzt schon beeindruckenden Karriere, die als 17-Jährige erst begonnen hatte, als Sarah Bormann mit einer Freundin zum Boxen zur TG Hanau gegangen war - und bis heute geblieben ist: »Hier fühle ich mich einfach wohl, hier habe ich alles, was ich brauche«, sagt sie heute, die längst zum Aushängeschild ihres Klubs geworden ist.

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