24. Februar 2021, 12:00 Uhr

Gießen 46ers

Von Gießen aus in die NBA

Ein verhängnisvoller 14. Februar 2004 in der Osthalle für Chris Finch. 17 Jahre später wird der Ex-Trainer der Gießen 46ers Headcoach bei einem NBA-Klub.
24. Februar 2021, 12:00 Uhr
Aus der Gießen-46ers-Saison 2003/2004: Trainer Chris Finch bei einer Auszeit (v. l.) mit Wilbur Johnson, David Graves, Jason Maile, dahinter Sebastian Szymanski, Mike Mitchell und der stehende Logi Gunnarsson. FOTO: IMAGO

Gießen 46ers


In Gießen kläglich gescheitert - und seit Montag Headcoach der Minnesota Timberwolves. Wie das Leben so spielt - für Chris Finch!? Als sich abzeichnete, dass Finch der neue Cheftrainer beim NBA-Club Minnesota Timberwolves wird, hat sich der 51-Jährige sicherlich nicht an den 14. Februar 2004 erinnert. Zur damaligen Zeit war der gebürtige Cambridger aus dem Bundesstaat Ohio noch der Coach der Gießen 46ers. Einen Tag später aber nicht mehr.

Zu jener Zeit kämpften die Gießener Bundesliga-Basketballer - mal wieder - gegen den Abstieg. Finch, der zuvor beim britischen Bundesligisten Sheffield Sharks an der Seitenlinie arbeitete und dort Pokaltitel gewann, wechselte 2003 an die Lahn und löste dort Joe Whelton ab. Trotz eines starken Kaders mit Spielern wie Mike Mitchell, James Shields, Jason Maile, Florian Hartenstein, Wilbur Johnson, Logi Gunnarsson, John Thomas III und dem nachverpflichteten Brian Lynch sowie den »Gießenern« Sebastian Szymanski, Dominic Cannon und Daniel Dörr lief sportlich wenig zusammen.

Finch stand unter Druck, seine Bilanz vor dem Heimspiel am 14. Februar 2004 gegen Trier war ernüchternd: Fünf Siege, zwölf Niederlagen. Die 13. bescherte ihm dann das Traineraus in Gießen, wobei ihm möglicherweise übertriebene Sturheit den Job kostete.

Gegen Trier führten die Gießener nach 26 Spielminuten mit 13 Punkten. Jason Maile brillierte und ließ sieben von neun Dreiern einfliegen. Finch setzte ihn irgendwann auf die Bank. Als die Partie kippte und Trier traf, forderten über 3000 Zuschauer in der Osthalle die Einwechslung von Maile. Finch reagierte darauf nicht und brachte ihn erst wieder kurz vor dem Ende. Als Maile dann mit einem Buzzer-Beater-Dreier den Ausgleich erzielen hätte können, spielte er einen Pass. Trier gewann 103:100 - und am 15. Februar endete die Trainertätigkeit von Finch vorzeitig. Er wurde als Coach durch Armin Andres ersetzt. Und die Gießen 46ers entgingen in dieser Saison dem Abstieg in die 2. Liga nur durch den Lizenzentzug für die Teams aus Hagen und Weißenfels

Die Qualitäten von Finch darf man aber nicht an der Zeit von ihm in Gießen messen. Seine weiteren Stationen waren meist von Erfolgen gekrönt. Unter anderem in der Spielzeit nach Gießen, als er 2004/05 mit Euphony Bree die belgische Meisterschaft gewann. Übrigens mit Lynch, der bereits unter ihm in Gießen gespielt hatte. Bei den Minnesota Timberwolves löste Finch in seiner ersten Stelle als NBA-Headcoach Ryan Saunders ab. Zuvor war Finch Assistant-Coach bei den Toronto Raptors. Seit 2011 war Finch als »Co« in der NBA tätig: für die Houston Rockets, Denver Nuggets, New Orleans Pelicans und eben zuletzt für Toronto.

Einfach wird es für Finch in Minneapolis nicht werden: Mit einer Bilanz von sieben Siegen aus 31 Spielen weisen die Wolves die schlechteste Bilanz in der NBA auf.

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