10. Juni 2021, 07:00 Uhr

HSG Wetzlar

Wetzlar darf gegen Essen Nicht überdrehen

Die HSG Wetzlar geht als Favorit in das Heimspiel gegen Tusem Essen. Vor Publikum warnt Trainer Kai Wandschneider aber davor, nicht zu überdrehen.
10. Juni 2021, 07:00 Uhr
Beim Hinspiel-36:29 in Essen hatten Lenny Rubin (44) und Anton Lindskog (rechts) mehr Tusem-Widerstand zu brechen, als es der Wetzlarer Sieg aussagte. FOTO: IMAGO

HSG Wetzlar


Es ist eine nach monatelangen Corona-Einschränkungen ungewohnte Situation. Handball-Bundesligist HSG Wetzlar darf sich heute im Heimspiel gegen Tusem Essen (19 Uhr, Rittal Arena) erstmals wieder vor Publikum - 900 Zuschauer sind zugelassen - beweisen. Gegen den Aufsteiger, dessen Rückkehr ins Unterhaus bereits besiegelt ist, warnt Trainer Kai Wandschneider aber davor, übermotiviert zu überdrehen. »Wir brauchen Geduld«, mahnt der 61-Jährige, dessen Vertragsende naht.

Die Ausgangssituation: Nach der bei drei vergebenen Siebenmetern, drei unbedrängten Fehlwürfen vom Kreis sowie zwei ausgelassenen Gegenstößen vermeidbaren Derby-Niederlage am Sonntag bei der MT Melsungen geht es für die HSG Wetzlar darum, mit einem Erfolg über die traditionsreichen Essener ihren einstelligen Tabellenplatz zu untermauern. Da sich die Konkurrenten TBV Lemgo Lippe und Bergischer HC direkt gegenüberstehen, könnte einer der beiden bereits auf fünf Zähler distanziert werden.

Gast Tusem Essen steht nach seinem Aufstieg in der Vorsaison neben dem HSC Coburg bereits wieder als Absteiger fest. Das Team von Trainer Jamal Naji wartet seit elf Spieltagen auf einen Sieg, das letzte Erfolgserlebnis gab es am 1. April beim 29:20-Heimerfolg über GWD Minden. Mit 1022 Gegentreffern stellt der Traditionsklub von der Margarethenhöhe die abwehrschwächste Mannschaft der Liga. Im Hinspiel kurz vor dem Jahreswechsel allerdings bereitete Tusem den Grün-Weißen bis zum 23:18 in der 40. Minute enorme Probleme, ehe sich die Mittelhessen auch dank der neun Treffer von Rechtsaußen Kristian Björnsen sowie eines starken Olle Forsell Schefvert in einer spektakulären Endphase zum 36:29-Erfolg doch noch beide Auswärtspunkte sicherten.

Was erwartet die HSG Wetzlar? Torhüter Sebastian Bliß ist mit seinen 30 Jahren der älteste Spieler in einem Kader, der in Linkshänder Lukas Firnhaber seinen torgefährlichsten Rückraumspieler hat. Das Team von Trainer Naji versucht über die Gegenstoßstärke der Außen Noah Beyer und dem Ex-Melsunger Dimitri Ignatov zu einfachen Treffern zu gelangen. Der im Oktober nachverpflichtete slowenische Rückraumspieler Tim Rozman hat bislang wenig Akzente setzen können.

»Wetzlar spielt eine sehr gute Saison und hat in vielen Spielen bewiesen, welche hohe Qualität sie haben. Wir sind gewarnt vor ihren starken Rückraumschützen und müssen dazu die Kreiskooperationen wegnehmen, um selber in unsere erste Welle zu kommen«, so Tusem-Trainer Jamal Naji über das kommende Auswärtsspiel.

Ist die Rückkehr der Zuschauer ein Faktor? Essen kann frei aufspielen, Wetzlar möchte sich endlich auch wieder vor Publikum beweisen. »Wir dürfen dennoch nicht überdrehen«, warnt Trainer Kai Wandschneider vor einer zu großen Portion Motivation, »wir brauchen Geduld und müssen unser Spiel spielen.« Vor dem zweiten Corona-Lockdown boten die Till Klimpke und Co. vor seinerzeit noch 800 zugelassenen Zuschauern gegen die SG Flensburg/Handewitt (27:29) und THW Kiel (31:22) bärenstarke Vorstellungen, erstmals ohne Unterstützung von den Rängen setzte es seinerzeit das ernüchternde 25:33 gegen die MT Melsungen. »Wir freuen uns auf die Zuschauer«, sagt Wandschneider, »denn das hat sich die Mannschaft nach dieser wieder herausragenden Saison mehr als verdient.« Zweier-Tickets sind noch erhältlich.

Die Saisonendphase: Das Rückraumtrio Stefan Cavor, Olle Forsell Schefvert und Alexander Feld steht nicht mehr zur Verfügung, soll komplett die Reha durchziehen und bereits die neue Saison im Fokus haben. Wandschneider: »Wären wir noch im Abstiegskampf, würden wir es bei dem einen oder anderen mit einem Einsatz sicher noch versuchen«.

Fünf Spiele sind es noch, die die Wetzlarer bis 27. Juni zu bestreiten haben. »Man merkt, dass die Spieler physisch und psychisch am Anschlag sind« klärt Coach Wandschneider auf, »viel Neues geht da nicht mehr in die Köpfe.« Was die geistige Aufnahmefähigkeit anbelangt sei sein Team - so Wandschneider - »auf der letzten Rille«. Das soll aber nicht heißen, dass das Kämpferherz nicht weiter grün-weiß gefüllt ist. Wandschneider; »Ein Sieg ist für uns selbst ein Muss.«

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