22. November 2017, 07:00 Uhr

Optimistisch

Balzer glaubt an Trendwende

Der VfB Petterweil befindet sich in der Fußball-Kreisoberliga in Abstiegsgefahr. In der Defensive schwächelt das Team von Spielertrainer Christian Balzer, der trotzdem optimistisch ist.
22. November 2017, 07:00 Uhr
Der Petterweiler Spielertrainer Christian Balzer (rechts) hat derzeit einige Sorgen. Die Trainingsbeteiligung beim VfB war in den ersten Saisonmonaten unzureichend, zudem fehlen einige Spieler. (Foto: nic)

Für Fußball-Mannschaften, die in der Kreisoberliga Friedberg spielen und dort im unteren Tabellendrittel ein eher karges Dasein fristen, ist angesichts von definitiv drei Direktabsteigern der Klassenerhalt das Maß aller Dinge. So gesehen, bewegen sich aktuell neben Schlusslicht FC Kaichen (5 Punkte) auch die SG Dorn-Assenheim/Weckesheim (12) sowie der SV Staden (14) auf sehr dünnem Eis, und auch der auf Relegationsplatz 14 rangierende SV Bruchenbrücken (15) steht mit dem Rücken zur Wand. Zum Kreis jener Teams, die ebenfalls gegen den Abstieg kämpfen, gehört zusammen mit den Reserven des SC Dortelweil (13./16) und des FV Bad Vilbel (11./17) auch der VfB Petterweil (12./17). Nach der jüngst erlittenen 1:4-Heimpleite gegen den bis dato noch in Reichweite liegenden SV Steinfurth ist der VfB mehr denn je in Not.

»Stimmt«, bestätigt VfB-Spielertrainer Christian Balzer diese Sicht der Dinge, »aber ich gehe davon aus, dass wir nach der Endabrechnung auch in der kommenden Runde Kreisoberliga-Status genießen werden.« Der Optimismus des Vollblutfußballers, der im Karbener Stadtteil zunächst nur als Spieler (Saison 2016/17) und ab diesen Sommer als Nachfolger von Rainer Pausch auch als Übungsleiter Verantwortung übernahm, basiert auf reichlich Erfahrung. Frühere Karriere-Stationen als Stammspieler waren die Hessenligisten Viktoria Aschaffenburg, VfB 1905 Marburg, VfB 1900 Gießen und KSV Klein-Karben.

Den Trainerjob übte der 45-Jährige, der Mitte September als Mitglied der SG Hoechst Classique Ü40 im Berliner Olympia-Park durch einen 4:3-Finalsieg über Hannover 96 sogar Deutscher Meister wurde, vor seinem Petterweiler Engagement bereits bei der FSG Burg-Gräfenrode und bei der TSG 51 Frankfurt aus.

Rückblick: Christian Balzer verfolgt die feste Absicht, den VfB Petterweil im Friedberger Fußball-Oberhaus über Wasser zu halten. Also in einem sportlichen Umfeld, dem der Club seit der A-Liga-Meisterschaft in der Saison 2007/08 nahezu durchgehend angehört. Nur einmal, unter Trainer Rainer Pausch nach der Kreisoberliga-Meisterschaft in der Saison 2014/2015, segelte der Verein auf überregionalem Kurs. Nach lediglich zwölf Monaten Verweildauer ging es aber wieder zurück in Richtung Kreisoberliga.

Saisonverlauf: In neun Partien der Monate August und September sprangen für die Balzer-Elf lediglich zwei Siege heraus – gegen den SV Gronau (3:0) und beim FV Bad Vilbel II (2:1). Der Oktober brachte zunächst zwei weitere Erfolge zu Hause gegen den SV Nieder-Weisel (3:2) und den SC Dortelweil II (4:3), danach war bis zum 4:2-Sieg Anfang November über die SG Dorn-Assenheim/Weckesheim wieder Schmalhans der Küchenmeister. Zehn Niederlagen, darunter die hohen Pleiten gegen den Türkischen SV Bad Nauheim (1:10) und Teutonia Staden (2:7), ergeben summa summarum eine unbefriedigende Zwischenbilanz.

Schwachstellen: Zu wenig Personal und unzureichende Trainingsbeteiligung seien, so Balzer, für die vielen Nackenschläge verantwortlich gewesen: »In der Vorbereitungszeit war der Kader zwar komplett, doch ab dem Beginn der Punktspielrunde wurde es vor allem durch viele Langzeitverletzte zunehmend schlechter. Die Mannschaft stellte sich phasenweise quasi von selbst auf«, sagt Balzer. Darunter habe insbesondere die Defensive gelitten: »58 Gegentore sind inakzeptabel«, so der Coach. Dirk Thorn und Namanja Pektkovic, die etatmäßigen, aber etliche Wochen angeschlagenen Innenverteidiger, hätten an allen Ecken und Enden gefehlt.

Letztes Spiel in Ober-Wöllstadt

Team-Barometer: »Eigentlich kann’s nur besser werden, und ich bin mir sicher: Es wird besser«, erklärt der VfB-Coach. Die Winterpause komme nach dem in 2017 letzten Pflichtspiel am kommenden Sonntag bei der TSG Ober-Wöllstadt wie gerufen: »Ich gehe davon aus, dass Anfang März alle 17 Spieler, die für die erste Mannschaft vorgesehen sind, beschwerdefrei zur Verfügung stehen.«

In der Offensive wird Balzer weiterhin auf das Stürmer-Duo Gianluca Campagna (8 Saisontreffer) und Benjamin Shakoory (15) bauen: »Dort haben wir die wenigsten Probleme. Shakoory war ein Volltreffer.« Vier weitere Neuzugänge – Ferid Sert, Julian-Cyril Gilbert-Neißner, Abdelkarim Laaroubi und Eric Weber – seien, so Balzer, ebenfalls potenzielle Verstärkungen: »Funktionieren wir als Mannschaft besser als in den ersten vier Saisonmonaten, kommen auch deren Qualitäten so zur Geltung, wie ich mir das vorstelle«, meint Balzer.

Trainer-Zukunft: Christian Balzer nimmt kein Blatt vor den Mund. »Welche Absicht die Vereinsführung verfolgt, vermag ich nicht zu beurteilen. Geht’s nach meinen Vorstellungen, ziehe ich die Sache zumindest bis zum Saisonende durch. Danach werden die Karten neu gemischt«, lässt er wissen.

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