02. Februar 2021, 15:50 Uhr

Basketball

Tim Köpple: Bock auf Basketball

Tim Köpple steht unter Dauerbelastung. Leistungsträger bei den Rackelos, Ergänzungsspieler bei den Gießen 46ers in der BBL. Für den 20-jährigen Guard ist das aber kein Problem.
02. Februar 2021, 15:50 Uhr
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Von Wolfgang Gärtner
Tim Köpple bekleidet bei den Gießen 46ers Rackelos die Spielmacherposition. FOTO: FRIEDRICH

Samstagabend in Ludwigsburg, Sonntagmittag in Dresden. Ein normales Wochenende für Tim Köpple, der viel herumkommt - trotz Corona. Der 20-Jährige ist mit einer Doppellizenz ausgestattet. Bei den auf Playoffkurs steuernden Rackelos in der Pro B führt er das Team auf der Königsposition - im um den Klassenerhalt kämpfenden BBL-Team der Gießen 46ers ringt er als Ergänzungsspieler um seine Minuten auf dem Feld. Sein Vertrag läuft noch bis Ende Juni.

Der 1,82 m große Aufbauspieler hat aber eine Option für eine mögliche Weiterverpflichtung. »Es ist noch zu früh, um zu sagen, wie es weitergeht«, sagt der gebürtige Ulmer. Die Mehrfachbelastung stört ihn nicht - aber dass seine Rackelos am Sonntag im Spitzenspiel in Dresden verloren haben. Warum es trotzdem zurzeit gut im 46ers-Farmteam läuft, verrät er im Interview.

Wie händeln Sie die Dauerbelastung Rackelos und Bundesligamannschaft?

Das ist für mich keine neue Situation. Von der letzten Saison her kenne ich das schon. Man gewöhnt sich daran. Mit Timbo (Anm. d. Red. / Tim Uhlemann) habe ich einen, der das gleiche Programm mitmacht. Das erleichtert das alles ein bisschen. Wir meistern das ganz gut. Und Rolf Scholz (Trainer der BBL-Mannschaft) achtet auf unsere Belastung, dass wir unter der Woche nicht zu viel machen.

Sicherlich würden Sie sich wünschen, einen festen Platz im Gießener Bundesliga-Team zu haben?

Auf jeden Fall. Jeder möchte das natürlich und will spielen. Aber kein Spieler schafft es von heute auf morgen auf einen BBL-Stammplatz. So war es in der Pro B auch. Dort musste ich mich auch erst einmal reinkämpfen und mir meine Minuten verdienen. Zudem durchlebt die BBL-Mannschaft gerade eine schwierige Phase: Sie kämpft ums Überleben. Es braucht alles seine Zeit.

Wie erklären Sie sich den momentanen Aufschwung bei den Rackelos, auch wenn am Sonntag in Dresden verloren wurde?

Wir haben einen Kern, der seit ungefähr zwei Jahren zusammen ist. Das bestärkt uns. Wir kennen uns alle gut. Es sind alles Jungs, die richtig Bock haben. Zudem haben wir mit Donte Nicholas einen Amerikaner gefunden, der ebenfalls voll mitzieht und optimal ins Team reinpasst. Wir sind eine geile Truppe. Und das ist der Erfolgsgrund.

Dazu passt Ihr alter, neuer Trainer Lutz Mandler?

Genau. Mit Lutz hat sich am Gesamtkonzept nichts Großartiges verändert. Er hat dort weitergemacht, wo Rolf Scholz aufgehört hat. Das hat uns auf jeden Fall geholfen. Lutz kennt uns, und wir kennen alle Lutz.

Welche Rolle ist Ihnen im Spiel der Rackelos zugedacht?

Ich soll das Spiel leiten und Verantwortung übernehmen. Ich soll das Team führen, Systeme ansagen, die Übersicht behalten, wichtige Ansagen tätigen. Vom Scoren her betrachtet sind wir mit Johannes Lischka und Timbo sowie mit Donte sehr gut aufgestellt. Natürlich bin ich offensiv auch aktiv. Das ist aber nicht meine Hauptaufgabe.

Wie gehen Sie mit der Corona-Pandemie um?

Man gewöhnt sich daran - leider. Es hört sich jetzt vielleicht blöd an, aber mittlerweile ist es fast schon normal, dass man in leere Hallen kommt. Jeder wünscht sich, dass es anders wäre. Aber wir sind alle sehr dankbar, dass wir trotz der verrückten Umstände noch spielen und trainieren können. Vor allem, wenn man bedenkt, dass viele andere Sachen still gelegt sind und viele Menschen ihren Beruf gar nicht ausüben können. Aber es ist neben dem Basketball alles sehr eintönig. Diesbezüglich leben wir das gleiche Leben wie alle anderen auch.

Wie vertreiben Sie sich größtenteils die Zeit?

Mit meinem Sportmanagement-Fernstudium, was ich seit dieser Saison absolviere. Ich kann alles von meiner Wohnung aus betreiben: Vorlesung, Prüfungen. Das ist top, dass ich mich diesbezüglich nicht an irgendwelche Coronaregeln halten muss.



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