27. November 2020, 23:27 Uhr

Handball

Hüttenberg chancenlos in Hamburg

Mit einem schlechten Auftritt kommt der TV Hüttenberg im Zweitliga-Spiel beim HSV Hamburg nicht über 21 Treffer hinaus. Im eigenen Kasten scheppert es derweil 30-Mal.
27. November 2020, 23:27 Uhr
JSA
Trainer Frederick Griesbach ist nicht zufrieden mit dem Spiel seiner Hüttenberger in Hamburg. FOTO: EIBNER / IMAGO

Keine Chance ließ der HSV Handball dem TV 05/07 Hüttenberg am Freitagabend in der 2. Handball-Bundesliga. Mit 21:30 (10:14) zogen die Mittelhessen den Kürzeren gegen die Norddeutschen. Die Ursachen waren vielfältig.

Personell gebeutelt, dünner Kader, fehlende Erfahrung und zu fehlerbehaftet - alles Aspekte, die die Situation für die junge Hüttenberger Mannschaft im Abstiegskampf zunehmend prekärer werden lassen. Aspekte, die auch am gestrigen Abend gegen den HSV zur Niederlage führten. Nimmt man Bietigheim mal heraus (erst drei Spiele absolviert), steht der TVH mit den meisten Spielen der Liga auf dem vorletzten Tabellenplatz. Lediglich Fürstenfeldbruck mit einem Spiel weniger rangiert noch einen Punkt hinter den Mittelhessen.

Ohne den verletzt ausgefallenen Merlin Fuß begann Hüttenberg mit Niklas Theiß auf Halbrechts, der den Vorzug vor Dieudonne Mubenzem erhielt. Eben Theiß war es, der mit seinem Treffer zum 1:1 auf den ersten Tagestreffer von Hamburgs Tobias Schimmelbauer antwortete. Bereits dann kam die Phase, in der sich die Gäste die Hypothek aneigneten, die sie nicht mehr loswurden. Vor eigenen Fehlern im Angriff und dem schnellen Tempospiel des Gegners hatte TVH-Coach Frederick Griesbach im Vorfeld noch gewarnt. Genau das wurde seiner Mannschaft zum Verhängnis.

Auf 6:1 (9.) enteilten die Hamburger ihrem Gegner und bestraften dessen technische Fehler gnadenlos. »Wir bewegen uns abseits des Balles schlecht, sind nicht bis zum Pfiff aufmerksam, sodass Hamburg den Ball noch mal weiterspielen konnte, bis die Chance da war«, sagte ein frustrierter Griesbach zur Anfangsphase. Wenn im Angriff was klappte, dann über die Achse Theiß/Reichl, deren Zusammenspiel Vit Reichl zwei Mal in Folge vollendete. Hatten die Gäste ihre Fehler im Angriff unter Kontrolle und zwangen die Hausherren in den Positionsangriff, sah das wesentlich kontrollierte aus. So kamen sie dann auch mit drei Treffern in Folge auf 8:10 heran und stellten den Anschluss wieder her. Durch fehlendes Glück im Abschluss ging es dann mit einem 10:14-Rückstand in die Kabinen.

Wäre der anschließende Verlauf vorhersehbar gewesen, wären die Hüttenberger vermutlich lieber in der Kabine geblieben. Auf 19:12 eilte der HSV in der 38. Minute davon und entschied frühzeitig die Partie für sich.

Das Fehlen von Fuß, Schreiber, Kneer, Zörb und dem mittlerweile nach Zusammenprall ebenfalls fehlenden Christian Rompf auf Hüttenberger Seite machte sich immer deutlicher bemerkbar. Auch der zuletzt starke Dominik Plaue fand in seiner alten Heimat nicht ins Spiel. Generell fehlten defensiv gänzlich Momente, die noch mal einen Schub in die junge Truppe gebracht hätten. Deshalb zog sich der Abstand über die restliche Spielzeit durch, obwohl beide Mannschaften wussten, dass in der Sporthalle Hamburg nichts mehr anbrennen würde.

Griesbach nimmt Team in Schutz

Frederick Griesbach stellte sich nach der Niederlage trotz aller Kritik vor seine Mannschaft: »Wir dürfen trotzdem nicht vergessen, wo wir herkommen und wer wir sind. Uns fehlen wichtige Stützen, auf der Platte stehen hochtalentierte, aber eben auch sehr junge Spieler, die lernen müssen und Fehler machen. Wir haben uns für diesen Weg entschieden und gehen den weiter. Trotzdem wissen wir auch, dass wir Punkte brauchen.« Die Blicke richten sich also auf die Heimbegegnung am kommenden Samstag gegen den EHV Aue, gegen den der TVH endlich wieder etwas Zählbares holen möchte.

HSV Hamburg: Kokoszka, Maier - Schimmelbauer (6), Fick (1), Tissier (5), Feit, Weller (4/3), Ossenkopp (1), Axmann (2), Gertges, Bauer (4), Forstbauer, Bergemann (4), Kleineidam (3)

TV Hüttenberg: Plaue, Nikolai Weber - Opitz, Theiß (2), Fujita, Ian Weber (2), Rompf, Reichl (4), Mubenzem (2), Hübscher (1), Hahn (6/3), Klein (4), Jockel

Im Stenogramm: Zeitstrafen: 10:4 Minuten. - Schiedsrichter: Arndt/Westphal. - Zuschauer: keine

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