10. September 2021, 22:27 Uhr

Jana Becker noch lange nicht fertig

Es läuft für Jana Becker - im wahrsten Sinne des Wortes. Die 15-Jährige aus Lauter sicherte sich in Hannover über 800 m den DM-Titel in der U16. Das soll auf sportlicher Ebene aber erst der Anfang sein.
10. September 2021, 22:27 Uhr
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Von Wolfgang Gärtner
Vorneweg: Die deutsche Nummer eins über 800 m in der U16 - Jana Becker von der LG Wettenberg, die sich in dieser Freiluftsaison zweimal einen DM-Titel holt. FOTO: IMAGO

Jana Becker von der LG Wettenberg hat eine klare Zielvorstellung. Sie will in absehbarer Zeit zu den Olympischen Spielen. Das ist ihr großer Traum, den die 15-Jährige unbedingt in die Realität umsetzen möchte. Dafür hat sie zusammen mit ihren Eltern und Trainern die Weichen gestellt. Seit kurzem ist sie von der Grünberger Theo-Koch-Schule in das Sportinternat am Olympiastützpunkt Hessen gewechselt, das mit der Carl-von-Weinberg-Schule in Frankfurt kooperiert.

Der DM-Titel über 800 m ist bereits ihr zweiter in diesem Jahr: Im August holte sich die tatendurstige und zielorientierte Becker im bayerischen Markt Schwaben den beim Blockwettkampf Lauf. Ihre Bestzeit über ihre Paradestrecke 800 m ist 2:07,45 Minuten. Die nationale Spitze bei den Frauen läuft knapp unter 2:00 Minuten, die Besten der Welt sind noch einmal knapp fünf Sekunden schneller. Jana Becker peilt erst einmal die 2:05 Minuten an...

Gratulation zu Deinem deutschen U16-Meistertitel über 800 m und der Superzeit von 2:09,38 Minuten! Was ist für Dich über diese Distanz noch möglich?

Ich bin gespannt, wie es mit mir in den nächsten Jahren weitergeht - auch auf internationaler Ebene. Da steht einiges an: im Sommer die U18-EM und die Verteidgung des deutschen Meistertitels. Es wäre toll für mich, wenn es zeitlich in die Richtung 2:05 Minuten geht. Das muss man laufen, um vorne mitmischen zu können. Die U18-EM-Norm hatte ich schon in diesem Jahr erreicht. Deshalb sollte das auf jeden Fall machbar sein.

Die 800 m sollten es schon sein, aber Du wolltest auch mal die 400 m probieren?

Ich werde eine 400 laufen, ich bin dieses Jahr schon eine ziemlich gute 300 (39,70) gelaufen. Das macht mir auch Spaß, da ich auch eine gute Sprintzeit über die 100 m habe (12,43 sec). Aber ich werde sicherlich auch mal die 1500 m laufen. Ich bin breit aufgestellt.

Du hast Dich für den Wechsel an das Sportinternat in Frankfurt entschieden. Warum?

Früher hat mich meine Mama dreimal die Woche nach Frankfurt zum Training und wieder zurückgefahren. Da war klar, ich komme in die U18, da werde ich auf jeden Fall bei meinem Kadertrainer Benjamin Stalf bleiben. Wir sind so ein super Team, das klappt alles total gut. Da ist es einfach sinnvoll, hierher zu wechseln, um Sport und Schule besser zu kombinieren. Es ist so definitiv alles entspannter. Aber es ist auch eine Herausforderung, an die man sich gewöhnen muss.

Du bist im Alter der Pubertät. Bestehen da möglicherweise Ängste, dass sich der Körper und Geist verändert und dadurch der Sport eine andere Rolle spielen wird?

Ich bin schon immer ein bisschen früher entwickelt gewesen. Ich kannte diese Phase schon. Ich bin auch lieber immer mit Älteren zusammen, deswegen mache ich mir um sowas gar keine Sorgen mehr.

Hast Du Rituale vor Deinem Wettkampf?

Ich habe meine Rituale. Zum Beispiel trinke ich eine Woche vorher abends immer ein Glas Rote- Bete-Saft. Zudem sind Nudeln vor dem Wettkampf immer gut. Ich bin auch eine große Frühstückerin - dabei darf das Rührei nicht fehlen.

Was waren die ausschlaggebenden Gründe, dass du Dich ausgerechnet für Leichtathletik und dann für die Mittelstrecke entschieden hast?

Zur Leichtathletik bin ich ganz typisch über die Bundesjugendspiele gekommen. Ich bin früher auch geritten und habe lange Zeit Basketball gespielt. Die Kinder-Leichtathletik hat mir Spaß bereitet. Meine Mutter hat mich dann zum LAZ gefahren. Irgendwann bin ich 800 m gelaufen, und LAZ-Trainer Erich Gebhardt sagte, das sehe richtig gut aus. Das war die Zeit, in der ich die Kreisrekorde brach. Später bin ich dann in den Kader gekommen und zur LG Wettenberg zu Beke Lischka gewechselt. Das hat mir dort super gefallen - und deswegen bin ich da geblieben.

Abschließend ein Blick in die Zukunft - Stichwort Olympische Spiele.

Das ist das größte Ziel von jedem Sportler, der das wirklich mit ganzem Herz betreibt, zu Olympia zu kommen. Natürlich auch meins.



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