20. August 2021, 16:17 Uhr

Sport in Gießen

Konsens der OB-Kandidaten: Es muss was getan werden!

Um mehr Transparenz in das Thema Sportentwicklung und -förderung der Stadt Gießen zu bringen, lud der Sportkreis Gießen die fünf Oberbürgermeisterkandidaten zu einer Diskussion i ein.
20. August 2021, 16:17 Uhr
Diskussion über den Sport in Gießen mit (v. l.): Prof. Dr. Heinz Zielinski (Vorsitzender Sportkreis Gießen), Frank-Tilo Becher (SPD), Frederik Bouffier (CDU), Thomas Dombrowski (parteilos), Alexander Wright (Grüne) und Marco Rasch (Die Partei). F: RENKEN

Der Vorsitzende des Sportkreises Gießen, Prof. Dr. Heinz Zielinski, begrüßte die rund 30 Teilnehmenden, darunter viele Vereinsvertreter, die sich im Bürgerhaus in Kleinlinden eingefunden hatten. »Heute wollen wir mehr Klarheit reinbringen, wenn es darum geht, was die Stadt Gießen im Sport leisten kann«, erklärte Zielinski.

In knapp zweieinhalb Stunden diskutierten die fünf Oberbürgermeisterkandidaten Frank-Tilo Becher (SPD), Frederik Bouffier (CDU), Thomas Dombrowski (parteilos), Alexander Wright (Grüne) und Marco Rasch (Die Partei) über Themen wie die städtische Sportentwicklung, die Sanierung der vorhandenen Sportanlagen, die Sportförderung sowie über die Zusammenarbeit von Stadt, Sportvereinen, Schulen und Kindergärten.

Dabei wurde aufgezeigt, dass auf den künftigen OB in diesen Bereichen eine Menge Arbeit zukommen wird. Besonders im Bereich der Sanierung: »Hier sind wir an vielen Stellen gefordert. Besonders bei den Sporthallen müssen wir energetisch etwas machen«, erklärte SPD-Kandidat Frank-Tilo Becher und nannte als Beispiel die Osthalle: »Die Frage hier ist ja, wie man die Halle in einen bundesligatauglichen Zustand bringt?« Frederik Bouffier nannte das Waldstadion als ebenfalls sanierungsbedürftig: »Da gibt es ja schon eine lange Diskussion mit dem Verein. Das Stadion müsste saniert werden, um es eben auch als großes Stadion für andere Veranstaltungen nutzen zu können.«

Während Wright und Rasch weitere Sanierungsmaßnahmen auf den Plan brachten, warf Dombrowski den Kandidaten im Stadtparlament vor, diese zu lange aufgeschoben zu haben: »Wieso hat man denn so lange gewartet, bis alles marode ist, abgerissen werden und dann neu gebaut werden muss? Wie wollen wir dass alles bezahlen? Gewisse Bürgerhäuser sind total kaputt. Die Flächen für die Sportstätten sind ja da, müssen nur besser gepflegt werden.«

Im Bereich der Zusammenarbeit von Stadt, Vereinen und Schulen waren sich alle Kandidaten weitgehend einig. Es müssten mehr Kooperationen zwischen diesen entstehen. »Wir müssen mehr kreative Konzepte zur Sportförderung an die Schulen und Kitas bringen. Jedes Kind bewegt sich nach Corona zu wenig«, so Wright. Bouffier schlug zudem vor, in den Semesterferien die Sportanlage am Kugelberg auch kostenlos für Vereine zur Verfügung zu stellen. Auch mit den Hochschulen müsse viel mehr zusammengearbeitet werden. Auf die Frage aus dem Publikum, wie die Kandidaten die Sportförderung in Gießen voranbringen wollen, um somit unter anderem mehr potenzielle Spitzensportler zu fördern, war der Konsens deutlich: Der Spitzensport müsse ganz klar als Partner des Breitensports fungieren und gefördert werden. Generell dürfe es keine Kürzungen in der allgemeinen Sportförderung geben, Sportstätten müssten kostenlos zur Verfügung gestellt werden - und auch die Nutzung der Schwimmbäder müsste wieder mehr in den Fokus rücken.

Auch wenn beispielsweise die Fußball-Jugend der TSG Wieseck als Aushängeschild gelte, seien Spitzensportler, beispielsweise in der Leichtathletik in Gießen, die Ausnahmefälle. Jugendliche Basketballer würden die Vereine verlassen, da ihnen nicht die passenden Hallen zur Verfügung stünden. Bouffier brachte hier die Idee von möglichen Stipendien ein. Ein weiterer Punkt, den Kreisfußballwart Henry Mohr anstieß, war der Aus- bzw. mögliche Neubau von Sportplätzen, besonders Kunstrasenplätzen. »Den Kunstrasenplatz an der Grünberger Straße teilen sich drei Vereine mit sechs Mannschaften, die dadurch keinen eigenen Heimatplatz haben und auch gerne Jugendarbeit machen würden.« Bei diesem Thema waren sich die Kandidaten uneinig. Während Bouffier neue Kunstrasenplätze begrüßte und Rasch diese aus nachwachsendem Biokunstoff fertigen lassen will, überwog die Skepsis bei Wright, Dombrowski und Becher aufgrund der Sondermüllproduktion bei der Anschaffung. »Da müssen wir die Debatte abwarten, auch in Hinblick auf die Granulatfrage«, so Becher.

Am Ende waren sich alle einig, dass es in Sachen Sportentwicklung und -förderung in Gießen einen noch regelmäßigeren Austausch zwischen Politik, Vereinen und Schulen geben muss, um so das riesige Potenzial, das im Gießener Sport steckt, bestmöglich auszuschöpfen.

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