17. Dezember 2020, 07:28 Uhr

Handball

Wetzlar will Negativserie in Lemgo beenden

Die HSG Wetzlar hat in der Handball-Bundesliga in 22 Spielzeiten beim TBV Lemgo gerade einmal zwei Remis erkämpft. Es wäre durchaus an der Zeit, den nächsten historischen Sieg zu feiern.
17. Dezember 2020, 07:28 Uhr
Endlich die Festung Lemgo nehmen wollen Filip Mirkulisvki (13) unde die HSG Wetzlar heute Abend im Bundesliga-Auswärtsspiel. Bei Carlsbogard (l.), Kogut (5) und Co. haben die Grün-Weißen in ihrer Erstliga-Historie noch nie gewonnen. FOTO: IMAGO

HSG Wetzlar


In der sich zu Ende neigenden Ära von Kai Wandschneider hat die HSG Wetzlar sowohl beim 26:26 im Dezember 2014 als auch beim 23:23 im September 2015 schon einmal beim TBV Lemgo Lippe mit einem Unentschieden gepunktet. Gewonnen haben die Grün-Weißen im Ostwestfälischen aber noch nie. Auch vor 2012 nicht. Das soll sich heute Abend um 19 Uhr in der Phoenix Contact Arena ändern.

Rekordsiege über Kiel, Triumphe in Magdeburg und Berlin, alles schon dagewesen - nur beim traditions- und ruhmreichen TBV Lemgo noch nicht. Selbst bei der SG Kronau/Östringen, der Vorgängerin der Rhein-Neckar Löwen, gab es in der Saison 2003/2004 einen 27:25-Erfolg.

Ist ein Wetzlarer Sieg realistisch? In dieser den Unwägbarkeiten der Corona-Pandemie ausgesetzten Spielzeit scheint bislang nichts unmöglich. Da triumphiert HBW Balingen/Weilstetten mit 32:26 beim TBV Lemgo Lippe, unterliegt aber glatt mit 26:36 bei der HSG Wetzlar. Daraus Schlüsse zu ziehen, fällt nach einem Drittel der Saison schwer. Wetzlar hat bereits beim Bergischen HC und bei GWD Minden bewiesen, auch auswärts ordentlich auftrumpfen zu können; Lemgo allerdings gewann auch bisher fünf seiner sechs Heimspiele.

TBV Lemgo mit Verletztenmisere: Der Mannschaft von Trainer Florian Kehrmann setzt die Corona-Krise besonders zu, was die Verletzungsanfälligkeit betrifft. Trainer Florian Kehrmann muss gegen die HSG Wetzlar mit Jari Lemke, Tim Suton (beide Kreuzbandriss), Jonathan Carlsbogard (Fußverletzung) und Alexander Reimann auf vier Leistungsträger verzichten, davon drei im Rückraum. Aus diesem Grund wurde vor einer Woche auch der 22-jährige Rückraum-Linke Frederik Simak vom Ligarivalen Füchse Berlin nachverpflichtet. Beim Derby-23:28 am Dienstag bei GWD Minden kam der Neuzugang zwar auf drei Treffer, das Fehlen der bisherigen Stammkräfte war aber nicht zu übersehen.

Die Situation: Wetzlar hat sich mit 14:12 Punkten wieder auf einen einstelligen Tabellenplatz vorgearbeitet, Lemgo folgt mit 13:13 Zählern direkt dahinter. Im Duell der beiden Mittelfeldteams verfügt TBV-Coach Florian Kehrmann trotz aller Personalsorgen in Torhüter Peter Johannesson, Abwehrspezialist Gedeon Guardiola, Spielmacher Andrej Kogut, Rechtsaußen Jarki Ellison und dem Halbrechten Andreas Cederholm über hinreichend Qualitätsspieler. Im Gegensatz zu früheren Spielzeiten hat auf Wetzlarer Seite Kai Wandschneider keine Langzeitausfälle zu verzeichnen, dafür aber durch aktuelle Vertragsgespräche und -gerüchte das eine oder andere Störfeuerchen abseits des Parketts.

Die Wetzlarer Erkenntnisse aus dem Balingen-Spiel: »Wir haben das 60 Minuten durchgezogen«, konstatierte Rückraum-Linkshänder Stefan Cavor, »und in der zweiten Welle nicht nachgelassen.« Was umso erfreulicher war, da Trainer Wandschneider alle seine Spieler zum Einsatz brachte. Trotz der beiden Kempa-Treffer hatte der Coach nicht das Gefühl, »dass meine Spieler jetzt zaubern, sondern einfach nur im Spiel bleiben wollten«. Dem zuvor auswärts gezeigten Sturm und Drang der Balinger hatten die Lindskogs und Co. eindrucksvoll Einhalt geboten. »Aus der Bewegung Tore erzielen«, ist den Wetzlarern ebenso beeindruckend gelungen - muss sich nur noch der Wandschneider-Wunsch erfüllen, dass dies am heutigen Donnerstag beim TBV Lemgo erneut der Fall ist.

Die Lemgoer Sicht: »Gegen Minden haben fünf Prozent gefehlt, um die Punkte mitzunehmen«, sagt TBV-Coach Kehrmann, »jetzt heißt es regenerieren und gegen Wetzlar nochmal Vollgas zu geben.« Der Weltmeister von 2007 hebt das starke Torhüter-Duo der HSG (»Da haben sie die Qual der Wahl«) hervor, spricht die starke 6:0-Abwehr mit einem stabilen Innenblock an und nimmt mit Filip Mirkulovski und Magnus Frederiksen zwei Spielgestalter heraus, »die die Fäden in der Hand halten und die Rückraumschützen in Position bringen«. Für Florian Kehrmann ist klar: »Gegenüber Nordhorn und Minden hat Wetzlar eine Mannschaft, die eine Klasse besser ist.«

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