08. April 2020, 07:00 Uhr

Neuer Trainer

Das hat der neue Trainer Michael Razen mit Handball-Landesligist TG Friedberg vor

Michael Razen wird neuer Trainer des Wetterauer Handball-Landesligisten TG Friedberg. Dort will er nach vielen Aufs und Abs Ruhe reinbringen - und die Früchte aus der Jugendarbeit ernten.
08. April 2020, 07:00 Uhr
Michael Razen verlässt den TSV Lang-Göns nach sieben Jahren und wird neuer Trainer des Wetterauer Landesligisten TG Friedberg. (Archivfoto: Friedrich) (Foto: KONLE_M)

Sie wollten ihn schon lange - und nun hat er endlich zugesagt: Michael Razen wird neuer Trainer des Wetterauer Handball-Landesligisten TG Friedberg, nachdem er zuvor sieben Jahre beim Ligakonkurrenten TSV Lang-Göns gewesen war. Der zieht sich nach etlichen Spielerabgängen in die Bezirksoberliga zurück, während die Friedberger dank des Saisonabbruchs den Klassenerhalt gesichert haben.

Herr Razen, wie kam der Wechsel von Langgöns nach Friedberg zustande?

Zwischen den Jahren hatten wir mit Langgöns gesprochen. Da gab es von beiden Seiten die Bereitschaft, auch in der neuen Saison den Weg gemeinsam weiterzugehen. In der Folge haben wir fünf Siege eingefahren, bis mir dann mitgeteilt wurde, dass der Verein anderweitig plant. Das ist völlig okay, denn ich kann nachvollziehen, dass der Verein etwas Neues machen will. Ich selbst hatte überlegt, eine Pause einzulegen, aber mich hat die Hartnäckigkeit der Friedberger beeindruckt, die in den vergangenen Jahren immer mal wieder angeklopft hatten. Außerdem habe ich auch für mich gemerkt, dass ich Lust habe, weiterzumachen, zumal mir auch das Konzept der TG Friedberg mit der Jugendarbeit sehr gut gefällt.

Drei Spieler kommen mit Ihnen nach Friedberg, weitere verlassen den TSV Lang-Göns. Wie hängt das zusammen?

Zum Zeitpunkt der Trennung hatten bereits vier Spieler dem Verein abgesagt, infolge dessen kamen noch einige hinzu. Wenn so viele gute Spieler auf dem Markt sind, wäre es grob fahrlässig, sich als Verein nicht darum zu bemühen, so wie das die TG auch getan hat. Daraufhin ergab sich auch der Wechsel von Sascha Weigel wie auch von Philipp und Patrick Engel, die sich ein Engagement in Friedberg gut vorstellen konnten. Die Wechsel sind aber völlig unabhängig von mir und meiner Entscheidung gewesen. Ob die vielen Abgänge insgesamt auch mit meiner Person zusammenhängen, vermag ich nicht zu sagen. Letztlich war es aber die Entscheidung Einzelner

Sind damit die Kaderplanungen in Friedberg abgeschlossen?

Grundsätzlich steht der Kader. Es gibt nur noch eine Position, auf der wir gesagt haben, dass wir dort noch etwas machen könnten. Das würden wir aber nur dann tun, wenn es sich wirklich anbietet. Aber wir sind auch so davon überzeugt, dass mit den drei Neuzugängen die Spielertypen die Mannschaft ergänzen, die in der abgelaufenen Saison vielleicht gefehlt haben.

Sie wechseln zu einem Verein, der nach eigener Aussage bei regulärem Saisonverlauf vermutlich abgestiegen wäre. Wie wollen Sie das nun verhindern?

Ich hätte mit den Friedberger auch in der Bezirksoberliga übernommen, da die Verantwortlichen, meiner Meinung nach die richtigen Schlüsse aus dieser Saison gezogen haben, in der sie den Weg nur mit jungen Spielern gehen wollten. Deswegen haben wir uns ja auch auf gewissen Positionen um die Verstärkung bemüht, um jungen Spielern eine gewisse Stabilität und Sicherheit an die Seite zu stellen. Das ist jetzt meiner Meinung nach ein guter Weg, eine schlagkräftiges Team für die Landesliga zusammenstellen.

Von Friedberger Seite waren Sie seit mehreren Jahren die Wunschlösung. Erzeugt das Druck bei Ihnen?

Es war mit ein Grund für den Wechsel, dass die Friedberger in den vergangenen Jahren immer mal bei mir durchgeklingelt haben - und dieses Jahr hat es gepasst. Das Ziel muss sein, sich weiter in der Klasse zu etablieren, womit der Verein in den vergangenen Jahren immer etwas Schwierigkeiten hatte. Ich gehe dennoch entspannt an meine neue Aufgabe heran und freue mich einfach auf das, was kommt.

Dazugehört aber vielleicht auch die inzwischen fast TG-typische Zitterpartie zum Saisonende…

Das stimmt natürlich (lacht). Das habe ich in den vergangenen Jahren immer verfolgt. Das hat es dem Verein von der Planung her sehr schwer gemacht, deshalb werden wir zusehen, dass wir das nächstes Jahr umgehen können.

Gibt es eine langfristige Perspektive in Friedberg?

Wir wollen die TG Friedberg auf jeden Fall in der Landesliga etablieren. Viel wichtiger ist aber auch, die jungen Spieler an dieses Niveau heranzuführen, ihnen Spielzeit zu geben und sie zu entwickeln. Das ist in der vergangenen Runde schon ganz gut gelungen. Es wird nun wichtig sein, dass sie richtig Fuß fassen - und dazu ist es sehr wichtig, einerseits in der Landesliga zu bleiben, aber auch die zweite Mannschaft schnellstmöglich ein, zwei Klassen nach oben zu bekommen. Die C-Klasse ist für Spieler, die zuvor in der Jugend-Oberliga aktiv waren, keine reizvolle Klasse, um nach und nach die Früchte der guten Jugendarbeit zu ernten.

Der Wechsel in die Wetterau bringt eine weniger dichte Handball-Landschaft mit sich. Was erwarten sie?

Ich erwarte gerade im Bereich Zuschauer mehr Zuspruch, das war bei unseren Auswärtsspielen in Friedberg schon immer so. Ich habe selbst zwei Jahre bei der SU Nieder-Florstadt gespielt, habe schon in Friedberg gearbeitet kenne als die Wetterauer Mentalität - das wird also für mich gar nicht so viel Neues, auch wenn es sicher einen Tick anders als es im Gießener Raum ist.

Friedberg liegt geographisch in der Mitte der zwischen Ligakonkurrent Griedel und Oberliga-Aufsteiger Petterweil. Wie sehen Sie Lage des Wetterauer Handballs allgemein?

Bis auf die Masse im Gießener Bereich sind die Unterschiede gar nicht so groß. In den unteren Klassen gab es vermehrt Zusammenschlüsse zu Spielgemeinschaften. In der Wetterau würde ich Friedberg gemeinsam mit Griedel hinter Petterweil auf Rang zwei sehen. Der Petterweiler Oberliga-Aufstieg ist für die Region sehr wichtig - auch wenn für uns damit zwei Derbys wegfallen. Auch in der Wetterau gibt es viele gute Jugendspieler, die oft in Wetzlar oder Hüttenberg ausgebildet wurden. Da bin ich gespannt, wie sich das weiterentwickelt.

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