25. Juni 2019, 12:00 Uhr

Der längste Tag des Jahres

25. Juni 2019, 12:00 Uhr
Lukas Sagert

24 Stunden lang haben sich insgesamt 158 Teams auf dem Nürburgring ein spektakuläres Rennen geliefert. Die Autos gehen dabei an ihre Grenzen, in der Spitzengruppe können 100 Rennkilometer bis zu 4000 Euro kosten - der Verschleiß ist enorm. Knapp alle eineinhalb Stunden werden Fahrer und Reifen gewechselt und der Tank neu befüllt. Nicht abwechseln können sich die Teams in der Boxengasse. Insgesamt rund 40 Mitarbeiter hat das Butzbacher Rennteam Schnabl Engineering mit an der Strecke, die meisten davon Freelancer. Einer von ihnen ist der 23-jährige Rockenberger Lukas Sagert, der schon seine Ausbildung bei Teamgründer Sven Schnabl gemacht hat - auch wenn das eigentlich so nicht geplant war.

Seine Aufgabe: Sagert ist Chefmechaniker für den BMW M 6 GT 3, der als Sechster ins Ziel gekommen ist. Das bedeutet: Er ist für den reibungslosen Ablauf beim Boxenstopp zuständig. Sind die Reifen gewechselt, ist die Scheibe wieder sauber und die richtige Menge Benzin im Tank? Nur wenn Sagert sein Okay gibt, kann der Wagen weiter: »Ich halte das Auto an, koordiniere die Mechaniker und schicke es danach wieder raus - natürlich in Absprache mit unseren Ingenieuren.«

Die Affinität für den Rennsport kam bei dem Rockenberger erst spät. Nach seinem Realschulabschluss auf der Stadtschule in Butzbach wollte er eigentlich Fachabitur machen, doch für ein Jahrespraktikum wäre das Schnabl-Team schlicht viel zu oft unterwegs gewesen. Also nahm Sagert eine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker an - und die Liebe für schnelle Autos und harten Sport kam wie von selbst. Inzwischen ist er einer von sieben Festangestellten. »Man kommt öfter raus aus der Werkstatt, arbeitet an besonderen Autos und fiebert mit den Fahrern mit. Das bringt eine besondere Faszination für den Job«, sagt er.

Doch der Job ist gerade bei solch Großveranstaltungen auch hart, denn das Team arbeitete am Freitag bis in die Nacht an den Fahrzeugen, am Samstagmorgen hieß es um 8 Uhr antreten fürs Warm-up und anschließend die Rennvorbereitungen. Auch während des Rennens gibt es keinen Schlaf, die Boxenstopps müssen schließlich regelmäßig durchgeführt werden. »So wird aus einem 24-Stunden-Rennen für uns eher ein 36- oder sogar 40-Stunden-Rennen«, sagt Sagert und lacht. »Aber das gehört dazu.«

Die eigentliche Arbeit der Mechaniker beginnt übrigens erst nach der Rückkehr in die Wetterau. Dann müssen beide Autos bis auf die letzte Schraube auseinandergenommen und überprüft werden, bevor sie wieder einsatzfähig sind. Immerhin: Erst am 3. August steht das nächste Rennen an. Zeit zum Ausschlafen.

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