21. September 2021, 22:32 Uhr

Jugend forscht in Grünberg

Nach einer unsteten letzten Saison setzen die Bender Baskets Grünberg in der zweiten Damen-Basketball-Bundesliga Nord jetzt noch mehr auf die eigene Jugend.
21. September 2021, 22:32 Uhr
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Von Sebastian Kilsbach
Bender Baskets Grünberg vor dem Saisonstart in die 2. Basketball-Bundesliga Nord der Damen (vorne, v. l.): Arianka Koszewski, Linn Villwock, Cora Horvath, Nina Horvath, Elisa Mevius, Klara Römer; hinten (v. l.): Michael Ehresmann, Carlice Poelstra, Lena Dziuba, Olivia Nash, Alva Hedrich, Nele Weinand, Mara Hildebrand, Trainer René Spandauw. FOTO: PRIVAT

Nur acht Ligaspiele hatten die Gallusstädterinnen aus bekannten Gründen in der vergangenen Spielzeit in der 2. Bundesliga Nord der Damen überhaupt austragen können. Seinem Ausbildungscharakter bleibt der Verein dennoch oder gerade deshalb weiterhin treu.

Ausgangslage: Fast ausnahmslos junge Spielerinnen spicken den Kader, d er Altersschnitt liegt deutlich unter 20 Jahren. Für diesen Schritt wurde mit Coach René Spandauw der richtige Mann gefunden. Zuvor war der erfahrene Basketball-Lehrer für das WNBL-Team des Vereins tätig. Zum Saisonauftakt geht es im Mittelhessenderby am 25. September gegen die Young Dolphins in Marburg.

Kommen/Gehen: Mit Sixta Herzberger und Nele Weinand rücken zwei Spielerinnen aus besagter WNBL-Perspektivmannschaft auf. Für Deijah Blanks wurde die US-Amerikanerin Olivia Nash aus Heidelberg ins Mittelhessische gelotst. Spandauw spricht von einem absoluten Glücksgriff: »Für sie sprechen drei Gründe. Erstens ihre Erfahrung in Deutschland. Zweitens ist sie eine Spielerin mit Führungsqualitäten, die den jungen Mädels sagen kann, wo es langgeht. Und nicht zuletzt ist sie eine sehr gute Basketballerin.« Gehalten hätten die Bender Baskets gerne Isabell Meinhart, die es zum TSV Grünberg II zog. Die 27-Jährige hätte dem jungen Team wichtige Impulse durch ihre Erfahrung verleihen können.

Stärken/Schwächen: In Testspielen zeigte Grünberg mitunter erstligareifes Niveau, manchmal aber auch Magerkost. »Hier eine Konstanz zu finden, wird die Herausforderung sein. Wir müssen mit Rückschlägen rechnen, aber es wird interessant zu sehen sein«, freut sich Spandauw. Erschwert wurde die Saisonvorbereitung durch Faktoren wie die späten Sommerferien, Nationalmannschaftslehrgänge und die 3x3-Meisterschaften, an denen unter anderem Nina Horvath mit großem Erfolg partizipierte. Spandauw begrüßt diese Möglichkeiten ausdrücklich, stehen sie doch für das Gesamtkonzept des Nachwuchsansatzes. Das reguläre Teamtraining startete so aber erst Anfang September.

Trainer/Umfeld: In der WNBL gab es noch weniger Spiele, weshalb Grünbergs Headcoach Spandauw froh ist, nun in der 2. Liga mit Akteurinnen wie Horvath oder Elisa Mevius arbeiten zu können. Als sich andeutete, dass Dejan Kostic nicht weitermachen würde, brauchte der deutsche Meistertrainer von 2009 und 2010 (Saarlouis) nicht lange überlegen. Sein Vorgänger ist nun bei den Gießen Pointers tätig.

Prognose: Die Baskets erwartet sportlich ein so reizvolles wie schweres Jahr. »Wir sind fast gezwungen, es mit den eigenen Spielerinnen zu versuchen. Und wir wollen ja auch die eigenen Nachwuchskräfte spielen lassen. Da bin ich froh, dass viele im Kader drinnen sind, die schon in ihrer Jugend hier spielten und sich hochgearbeitet haben«, sagt Spandauw. Um dies in Erfolge umzumünzen, werden mehrere Spielerinnen den nächsten Schritt gehen müssen. Fans und Umfeld werden Geduld mitbringen müssen: »Man kann von Spielerinnen in dem Alter keine Höchstleistungen jede Woche erwarten, aber wir wollen versuchen, so gut wie möglich zu spielen. Dann werden wir auch Spiele gewinnen«, so Spandauw.



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