16. März 2021, 21:28 Uhr

Fußball

2018 noch in der Verbandsliga - inzwischen aus dem Vereinsregister gelöscht

16. März 2021, 21:28 Uhr

Es ist noch keine drei Jahre her, da kämpfte der SV Altwiedermus in der Fußball-Verbandsliga Süd um Punkte. Vom höherklassigen Fußballflair ist am idyllisch am Fuße der Ronneburg gelegenen Sportgelände nicht mehr übrig geblieben. Womöglich wird der brach liegende Fußballplatz demnächst anderweitig genutzt. Der Verein für Deutsche Schäferhunde hat sein Interesse hinterlegt. Der Spielbetrieb der Fußballer wurde in der Winterpause der vorigen Saison eingestellt, mittlerweile wurde der 1969 gegründete Verein sogar aufgelöst.

»Der Name SV Eintracht Altwiedermus ist aus dem Vereinsregister gelöscht worden«, teilt Frank Thomas mit. Der Hüttengesäßer war der letzte Vorsitzende des Vereins, der zuletzt rund 130 Mitglieder hatte. Die Abwicklung des Clubs, der zuletzt in der Kreisliga A Büdingen spielte, hat ein Insolvenzverwalter übernommen. »Wir waren als Verein zwar nahezu schuldenfrei, doch aus dem damals ausgehandelten Brauereivertrag mussten noch Dinge abgegolten werden, für die die vorhandenen Mittel nicht gereicht hätten«, berichtet Thomas.

»Wenn ich am Sportplatz vorbeifahre, dann ist da schon ein mulmiges Gefühl. Schließlich hat man jahrelang viele Stunden im Verein verbracht und viel Arbeit in den Erhalt der Anlage und des Sportheims gesteckt«, gibt Frank Thomas offen zu, dass das besiegelte Schicksal des SVA an ihm nagt.

Soll irgendwann im Ronneburger Gemeindeteil wieder Fußball gespielt werden, dann muss ein neuer Verein gegründet werden.

»Ich kann das mir nicht vorstellen. Der Ort hat ja nur 900 Einwohner, wo sollen denn die ganzen Fußballer herkommen«, fragt Thomas. Schon zuletzt habe das Team fast ausschließlich aus Auswärtigen bestanden.

»Was bringt es, in der B-Liga vor 20 Zuschauern gegen Teutonia Kohden zu spielen, wenn kein einziger Spieler aus dem eigenen Ort ist«, untermauert Frank Thomas die Meinung vieler ehemaliger SVler: Der Fußball in Altwiedermus ist auf Dauer gestorben.

Geringe Resonanz bei ideelen Werten

Dass es so weit gekommen ist, stimmt ihn traurig. Mehrere Versuche habe der zuletzt amtierende Vorstand unternommen, um geeignete Kandidaten für Vorstandsposten zu finden - vergeblich. »Das Interesse der zuletzt noch aktiv mitwirkenden Mitglieder einfach sei nicht da gewesen, erzählt Frank Thomas.

Zur ersten außerordentlichen Mitgliederversammlung erschienen ganze 14 Personen, bei der Folgeveranstaltung folgten gar nur acht Mitglieder der Einladung.

Selbst sein Angebot, dass aus dem Vereinsheim Erinnerungsstücke mit ideellem Wert wie Mannschaftsbilder oder Siegerpokale abgeholt werden können, stieß kaum auf Resonanz.

Bei aller Enttäuschung über das lethargische Vereinsumfeld möchte Thomas das Engagement des letzten Trainers der SVA-Vereinsgeschichte, Jürgen Niedenthal, nicht unerwähnt lassen. Dieser hatte zu Gruppen- und Verbandsligazeiten das B-Team der Ronneburger betreut und nach dem Rückzug der ersten Mannschaft aus der Verbandsliga mit dem Unterbau den Neu-Start in der Kreisliga A verantwortlich begleitet.

»Für ihn tut es mir sehr leid. Er hat sich richtig reingekniet, ist immer vorangegangen und hat viele Dinge organisiert«, lobt Thomas den Ex-Coach, der mittlerweile den Kreisoberligisten KSV Aulendiebach trainiert.

Hundeverein zeigt Interesse

Nach der Abwicklung durch den Insolvenzverwalter geht das Vereinshaus in den Besitz der Gemeinde Ronneburger über, der auch das Sportgelände gehört.

Der Langenselbolder Gerd Reims zeigt im Namen des Vereins für Deutsche Schäferhunde Interesse an dem Gelände, würde das Areal gerne als Hunde-Übungsplatz nutzen. Der Schäferhunde-Verein gilt regional als auch überregional mit seinen Orts- und Landesgruppen sowie und dem Hauptverein als sehr gut vernetzt.

Reims hat nach eigener Aussage auch einen Vereinskollegen und Gastronomen an der Hand, der im Falle eines Zuschlags das derzeit verwaiste Vereinshaus betreiben würde. »Es wäre eine Win-Win-Situation für alle. Unser Hundeverein würde das Gelände in Schuss halten und der Einzug einer Gastronomie würde auch das Dorfleben bereichern«, meint Reims.

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