Lokalsport

Tribüne statt Platz auf der Bank für Gießens Trainer Daniyel Cimen

Es wird nachgearbeitet am Mittwoch in der Fußball-Regionalliga Südwest. Im Einsatz ist der FC Gießen. Auf den die SV Elversberg. Notgedrungen passen muss aber FC-Trainer Daniyel Cimen.
24. Februar 2021, 07:00 Uhr
Michael Schüssler
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Trainer Daniyel Cimen (r.) darf am Mittwoch nur auf die Tribüne, das sportliche Sagen auf der Bank haben so die Co-Trainer Marco Vollhardt (l.) und Marcel Niesner. FOTO: FRIEDRICH

Die Ausbeute des FC Gießen 2021 in der Fußball-Regionalliga Südwest ist bislang außerordentlich gut. In sieben Spielen kassierte die Mannschaft von Trainer Daniyel Cimen nur eine Niederlage, ansonsten konnte man punkten. Zuletzt mit dem 1:1 bei Rot-Weiß Koblenz. Doch im Kampf gegen den Abstieg hat der eine Zähler nicht wirklich geholfen. Am Mittwoch (15.30, Waldstadion) trifft die Mannschaft von Trainer Daniyel Cimen im Nachholspiel auf die ambitionierte SV Elversberg. Zur Erinnerung: Die Partie war für den 13. Februar angesetzt, allerdings machte das Winterwetter der Regionalliga Südwest einen Strich durch die Rechnung.

Beim Remis in Koblenz hatte Daniyel Cimen wegen unsportlichen Verhaltens die Rote Karte gesehen, so dass er für das heutige Heimspiel ein Innenraumverbot erteilt bekommen hat. Was bedeutet: Während eines Aufenthaltsverbots für den Innenraum ist es einem Mannschafts-Offiziellen nicht gestattet, während eines Spiels seiner Truppe im Stadion-Innenraum zu sein. Das Verbot beginnt jeweils eine halbe Stunde vor Spielbeginn und endet eine halbe Stunde nach Abpfiff. Der Trainer darf sich in dieser Zeit weder im Innenraum noch in den Umkleidekabinen, im Spielertunnel oder im Kabinengang aufhalten. Im gesamten Zeitraum darf er mit der Mannschaft weder unmittelbar noch mittelbar in Kontakt treten. Dementsprechend werden Marco Vollhardt und Marcel Niesner das Coaching beim FC Gießen übernehmen.

Die Personallage: Eventuell muss Daniyel Cimen für die heutige Begegnung ein wenig umbauen. Zeki Erkilinc, Andrej Markovic und Aykut Öztürk sind allesamt angeschlagen, deren Einsätze sind offen. Definitv fehlen wird Antonyos Celik (berufliche Gründe). Ansonsten aber kann er auf seine bewährten Kräfte bauen. Rückblickend auf die Partie in Koblenz sagt Cimen: »Letztlich war es ein gerechtes Ergebnis. Natürlich ist es ein bisschen ärgerlich, wenn du fünf Minuten vor dem Ende den Ausgleich kriegst, denn so haben wir einen ›dreckigen‹ Sieg knapp verpasst. Immerhin haben wir aber unser Minimalziel erreicht.

Der Gegner: Daniyel Cimen ist voll des Lobes für die SV Elversberg. »Sie ist eine der stärksten Mannschaften der Liga, spielerisch für mich sogar die beste. Aber wenn sie eine Chance auf den Aufstieg haben wollen, dann müssen sie eine Serie starten. Sie brauchen die drei Punkte.« Obgleich die Rollen recht klar verteilt sind, chancenlos sieht Cimen seinen FC natürlich nicht. »Wir müssen die richtige Balance finden, den Mut haben, unsere Chance zu suchen.« Eine hohe Meinung vom FC hat derweil SV-Trainer Horst Steffen: »Sie haben im Winter noch mal einige Spieler dazubekommen, die die Qualität erhöht haben. Gießen hat allgemein in die Spur gefunden, wird dieser auf der vereinseigenen Homepage zitiert.

Die SV Elversberg hatte am letzten Spieltag Heimrecht, kam dabei zu einem 4:0 gegen den VfB Stuttgart II. Im Klassement verbesserte sich die Elf von Trainer Horst Steffen auf Platz vier mit jetzt 39 Punkten. Auf Ligaprimus SC Freiburg II weisen die Elversberger aber acht Punkte Rückstand auf, zudem haben die Breisgauer ein Spiel weniger ausgetragen. Das bedeutet, dass sich die Saarländer keine Ausrutscher mehr erlauben dürfen. Prunkstück der SV 07 ist die Offensive. Mit 49 Treffern stellt man dem SC Freiburg II (51) den zweitbesten Angriff. Schwachpunkt ist die Abwehr, denn 28 Gegentreffer für einen Aufstiegsanwärter sind definitiv zu viele. Im Vergleich: Der FC Gießen hat bislang 29 Gegentreffer kassiert. Zu den bekanntesten Akteuren der SV 07 zählt Offensivkraft Israel Suero Fernández. Er spielte von 2017 bis 2018 beim TSV Eintracht Stadtallendorf, ehe er nach Elversberg wechselte. Neun Tore hat der Spanier erzielt, ist damit zweitbester Schütze der Saarländer.

Torgefährlicher ist nur Kevin Koffi. Der 34-Jährige hat früher unter anderem für den SSC Neapel und AS Rom gespielt, ehe es ihn 2017 nach Deutschland verschlug - nach Elversberg. Zwei Jahre später folgte der Wechsel zum SV Waldhof Mannheim, ehe er im August 2020 zurück zur SV wechselte. Auf den Routinier wird der FC ein Auge haben müssen.

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