16. November 2018, 22:47 Uhr

46ers als Favorit ins Derby

16. November 2018, 22:47 Uhr
Gießens Powerforward Benjamin Lischka (am Ball/links John Bryant) kommt angeflogen – eine Szene aus dem vergangenen Derby gegen die Frankfurt Skyliners, die am Samstag um 18 Uhr in der Osthalle gastieren. (Foto: Vogel)

Es ist zweifellos eines der wichtigsten Spiele der Saison. Zumindest für viele Fans der Gießen 46ers und der Frankfurt Skyliners, denn an und für sich gibt es im Basketball-Bundesliga-Duell der Hessen (Samstag, 18 Uhr, Osthalle Gießen) auch nicht mehr als zwei Punkte zu holen. Aber dann eben doch: Da ist Prestige, die Frage, wer in Basketball-Hessen zumindest bis zur Rückrunde auch mal die Klappe weit aufreißen darf, da gibt es die übliche Folklore von den derben Gießenern einerseits, den traditionslosen Konsumenten aus Frankfurt andererseits – kurz: Da ist ganz viel von dem dahinter, warum Fans eben auch Fans sind: Es ist das Hessen-Derby.

Das Spiel: In das gehen die 46ers als Favorit: Immerhin sind es die Gießener, die derzeit auf dem vierten Tabellenplatz rangieren, während die Frankfurter kurz vor den Abstiegsplätzen auf dem 14. Rang stehen. Doch dem wahren Leistungsniveau der Skyliners wird das nicht zwingend gerecht. Nicht ohne Grund steht Frankfurt im Eurocup kurz vor der Qualifikation für die nächste Runde und konnte sich im Pokal gegen Ulm durchsetzen. Mit dem NBA-erfahrenen Erik Murphy und Ex-Gießener Marco Völler, dafür ohne den verletzten Jonas Wohlfarth-Bottermann als »big men«, den erfahrenen Shawn Huff, Akeem Vargas und Quantez Robertson auf dem Flügel sowie Trae Bell-Haynes, Richard Freudenberg, dem starken Schützen Brady Heslip und Jason Clark auf den Guard-Positionen hat Trainerfuchs Gordon Herbert viel Qualität im Kader. Zuletzt gab es dennoch zwei Niederlagen: In der BBL unterlagen die Frankfurter Bayreuth 81:91, im Eurocup gab es am Mittwoch eine Pleite gegen Unicaja Malaga. Bei Gießen sind bis auf den weiterhin verletzten David Bell alle Spieler an Bord, sodass Trainer Ingo Freyer aus dem Vollen schöpfen kann.

Die Historie: Wer’s mit den Gießenern hält, kann in vielen schönen Erinnerungen schwelgen: Die beiden letzten Heimspiele gegen Frankfurt gewannen die 46ers deutlich, und auch auswärts war man zuletzt erfolgreich, gewann Ende März mit 86:70 in der Höchster Ballsporthalle. Insgesamt aber fällt die Bilanz in den Duellen zugunsten der Frankfurter aus: In 35 Aufeinandertreffen gewannen sie 24-mal.

Das Drumherum: Ein Derby lebt insbesondere von der Atmosphäre, woran es auch am Samstagabend nicht fehlen soll. So planen die 46ers-Fans eine große Choreografie vor dem Spiel – wer sich an die letzte zum Abschied von Denis Wucherer erinnert, weiß, welch eindrucksvolle Bilder dabei entstehen können. John Bryant wird, ebenfalls vor Spielbeginn, von BBL-Chef Dr. Stefan Holz die Trophäe als »effektivster Spieler international« der vergangenen Saison überreicht bekommen. Der Verein bittet zudem um Aufmerksamkeit bei der Kleiderwahl: Die Fans sollen nach Möglichkeit in Rot erscheinen, um auch optisch ein Bollwerk gegen die Gäste aus dem Rhein-Main-Gebiet zu bilden. Erstmals in dieser Saison ist die Osthalle ausverkauft, die Abendkasse wird nicht öffnen. 46ers-Manager Heiko Schelberg findet zwar, dass die Arbeit von Ingo Freyer und der Mannschaft durchaus mehr Zuschauer verdienen würde, ist aber dennoch nicht unzufrieden, dass erst das vierte Heimspiel ausverkauft ist: »Ich bin nicht enttäuscht. Man muss das in Relation setzen zu anderen Mitbewerbern: Bei uns steigen die Zuschauerzahlen, anders als beim Handball oder in dem ein oder anderen Fußballstadion. Unser Ziel ist es, dass wir bei 17 Heimspielen mindestens fünfmal ausverkauft melden können. Dafür müssen wir weiterhin Gas geben. Ich freue mich auf die tolle, hitzige Atmosphäre.«

Das sagt 46ers-Trainer Freyer: »Wir versuchen, uns optimal vorzubereiten. Wir wissen, dass ein Derby etwas ganz Besonderes ist, und die neuen Spieler haben das bereits durch Erzählungen von denjenigen, die schon länger dabei sind, mitbekommen, dass das hier sehr, sehr hitzig wird. Wer ein bisschen erfahren ist, weiß, was so ein Derby insgesamt bedeutet und hat das in anderen Regionen schon mal mitgespielt. Aber wir bereiten uns deswegen nicht anders vor als auf die anderen Spiele«, meinte der Trainer am Donnerstag bei der Pressekonferenz zu seiner Vertragsverlängerung bis 2021.

Das sagt Skyliners-Coach Herbert: »Es ist immer toll, gegen Gießen zu spielen, egal ob zu Hause oder auswärts – die Atmosphäre ist immer eine Besondere. Für die Fans, die Spieler und die Klubs ist es ein tolles Spiel. Wir selbst müssen Konstanz aufbauen und an unserer Intensität arbeiten. Wir hatten Spiele, in denen wir sehr guten Basketball gespielt haben. In anderen Partien sahen wir aus, als hätten wir vorher noch nie zusammen trainiert. Es ist meine Aufgabe, das Team auf eine Linie zu bringen.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • Basketball
  • Basketball-Bundesliga
  • David Bell
  • Denis Wucherer
  • Fans
  • Folklore
  • Gießen 46ers
  • Heiko Schelberg
  • John Bryant
  • Verbraucherinnen und Verbraucher
  • Martin Vogel
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen