21. März 2021, 21:01 Uhr

TV 05/07 Hüttenberg

Hüttenberg gibt Sieg aus der Hand

Der TV 05/07 Hüttenberg hat die Sensation verpasst. Trotz einer 23:20-Führung sechs Minuten vor Schluss geht die Zweitliga-Partie gegen den Topfavoriten VfL Gummersbach noch mit 23:24 verloren.
21. März 2021, 21:01 Uhr
JSA
Bezeichnend: Hüttenbergs Hendrik Schreiber (51) abgekämpft und niedergeschlagen, derweil jubelt Gummersbach im Hintergrund. FOTO: THÜRMER

TV 05/07 Hüttenberg


Eine bittere 23:24 (13:13)-Niederlage musste der TV 05/07 Hüttenberg am Samstagabend hinnehmen. Gegen den Topfavoriten VfL Gummersbach reichten 55 starke Minuten nicht, um am Ende als Sieger vom Feld zu gehen. Mit der Niederlage steckt der TVH wieder etwas tiefer im Abstiegskampf.

»Ich weiß selbst nicht so richtig, wie wir am Ende zu dem Sieg gekommen sind und ob er verdient ist. Das grenzt für mich an ein Wunder«, sagte Gummersbachs Trainer Gudjun Valur Sigurdsson auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Es waren sechs torlose Minuten, mit denen sich der TV 05/07 Hüttenberg selbst um den Heimsieg brachte. Vit Reichl erzielte in der 54. Minute das 23:20 für zeitweise abgezockt aufspielende Hüttenberger. Dem Aufstiegsfavoriten VfL Gummersbach schien quasi schon der Zahn gezogen, dann aber kam doch noch die unerwartete Wende. Aber der Reihe nach:

Gleich mit Siebenmeterwürfen war es in der Rittal-Arena Wetzlar losgegangen. Erst war es Tobias Hahn (TVH), der insgesamt sieben Mal vom Strich antrat und traf, anschließend legte Raul Santos für den VfL nach. Im Positionsangriff hatten sich die Hüttenberger wohl den Gäste-Mittelblock als Schwäche ausgesucht, denn Ian Weber zog gleich mehrfach gegen das Duo Kontrec/Bozovic an. Daraus resultierte ein Strafwurf nach dem anderen für die Gastgeber, die Tobias Hahn konsequent verwertete.

Kombiniert mit einem stark beginnenden Dominik Plaue im Tor traf Merlin Fuß nach zehn Minuten zur 5:2-Führung. Die Gummersbacher fanden absolut keine Lösung aus dem Rückraum. Dazu scheiterte dann auch noch Santos per Siebenmeter an Plaue. Fynn Herzig war es, der nach 14 (!) Minuten den ersten Treffer aus dem Rückraum der Oberbergischen erzielte. Nichts, was auch nur annähernd dem Anspruch des VfL gerecht wurde, allerdings für die Deckungsarbeit des TVH sprach. Kurze Zeit später fing die junge Hüttenberger Mannschaft schon mal an zu zaubern, als Tobias Hahn einen Kempa auf Ian Weber spielte und dieser verwertete.

Gummersbachs Coach Sigurdsson hatte genug gesehen und rief sein Team zur Auszeit. »Wir sind davon ausgegangen, dass Gummersbach den Druck spüren wird und wir uns das zunutze machen wollten. Ich muss meiner Mannschaft für ihre Ruhe und Disziplin ein Kompliment machen«, wusste TVH-Coach Johannes Wohlrab die Leistung seiner Mannschaft einzuordnen. Nach der Auszeit kamen die Gäste auf 7:8 heran. Als Hendrik Schreiber zum Eins-gegen-Eins gegen Janko Bozovic ansetze, erwischte dieser ihn mit einem Schlag am Hals, der Schreiber zu Boden gingen ließ. Das Schiedsrichtergespann zeigte Bozovic nach kurzer Beratung die rote Karte, womit dem Gast ein zentraler Abwehrspieler verloren ging.

Ein zentraler Abwehrspieler fehlte auch auf Hüttenberger Seite: Johannes Klein musste kurzfristig mit einem Außenbandriss auf einen Einsatz verzichten, die Verantwortlichen hoffen aber auf eine Rückkehr zum kommenden Duell beim HC Elbflorenz Dresden.

In der Folge wirkte der VfL besser und schnappte sich nach 24 Minuten die erste eigene Führung (10:9). Hüttenberg wirkte nicht mehr so durchschlagkräftig wie zuvor, kam aber über den Kampf mit dem Pausenpfiff noch zum 13:13-Ausgleich.

Aus einem 15:16-Rückstand machten die Gastgeber eine 19:16-Führung (40.) und fanden zu ihrer starken Anfangsleistung zurück. Insbesondere Dominik Plaue und Ian Weber spielten in der Phase famos auf. Gummersbach scheiterte allein mit vier Siebenmetern und dazu unzähligen freien Würfen, die Plaue wegnahm.

Bis zur eingangs erwähnten 54. Minute wirkte das alles eindrucksvoll. Doch der VfL Gummersbach zeigte dann, was eine Top-Mannschaft ausmacht: Mit einer umgestellten 6:0-Deckung und einem plötzlich funktionierenden Torhüter Matthias Puhle dahinter kämpften sie sich zurück und brachen den Angriffsfluss der Hüttenberger. Mit dem siebten Feldspieler ausgestattet, fand der TVH keinen wirklichen Zugriff mehr und geriet 38 Sekunden vor dem Ende durch Julian Köster in den 23:24-Rückstand. Puhle parierte Ian Webers letzten Wurf, der anschließend enttäuscht sein Schweißband über das Spielfeld feuerte - ein Bild, das Bände sprach für den Spielverlauf und das Ergebnis.

Hüttenberg: Plaue (1), Böhne, Nikolai Weber, Fuß (2), Kneer, Theiß, Fujita, Ian Weber (7), Rompf, Lindenstruth, Reichl (3), Mubenzem (1), Hahn (8/7), Jockel, Schreiber (1).

Gummersbach: Valerio, Puhle, Schröter (3), Fanger (1), Köster (2), Blohme (2/1), Kontrec, Haseler, Schneider (4), Herzig (4), Meinhardt (3), Santos (4/2), Kiesler, Haller, Stüber (1), Bozovic.

Im Stenogramm / Zeitstrafen: 8:6 Minuten. - Rote Karte: Bozovic (Gummersbach, 21.). - Schiedsrichter: Ribeiro/Fratczak.

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