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TV Hüttenberg will raus aus der Abstiegszone

Der TV Hüttenberg will sich aus der Abstiegszone der 2. Handball-Bundesliga lösen. Dazu notwendig ist zum Jahresabschluss ein Sieg gegen Neuling TuS Fürstenfeldbruck.
30. Dezember 2020, 11:18 Uhr
JSA
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Robin Hübscher (23) und der TV 05/07 Hüttenberg streben heute Abend im Zweitliga-Heimspiel gegen TuS Fürstenfeldbruck das nächste Erfolgserlebnis an. FOTO: Thürmer

Nach der überraschenden Testergebnis-Absage am 2. Weihnachtsfeiertag steht für den TV 05/07 Hüttenberg am heutigen Mittwoch gegen TuS Fürstenfeldbruck (19:30 Uhr/Rittal-Arena) das letzte Duell des Jahres auf dem Plan. Einmal mehr beschäftigt Corona die 2. Handball-Bundesliga.

»Das kommt uns natürlich nicht entgegen«, sagt Martin Wild, der Trainer des TuS Fürstenfeldbruck. Gemeint ist damit die Woche Verschnaufpause, die dem TV 05/07 Hüttenberg unverhofft durch die Spielabsage beim VfL Lübeck-Schwartau zu Gute kommt.

Am 1. Weihnachtsfeiertag gaben die Mittelhessen bekannt, dass aufgrund von Engpässen im Testlabor die benötigte Corona-Testreihe nicht rechtzeitig ausgewertet werden konnte. Deswegen einigten sich beide Vereine aus Sicherheitsgründen auf eine Verschiebung des Spiels - ein Termin dazu ist bislang noch nicht bekannt. Währenddessen spult Aufsteiger Fürstenfeldbruck unter Bedingungen einer Amateurmannschaft das Mammutprogramm der Liga im Dezember ab und gerät an die Belastungsgrenze.

Ergebnistechnisch spiegelt sich das aber kaum wider. Der Dezember verlief für die Mannschaft aus dem Münchener Umland bislang äußerst erfolgreich. Aus bisherigen vier Spielen holte der Tabellen-17. drei Siege gegen Dormagen (30:28), Konstanz (26:25) und Aue (27:26). Am 2. Weihnachtsfeiertrag unterbrach der TV Großwallstadt den Lauf beim 31:40.

Dennoch erwartet Hüttenberg ein Team mit zuletzt gestiegenem Selbstvertrauen. Denn zu Beginn der Saison hatten die »Brucker Panther« noch Anpassungsprobleme, verloren ihre Partien bis Mitte November alle, ehe es gegen HC Elbflorenz den ersten Erfolg gab. Der Lauf der letzten Wochen zeigt die Gefahr für den TVH, was auch Hüttenbergs Coach Johannes Wohlrab als Warnung sieht: »Wir müssen nicht nur 100 Prozent geben, sondern 110 Prozent. Sie werden rennen, rennen, rennen, was uns über 60 Minuten fordern wird. Fürstenfeldbruck ist eine sehr gefährliche und über Jahre eingespielte Mannschaft, die kämpfen wird bis zum Schluss.«

Vor allem auf einen sollten die Mittelhessen achtgeben: Spielmacher Falk Kolodziej. Der 27-jährige ist DER Denker und Lenker des Spiels der Bayern. Mit bislang 63 Toren und 56 Assists wird die Hauptaufgabe der Hüttenberger Deckung sein, seine Kreise einzudämmen und Anspiele möglichst zu verhindern.

Der typische Handball der Brucker ist aber, den Gegner möglichst gar nicht in den Positionsangriff kommen zu lassen, sondern mit hohem Tempo die Abwehr zu überrennen und einfache Tore zu machen. Deshalb hat Wohlrab die erste Aufgabe seiner Mannschaft klar definiert: »Wir müssen hochkonzentriert sein und müssen alles in den Rückzug legen. Wenn wir sie dann im Positionsangriff haben, müssen wir in der Deckung mit dem arbeiten, was uns zuletzt ausgezeichnet hat.«

Eben aufgrund der letzten Wochen und sechs Punkten aus vier Spielen unter Johannes Wohlrab geht der TVH mit Respekt, aber auch mit großem Selbstvertrauen ins Duell. Zumal die Belastungssteuerung sicher mit zunehmender Spieldauer zum Thema werden wird, am Ende eines kräftezehrenden Dezembers, in dem Hüttenberg die eine Woche mehr Ruhe in die Waagschale wird werfen können.

Mit einem weiteren Sieg würden sich Stefan Kneer und Co. erstmal etwas aus dem Tabellenkeller befreien. Aufgrund der verzerrten Anzahl der absolvierten Spiele wäre dies allerdings nur eine Momentaufnahme, mit der die Verantwortlichen aber gern in das neue Jahr gehen würden.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/sport/lokalsport-gaz/tv-huettenberg-will-raus-aus-der-abstiegszone;art1434,718610

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