25. März 2021, 22:28 Uhr

HSG Wetzlar

HSG Wetzlar verspielt eine klare Führung

Verkehrte HSG Wetzlar. Nach drei spektakulären Bundesliga-Aufholjagden haben die Grün-Weißen diesmal beim 30:30 beim HSC Coburg eine klare Führung noch aus der Hand gegeben.
25. März 2021, 22:28 Uhr
Wetzlars genesener Linkshänder Stefan Cavor (l.) hat sich den Wurfarm des Coburgers Stepan Zeman (66) »geschnappt«. Rechts HSG-Teamkollege Kristian Björnsen. FOTO: IMAGO

HSG Wetzlar


Punkt gewonnen oder Punkt verloren? Aus Sicht der HSG Wetzlar ist das 30:30 (17:13) in der Handball-Bundesliga bei Schlusslicht HSC 2000 Coburg von gestern Abend ein Punktverlust. Denn nach starker erster Halbzeit, in der die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider zwischenzeitlich mit sechs Toren vorne lag, ließen sich die Grün-Weißen in der zweiten noch die Butter vom Brot nehmen.

Und das, obwohl die Gäste auf die wiedergenesenen Stefan Cavor und Anton Lindskog zurückgreifen konnten. Beide waren nach ihren Schulterverletzungen erstmals wieder mit an Bord und zeigten gleich in der Anfangsphase, warum sie in den letzten Partien schmerzlich vermisst wurden.

Das 2:0 erzielte Lindskog nach Anspiel von Cavor, der selbst in der 16. Minute beim 10:5 seinen ersten Treffer setzte. In der Zwischenzeit hatte Till Klimpke mit einigen Paraden dafür gesorgt, dass vor allem Rechtsaußen Kristian Björnsen steil gehen konnte und sich mit einem Viererpack zum 7:3 bedankte. Erst eine Zeitstrafe gegen Lindskog brachte den HSG-Motor erstmals zum Stottern. Coburg kam durch einen Siebenmeter von Milos Grozdanic bis auf 5:7 heran, scheiterte in der Folge aber immer wieder an Klimpke. Wetzlar nutzte die Unkonzentriertheiten der Gastgeber und setzte sich bis auf 17:11 durch Cavor in der 28. Minute ab.

Bis hier hin zeigte die HSG eine konzentrierte Leistung. Die Achse Lindskog/Cavor funktionierte sofort wieder, Magnus Fredriksen zog in der Mitte geschickt die Fäden und setzte seine Nebenleute, die Kreisläufer und auch Björnsen auf der rechten Seite mit sehenswerten Pässen in Szene. Ein Schrittfehler von Cavor und eine Zeitstrafe gegen Fredriksen nutzen die Gastgeber, um zwei Sekunden vor der Pause bis auf 13:17 heranzukommen. Wetzlar war seiner Favoritenrolle gerecht geworden, wenngleich eine höhere Führung zur Pause den Spielverlauf eher widergespiegelt hätte.

»Wir haben gewusst, dass wir in der ersten Halbzeit noch geduldiger in der Abwehr sein müssen und kompakter bleiben«, analysierte Coburgs Coach Alois Mraz nach dem Spiel bei Sky. »Wetzlar spielte sehr geduldig und da waren wir zum Schluss ein bisschen offensiver und offener, sodass Wetzlar die Tore über den Kreis gemacht hat und wir auch ein paar schnelle Tore haben.«

Im zweiten Durchgang merkte man den Gastgebern an, dass sie die Chance witterten, an diesem Abend etwas Zählbares mitzunehmen. Zudem profitierte Coburg gleich in der Anfangsphase von zwei Pfostentreffern der HSG und einer Zeitstrafe gegen Olle Forsell Schefvert. Coburgs Pouya Norouzinezhad nutzte die Chance zum 18:20 (37.).

Zwar gelang es den Wetzlarern durch einen Tanz auf dem Bierdeckel von Fredriksen, einem Kempa-Tor von Björnsen und zwei Mal Lenny Rubin zum 24:21 vorn zu bleiben, doch Trainer Wandschneider schien zu ahnen, dass seinem Team langsam die Felle wegschwammen. In einer Auszeit ordnete er das Spiel mit dem siebenten Feldspieler an und wollte selbst mit der 4:2-Abwehr Druck auf den gegnerischen Angriff ausüben. Doch beide Maßnahmen wollte nicht so recht greifen. Dazu kamen drei Paraden des Coburger Keepers Poltrum, die mit dafür sorgten, dass die Gastgeber in der 51. Minute durch Norouzinezhad zum 25:25-Ausgleich kamen.

Der Wetzlarer Angriff agierte mit sieben Feldspielern zu statisch und wirkungslos, die 4:2-Abwehr war schnell wieder passé. Pontus Zettermann sorgte drei Minuten später für die erste Führung des HSC und nun liefen die Grün-Weißen einem Rückstand hinterher. Björnsen sorgte in der vorletzten Minute mit seinem neunten Treffer wieder für die 30:29-Führung, die Dominik Kelm 20 Sekunden vor dem Ende mit dem 30:30 konterte. Der letzte Freiwurf von Rubin landete im Coburger Block und so hatten die Gastgeber Grund zu feiern.

HSC 2000 Coburg: Kulhanek, Poltrum; Norouzinezhad (3), Spross, Kelm (1), Nenadic, Billek (6/4), Mustafic, Zettermenn (6), Kurch, Zeman (3), Grozdanic (4/2), Schröder (6), Neuhold (1), Kassing.

HSG Wetzlar: Till Klimpke, Ivanisevic; Feld, Srsen, Henningsson, Björnsen (9), Weissgerber, Holst (6/5), Fredriksen (1), Forsell Schefvert (2), Gempp, Mellegard, Rubin (3), Lindskog (4), Cavor (5).

Im Stenogramm / SR: Heine/Standke (Wendeburg/Ronnenberg). - Zeitstrafen: 2:8 Minuten. - Siebenmeter: 7/6:6/5.

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