30. Oktober 2021, 06:00 Uhr

FC Gießen

Torflaute des FC Gießen: »Wir brauchen halt einfach mal alle Spieler an Bord.«

Früh und dezimiert tritt der FC Gießen die über 350 Kilometer währende Anreise nach Ulm an. Trainer Cimen äußert sich zu den beiden taktisch brisantesten Themen des Fußball-Regionalligisten.
30. Oktober 2021, 06:00 Uhr
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Von Sven Nordmann
Machen sich heute früh auf den Weg nach Ulm: Die Spieler des FC Gießen vor dem Gastspiel beim Spitzenreiter. (Foto: Oliver Vogler (Oliver Vogler))

Wenn der Tabellenvorletzte aus Gießen beim Spitzenreiter aus Ulm antritt und dann auch noch am Morgen des Spieltages um 6.15 Uhr die Anreise von über 350 Kilometern auf sich nimmt, sind die Rollen klar verteilt und die Erwartungen in Mittelhessen gering.

FC-Trainer Daniyel Cimen sagt vor dem heutigen Gastspiel beim ehemaligen Bundesligisten SSV Ulm (14 Uhr): »Wir brauchen 100 Prozent über 90 Minuten, Galligkeit gegen den Ball und Mut nach vorne.«

Angesichts der frühen Anreise meint der Ex-Profi: »Das wird eine ordentliche Herausforderung.« Eine Übernachtung von Freitag auf Samstag »wäre schön gewesen«, Notvorstand Turgay Schmidt aber senkte den Daumen.

Die Mannschaft selbst sei nach der 0:3-Derby-Niederlage gegen Offenbach vor 1200 Zuschauern am Dienstag »ein bisschen angefressen« - Tabellenplatz 17, punktgleich mit dem Schlusslicht aus Walldorf, spiegelt nicht die auf dem Papier vorhandene Qualität des Gießener Kaders wider.

Daniyel Cimen nimmt Stellung zu den beiden taktisch brisantesten Themen nach mehr als einem Drittel der Saison: Dem Umstand, dass der FC Gießen aktuell das ungefährlichste Team der Fußball-Regionalliga Südwest ist sowie die Argumente für die zumeist praktizierte Fünferkette.

Elf Treffer haben die Rot-Weißen nach 14 Partien erzielt, so wenig wie kein anderes Liga-Team. Cimen hat dafür zwei Gründe: »Es zieht sich bislang wie ein roter Faden durch die Saison: Wir haben eine höhere Chancenqualität als in der letzten Spielzeit, aber nutzen diese in den entscheidenden Momenten nicht. Teilweise vergeben wir die Chancen bislang kläglich. Würden wir unsere Hundertprozentigen nutzen, lägen wir in einem normalen Bereich, was die Tore angeht.«

Grund zwei: »Viele Spieler fehlen oder sind noch nicht im vollen Rhythmus. Wir brauchen halt einfach mal alle Spieler an Bord.«

Exemplarisch fehlt Offensivakteur Nejmeddin Daghfous wegen einer chronischen Darmentzündung nun bis zur Winterpause, Mittelstürmer Giuseppe Burgio befindet sich nach seinem Muskelbündelriss im Lauftraining, Aykut Öztürk stand zuletzt gegen Offenbach erstmals in dieser Saison nach seinem Muskelfaserriss von Beginn an auf dem Rasen.

Takero Itoi fehlt heute nun ebenso krankheitsbedingt wie Niclas Mohr - hinzu gesellen sich Kristian Gaudermann (Mittelhandbruch) und Benedict dos Santos (Faserriss) - personelle Ausfälle zählen beim FC Gießen seit Jahren zum täglich Brot, auch eine logische Folge der späten Kaderplanungen und dem Fehlen einer kompletten Vorbereitung.

Dass die geringe Trefferanzahl in Verbindung mit der Fünferkette steht, sieht Cimen nicht so: »Wir sind dadurch ein Tick variabler, defensiv im Zentrum kompakter. Wir haben dynamische Außenverteidiger mit Vorwärtsdrang wie Ryunosuke Takehara, Gianluca LoScrudato, Kristian Gaudermann oder Niclas Mohr.« Nur im Verbund wird der FC Gießen mehr Tore erzielen und sich aus der derzeit misslichen Lage befreien können.



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