04. Dezember 2020, 21:18 Uhr

FC Gießen

Juristischer Widerstand gegen Wiederaufnahme des Spielbetriebs

Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs ab dem 11. Dezember in der Fußball-Regionalliga Südwest schlägt Wellen. Sechs Vereine wollen sich nun wehren - darunter auch der FC Gießen.
04. Dezember 2020, 21:18 Uhr
Ab dem 11. Dezember soll in der Regionalliga Südwest wieder der Ball rollen. Jetzt aber haben sechs Vereine den juristischen Weg eingeschlagen, um den Restart zu verhindern. SYMBOLFOTO: IMAGO

Am 1. Dezember hatten die Verantwortlichen der Fußball-Regionalliga Südwest GbR mit Sitz in Karlsruhe erklärt, dass der Spielbetrieb in diesem Jahr wieder aufgenommen wird - und zwar ab dem 11. Dezember. Doch nun regt sich erheblicher Widerstand gegen die »Oberen«. Der FC Gießen und fünf weitere Vereine (TSV Steinbach Haiger, TSV Eintracht Stadtallendorf, TSV Schott Mainz, FC-Astoria Walldorf, Bahlinger SC) gehen juristisch gegen die Wiederaufnahme des Spielbetriebes vor. Am Freitag wurde ein Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gestellt.

T urgay Schmidt, Notvorstand des FC Gießen, erklärt den Schritt der Klubs so:»Wie können wir denn der Öffentlichkeit vermitteln, wenn Gastronomie, Kinos undsoweiter geschlossen bleiben, dass wir spielen? Muss denn die Regionalliga wirklich spielen? Und Schmidt fügt aus Sicht des Klubs an: »Der FC Gießen ist kein FC Bayern München oder Borussia Dortmund. Die Strukturen des Vereins geben das nicht her.«

»Ja, das ist richtig«, sagt Roland Kring, Vorstand Marketing/Öffentlichkeitsarbeit und Vereinssprecher, beim TSV Steinbach Haiger. »Was mich erschrocken hat, war, wie alle Fußballverbände zuletzt aufgetreten sind. Das war arrogant«, sieht Kring den juristischen Weg der Klubs aktuell als gerechtfertigt an, zumal seit dem 1. Dezember weitere Verschärfungen und Kontaktbeschränkungen von der Politik beschlossen wurden.

Über eine Anwaltskanzlei in Wetzlar haben die Vereine den rechtlichen Weg gesucht, die Dokumente sollten noch am Freitag an das zuständige Gericht in Karlsruhe übermittelt werden. Wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist, ist offen. Turgay Schmidt selbst rechnet damit, dass Anfang bis nächster Woche ein entsprechendes Votum des zuständigen Gerichts vorliegt.

Zu den Gegnern der Wiederaufnahme gehört ebenso der TSV Eintracht Stadtallendorf. Auf der Homepage des Klubs hat dazu der 1. Vorsitzende Fußball Reiner Bremer im Namen des Vorstandes seinen Unmut bekundet: »Jetzt sollen Schnelltests vor dem Spieltag an allen Beteiligten eingesetzt werden. Uns erklärten verschiedene Ärzte, dass diese Tests nur eine Aussagekraft zum Zeitpunkt des Tests anzeigen. Das soll 22 Vereine, die Schiedsrichtergespanne und diese ganzen Kontaktketten nun retten? (...) Warum entscheidet die Politik gegen ihre eigenen Regeln und lässt es zu, dass eine Liga mit Amateuren an den Start gehen soll, wobei der Rest Deutschlands sich nur mit fünf Personen aus zwei Hausständen treffen darf? (...) Was für ein Zeichen für unsere Gesellschaft! Wir verstehen das nicht. Das ist absurd. Wir sind ratlos.«

Auch der Manager und Geschäftsführende Vorstand des TSV Schott Mainz, Till Pleuger, hatte sich im SWR geäußert - das sei ein falsches Signal an die Gesellschaft, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. ins gleiche Horn bläst auch Dieter Bühler, Vorstandsvorsitzender des Ligakonkurrenten Bahlinger SC: »Überall sollen die Kontaktbeschränkungen auf ein Minimum reduziert werden, doch die Regionalliga nimmt eine Woche vor Weihnachten den Spielbetrieb wieder auf. So kommen viele Kontakte zusammen, welche von der Politik nicht erwünscht sind, aber erlaubt werden.«

FC Homburg in Quarantäne

Derweil hat sich die Mannschaft des FC Homburg in freiwillige Quarantäne begeben. Ein Spieler der 1. Mannschaft hatte sich aufgrund starker Erkältungssymptome einem Corona-Test unterzogen - und der fiel positiv aus. Dem Akteur soll es aber bereits wieder etwas besser gehen. Wie der Verein mitteilte, werden die nächsten Schritte nun mit den Behörden abgestimmt.

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