Lokalsport

HSG Wetzlar muss das Feuerwerk selbst entfachen

Die HSG Wetzlar erwartet am Dienstag den SC Magdeburg zum letzten Bundesliga-Heimspiel des Jahres und will ihre kleine Dezember-Serie fortsetzen.
22. Dezember 2020, 07:03 Uhr
Daniela Pieth
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In der Vorsaison freuten sich Filip Mirkulovski und Kristian Björnsen über einen 29:28-Heimsieg der HSG Wetzlar über den SC Magdeburg. FOTO: VOGLER

Heute Abend um 20.15 Uhr steigt die HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga gegen den SC Magdeburg das letzte Mal in diesem ungewöhnlichen Jahr in den heimischen Ring. Im Dezember sind die Mittelhessen in der eigenen Arena noch ungeschlagen und so hätte man bei den Grün-Weißen sicherlich nichts dagegen, wenn das auch im letzten Heimspiel 2020 gelänge. »Wir haben jetzt Weihnachtszeit, normalerweise wären bei so einem Spiel viereinhalbtausend Zuschauer in der Halle«, erklärt Trainer Kai Wandschneider ein wenig wehmütig. »Haben wir nicht, also müssen wir selbst das Feuer entfachen und sehen, dass wir unsere PS auf die Platte bringen, um überhaupt eine Chance gegen Magdeburg zu haben.«

Der Magdeburger Lauf: Mit dem SC Magdeburg gibt der Tabellensechste seine Visitenkarte an der Lahn ab, der mit vier Siegen in Folge im Gepäck die Reise nach Wetzlar antritt. Nach einem etwas holperigen Saisonstart mit Heimpleiten gegen den Bergischen HC, den TVB Stuttgart und die Rhein-Neckar Löwen sowie der bitteren Niederlage im Derby beim SC DHfK Leipzig hat sich die Mannschaft von Coach Bennet Wiegert gefangen. »Hoffentlich wird es ein perfekter Dezember«, ließ SCM-Torhüter Jannick Green auf der vereinseigenen Homepage verlauten. Vier Spiele - vier Siege lautet die Bilanz der Magdeburger in diesem Monat. So verwundert es kaum, dass Green lächelnd anfügt: »Manchmal läuft die Sache einfach. Alle bei uns sind ein Teil der Mannschaft, jeder, der reinkommt, hilft. So zeigen wir, dass wir richtig gut sind.«

Die Stamm-Sieben des SCM funktioniert: »Wir fühlen, dass wir in einem guten Rhythmus sind«, sagt Coach Bennet Wiegert. Das dürfte seine Hoffnung nähren, dass der SCM seine Bilanz in der Rittal-Arena aufpolieren kann. Acht Siegen in Mittelhessen stehen drei Unentschieden und elf Niederlagen entgegen. Damit der nächste Sieg gelingt, wird Wiegerts Anfangsformation von Anfang an für Alarm auf dem Spielfeld sorgen. Spielmacher Marko Bezjak hat in den letzten Partien, flankiert von Christian O’Sullivan und Omar Ingi Magnusson, ein wahres Feuerwerk abgebrannt. Am Kreis ist Zeljko Musa zurück und zeigt, dass er quasi unersetzlich ist, da er auch in der Abwehr zusammen mit Piotr Chrapkowski den Laden dichthält. Lukas Mertens links und Daniel Pettersson rechts auf den Außenpositionen komplettieren Wiegerts Stamm-Sieben. Dahinter sitzen noch so klangvolle Namen wie Michael Damgaard oder Gisli Thorgeir Kristjansson auf der Bank, die jederzeit für Spielbelebung und neue Aufgaben für die gegnerische Abwehr sorgen können. Keeper Green zeigte gegen die HSG Nordhorn-Lingen am vergangenen Wochenende 18 Paraden und unterstrich damit seine Position, auch wenn er nicht im Kader der dänischen Nationalmannschaft für die kommende Weltmeisterschaft steht. Magdeburg steht für ein schnelles Konterspiel, hat etliche technisch starke Spieler in seinen Reihen. »Es macht eigentlich Spaß, denen zuzuschauen«, schmunzelt Wandschneider. »Nur morgen Abend sollten wir nicht zugucken, sondern alles auf die Platte bringen.«

Wetzlarer Löcher: Im September 2019 schickten die Wetzlarer den SCM mit einer knappen Niederlage nach Hause. »Letzte Saison ist uns hier ein Sensationssieg gelungen, aber da war die Hütte voll«, schaut Wandschneider zurück. Dafür muss die Mannschaft allerdings 60 Minuten eine konstante Leistung auf die Platte bringen, um gegen die konterstarken Magdeburger nicht unterzugehen. In Lemgo, Göppingen und Leipzig beispielsweise hatte die HSG minutenlange Blackouts, die sie auf die Verliererstraße brachte. »Eine Erklärung dafür habe ich nicht, haben die Spieler auch nicht«, muss Wandschneider gestehen. »Jetzt müssen wir sehen, dass wir solche Löcher gegen Magdeburg nicht bekommen, das wird von denen eiskalt bestraft.«

Die personelle Lage: Auf der Verletztenliste der Gäste stehen nur noch Kreisläufer Magnus Gullerud (Rücken-OP) und Matthias Musche, der seit Mitte November mit einer schweren Knieverletzung für lange Zeit ausfällt. HSG-Trainer Kai Wandschneider hingegen kann am Dienstag personell aus dem Vollen schöpfen.

SG Flensburg/Handewitt - HC Erlangen, MT Melsungen - TVB Stuttgart, GWD Minden - SC DHfK Leipzig, HSC Coburg - Eulen Ludwigshafen (alle Dienstag, 18 Uhr), HSG Wetzlar - SC Magdeburg (Dienstag, 20.15 Uhr), THW Kiel - Rhein-Neckar Löwen, TSV Hannover-Burgdorf - TBV Lemgo Lippe, Füchse Berlin - Frisch Auf Göppingen, HSG Nordhorn-Lingen - HBW Balingen/Weilstetten (alle Mittwoch, 18 Uhr), Bergischer HC - Tusem Essen (Mittwoch, 20.15 Uhr).

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