15. März 2021, 16:00 Uhr

Basketball

Verrücktes Hauptrunden-Finale der Rackelos

Dass es für die Gießen 46ers Rackelos am nominell letzten Spieltag der Pro B in Koblenz tabellarisch nicht mehr um viel ging, war den Hessen beim 107:109 nach Verlängerung nicht anzumerken.
15. März 2021, 16:00 Uhr
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Von Sebastian Kilsbach
Viktor Ziring (M.) und seine Gießen 46ers Rackelos kassieren eine unglückliche Niederlage in Koblenz, sind aber für die Playoffs bereit. ARCHIVFOTO: FRIEDRICH

Der Basketball-Drittligist zieht als Dritter in die Playoffs ein. Dort stehen noch nicht alle Gegner fest. Neben dem Zweiten der Nordstaffel Itzehoe könnte es aber auch gegen jene Koblenzer gehen, die am Samstagabend mit den Rackelos ein echtes Basketballfest gefeiert haben.

Gießen II lag im zweiten Viertel bereits mit 24:41 im Hintertreffen, drehte das Spiel aber bis zur Halbzeit und ging mit 52:55 in die Kabine. Nach Dreiern durch die Youngster Sebastian Brach und Tim Schneider übernahmen dann die Rackelos in der 33. Minute die Führung (86:77). Doch die fast nur aus Profis bestehende Truppe aus Koblenz steckte nicht auf.

Daran Anteil hatten die ligaerfahrenen Akteure Brian Butler und Anthony Canty. Butler versenkte jeden einzelnen seiner zwölf ersten Versuche aus dem Feld und sorgte damit fast im Alleingang für die komfortable Führung der Koblenzer im ersten Durchgang. Canty netzte seine ersten sechs Dreier und war damit Wegbereiter des Comebacks in einer turbulenten Schlussphase. Mit Ablauf der Schussuhr traf Zaire Thompson per Dreier zum 100:98.

Gießen ging bei noch 26 zu spielenden Sekunden in die Auszeit. Vorne ging man auf einen schnellen Abschluss, Johannes Lischka produzierte aber ein Offensivfoul. Gießen schickte Canty taktisch gefoult an die Linie. Dort ließ der Guard einen Freiwurf liegen, weshalb ein Dreier die Rackelos in die Overtime gebracht hätte. Es kam anders. Donte Nicholas wurde überraschend bei seinem Distanzwurf gefoult. Bei abgelaufener Uhr blieb der Forward ohne Fehler, weshalb es Nachschlag gab.

Uhlemann mit furiosem Comeback

Nicholas sorgte mit fünf Punkten in Folge für einen besseren Start der Gäste. In den verbleibenden drei Minuten brachte Gießen aber nur noch einen Zähler zustande. Allein in der letzten Angriffssequenz hatten Tim Uhlemann, der ein furioses Comeback nach seiner Verletzung feierte, Lischka und Nicholas vier Abschlusschancen, die allesamt danebengingen.

Trainer Lutz Mandler blickt daher mit gemischten Gefühlen auf die Partie: »Ich bin sehr stolz auf die Jungs. Es ist bewundernswert, wie alle mitgegangen sind.« Nachdem sich sein Team im ersten und zweiten Viertel aber im freien Fall befand, wurden in einer Auszeit schärfere Töne angeschlagen. »Wir haben gesagt, dass wir härter spielen müssen. Im zweiten Viertel haben wir trotzdem 30 Punkte gefangen. Wir wussten, dass wir über die Defense ins Spiel kommen müssen. Das haben wir dann bis zum Ende gut umgesetzt. Da hat uns etwas das Glück gefehlt.«

Schmerzhaft vermissten die Rackelos in der spannenden Schlussphase ihre beiden Guards David Amaize und Tim Köpple, die jeweils ausgefoult auf der Bank Platz nehmen mussten. Koblenz überließ nichts dem Zufall, Coach Danny Rodriguez vertraute seiner Achter-Kernrotation. So kam es, dass auch die Rackelos weniger rotierten.

»Es war uns wichtig, das Level hochzuhalten und wettbewerbsfähig in die Playoffs zu starten«, erklärt Mandler. Das ist definitiv gelungen. Auftakt ins Gruppen-basierte Achtelfinale ist am übernächsten Wochenende.

Koblenz: Oldham Jr. (4), Woodmore (18), Mayer (10), Schaake (5), Butler (30), Wellian (2), Thompson (12), Canty (28). - Gießen: Ziring (6), Köpple (5), Amaize (3), Schneider (6), Uhlemann (27), Lischka (20), Nicholas (31), Schweizer, Brach (9).



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