07. Januar 2020, 12:00 Uhr

Traum von Tokio

Auf dem Weg nach Tokio: Butzbacher Ruderer Marc Weber schwitzt für den Olympia-Kader

Der Butzbacher Marc Weber schwitzt in bis zu 20 Trainingseinheiten für seinen Traum - die Teilnahme an den olympischen Spielen. Doch der Ruderer hat vor allem im eigenen Team noch viel Konkurrenz.
07. Januar 2020, 12:00 Uhr
Marc Weber vom Gießener RC Hassia peilt für Olympia einen Platz im Doppelzweier oder Doppelvierer des Deutschen Ruderverbandes an. FOTO: PRIVAT

2019 war ein besonderes Jahr für Marc Weber und seinen Ruderclub Hassia Gießen. Als »historisch für den Verein« bezeichnete der Vorsitzende Kai Frenzel den Sieg des Wahl-Butzbachers bei der U 23-WM im Männer-Einer. Der Triumph im August war auch ein Höhepunkt für den Deutschen Ruderverband, der nunmehr auf Webers Stärke im Olympiateam Männer Skull am Bundesstützpunkt in Hamburg/Ratzeburg zurückgreifen kann.

Marc Weber rechnet sich selbst gute Chancen für den Kader aus

Seit Oktober befindet sich Weber am Stützpunkt der Nationalmannschaft und muss sich regelmäßigen Leistungsüberprüfungen im Team von neun Skullern unterziehen, um die stärksten Sechs für die Boote im Doppelzweier und Doppelvierer zu finden. Ein Ersatzmann darf als Siebter mit nach Tokio.

»Wie groß sind Ihre Chancen, in Tokio dabei zu sein?«, lautete eine der vielen Fragen, denen sich Weber beim Pressegespräch mit dem Hessischen Rundfunk am Silvestertag stellte. »Die Chancen sind ganz gut, bisher habe ich bei den Leistungsüberprüfungen gut abgeschnitten und liege im Vergleich auf den vorderen Plätzen, sowohl auf dem Ergometer als auch auf dem Wasser, wo die Überprüfung im Einer stattfindet«, erzählte Weber.

Als jüngster Ruderer im Kader dennoch mit viel internationaler Erfahrung

Obwohl mit 23 Jahren der Jüngste im Kader, verfügt Weber bereits über einige Jahre Rennerfahrung auf internationalem Niveau, angefangen mit dem Gewinn der Vizeweltmeisterschaft im Doppelvierer der Junioren U 19 in 2015. Seit 2017 vertritt Weber die deutschen Farben im U 23-Einer, der Bootsklasse mit dem höchsten Wettkampfniveau in dieser Altersklasse. Bereits mit 20 Jahren qualifizierte er sich für das B-Finale, 2018 wurde er Vizeweltmeister, 2019 Weltmeister im Einer der U 23.

Diese Erfolge haben ihm sichtbar Abgeklärtheit und Routine verschafft. Gerade im WM-Finale 2019 kam ihm dies auf den letzten 300 Metern zugute. Die vehementen Angriffe des griechischen Bootes abzuwehren, bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit noch einmal die Schlagzahl zu erhöhen, dennoch sauber zu rudern und am Ende als Erster den Bugball über die Ziellinie zu bringen, machte den Unterschied zum Vorjahr sichtbar. Da hatte es schon zu Silber in dieser Bootsklasse gereicht.

Marc Weber trainiert bis zu 20 Einheiten - jede Woche

Der Gewinn der U 23-Weltmeisterschaft öffnete Weber die Tür, sich dem internen Ausscheidungsprozess für Tokio 2020 zu stellen und vielleicht noch einen begehrten Platz im Olympiateam zu ergattern. Sich in einem neuen Umfeld zu etablieren, das war die erste Herausforderung für Weber.

Der Butzbacher trainiert seit Oktober 2019 unter Profibedingungen bis zu 20 Einheiten in der Woche, wenn nicht am Bundesstützpunkt in Hamburg/Ratzeburg, dann in Trainingslagern, zuletzt in Portugal. Der Verband stellt Trainer und medizinische Betreuung, den Rest muss der Student der Justus-Liebig-Universität Gießen jedoch selber mitbringen. Unterkunft, Transfer nach Hamburg, Bootsmaterial - hier ist die Hilfe seines Vereins und ein Netzwerk an Unterstützern notwendig.

Zwischen Studium und Leistungssport auch noch Zeit für’s Ehrenamt

Dass Weber neben Studium und Hochleistungssport auch noch den Nachwuchs des RC Hassia aus der Lahnstadt bei jeder Gelegenheit zusammen mit den beiden Kindertrainern betreut, sagt viel über die moralischen Grundsätze des Athleten aus - und darüber, wie sehr er im Verein verwurzelt ist.

Am letzten Tag im Jahr ließ er es sich nicht nehmen, noch eine abschließende Einheit auf dem Wasser für die Kinder und Jugendlichen zu organisieren. »Die wollten unbedingt raus, dann habe ich da halt mitgemacht«, ließ der uneigennützige Weber wissen, bevor er sich in den engen Kraftraum des Vereins zurückzog, um die finale Krafteinheit für 2019 zu bestreiten - diese dann aber alleine.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Doppelvierer
  • Hessischer Rundfunk
  • Justus-Liebig-Universität Gießen
  • Marc Weber
  • Olympiade
  • Rudersportler
  • Träume
  • Redaktion
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 1 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.