25. Februar 2021, 09:00 Uhr

HSG Wetzlar

HSG Wetzlar erwartet den HC Erlangen

Die HSG Wetzlar eilt mit Sieben-Meilen-Stiefeln erneut dem vorzeitigen Klassenerhalt in der Handball-Bundesliga entgegen. Der nächste Schritt soll gegen HC Erlangen folgen.
25. Februar 2021, 09:00 Uhr
Neuzugang Emil Mellegard (links) und die HSG Wetzlar gewannen im vergangenen August den »Corona-Test« gegen den Bundesliga-Rivalen HC Erlangen vor noch 249 zugelassenen Zuschauern in der Rittal-Arena mit 24:22. Gegen Martin Ziemer (1) und Co. wären die Grün-Weißen heute Abend mit einem ähnlichen Spielausgang zufrieden. FOTO: VOGLER

HSG Wetzlar


Das zweite (Heim-)Spiel des Jahres steht für die HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga an. Zu Gast heute Abend ab 19 Uhr zum Nachholspiel des 17. Spieltages ist der HC Erlangen. Die Partie war aufgrund der Finalteilnahme des Schweden Anton Lindskog bei der WM in Ägypten verlegt worden. Der Wetzlarer Fokus ist trotz der zuletzt offiziell verkündeten Abschiede von Anton Lindskog, Tibor Ivanisevic und Kristian Björnsen zum Saisonende ganz auf die Partie gegen die Franken gerichtet.

Der Start ins neue Spieljahr: Erlangen feierte einen furiosen Start ins Jahr 2021. Vor knapp zwei Wochen wies die Mannschaft von Coach Michael Haaß die Füchse Berlin in eigener Halle mit 30:27 in die Schranken. Einige Tage später setzte es dann aber eine 26:27-Niederlage beim HSC Coburg.

Die Wetzlarer haben nach den beiden Absagen gegen HC Erlangen und bei der HSG Nordhorn-Lingen erst ihr zweites Spiel vor der Brust. Nach dem Erfolg gegen die TSV Hannover-Burgdorf machte sich Erleichterung im grün-weißen Lager breit. Mit 19:15 Punkten und einem Tor-Plus von 29 rangieren die Mittelhessen auf dem achten Tabellenplatz und haben sich damit bereits mit zehn Punkten von den Abstiegsrängen distanziert.

Die personelle Lage: Die Spieler von Wetzlars Trainer Kai Wandschneider sind alle gesund von der WM zurückgekehrt und weisen lediglich die üblichen Belastungssymptome eines solchen Turniers auf. Kreisläufer Lindskog hatte in der letzten Woche wegen Problemen in der Leistengegend eine Trainingseinheit verpasst, steht seit Montag aber wieder auf der Platte.

Der HCE wurde in dieser Saison arg vom Verletzungspech gebeutelt. Simon Jeppsson, Johannes Sellin und Nico Büdel fielen im Jahresendspurt 2020 aus, in der Folge erwischte es Nikolai Link, Steffen Fäth, Hampus Olsson und Max Jäger. Jeppsson, Büdel und Sellin waren rechtzeitig zum ersten Spiel des neuen Jahres wieder fit, Kapitän Link, Fäth und Olsson standen zum Frankenderby wieder im Kader. Haas rechnet damit, dass in Wetzlar alle zuvor angeschlagenen Spieler voll im Saft stehen.

Die Ausgangsbasis: Der 14. Platz wird den ambitionierten Erlangern momentan kaum schmecken und wird dem starken, in der Tiefe gut aufgestellten Kader nicht gerecht. Viel dazu beigetragen hat sicherlich die Verletzungsproblematik, die es verhinderte, konstant stabile Leistungen abzurufen. Mit Jeppsson und Neu-Nationalspieler Antonio Metzner hat der HCE zwei Shooter in seinen Reihen, die an einem guten Tag von zehn, elf Metern treffen können. Sie werden vom erfahrenen Nico Büdel in Szene gesetzt, der nach seiner Verletzung immer besser in Schwung kommt. Hinter Jeppsson lauern Link und Fäth auf ihre Chancen, auf der rechten Rückraumposition steht Sime Ivic bereit. Am Kreis wartet der HCE mit den Nationalspielern Sebastian Firnhaber und Petter Overby auf, die sich im Angriff abwechseln und hinten den Innenblock bilden. Mit Klemen Ferlin wartet dahinter einer der besten Torhüter der Liga, der mit Martin Ziemer einen ehemaligen Nationalkeeper an der Seite hat. Erlangen drückt aus der Abwehr nach Ballgewinn oder Gegentor auf die Tube und ist in der Lage, Sekunden später erfolgreich zu treffen. Hier muss die HSG ein gutes Rückzugsverhalten an den Tag legen. Ist Erlangen auf allen Positionen komplett, ist die Haaß-Truppe in der Lage, weiter oben anzugreifen.

Das sagen die Trainer: »Nach unserem schwachen Auftritt in Coburg geht es für uns um Wiedergutmachung«, erklärt Haaß auf der Homepage des HCE. »Natürlich wird das ein sehr schweres Spiel, denn die HSG zeigt regelmäßig, dass sie in der Lage ist, Top-Mannschaften zu Hause zur Verzweiflung zu bringen. Wetzlar ist eine sehr heimstarke Mannschaft und wir sind uns bewusst, dass wir hier ganz anders auftreten müssen als noch in Coburg. Man merkt der HSG an, dass sie in dieser Besetzung schon lange zusammenspielen. Ihren neuen Mittelmann haben sie ebenfalls schon gut integriert. Wetzlar ist eine sehr gute Mannschaft mit vielen Varianten. Es gibt vieles, auf das wir uns vorbereiten müssen, aber für uns geht es in erster Linie darum, in unser Spiel zu finden, unsere Einstellung zu finden und unseren Kampf auszupacken. Wir haben schon öfter gesehen, was wir dann im Stande sind zu leisten«, so Haaß.

»Erlangen ist eine Shooter-Mannschaft«, sagt Wandschneider. »Es hängt viel davon ab, ob Jeppson und Metzner treffen. Wenn dies der Fall ist, muss man sich etwas einfallen lassen. Das war gegen Berlin beeindruckend, wie sie einen Weltklasse-Torwart und eine starke Berliner Deckung haben alt aussehen lassen. Wir sind gewarnt und brauchen auf allen Positionen über 60 Minuten eine absolute Top-Leistung.«

Diese bringt seine Mannschaft vor allem in den Heimspielen, obwohl den Grün-Weißen die Fans sehr fehlen. »Wir wissen alle, dass das Publikum bei Mannschaften wie Wetzlar extrem wichtig ist. Es wurden vor der Saison Thesen aufgestellt, dass bestimmte Mannschaften etwas schlechter abschneiden werden, wenn da keine Zuschauer mehr sind. Und wenn es nur 800 sind, die uns zum Sieg gegen Kiel getragen haben. Danach haben wir nur noch gegen Melsungen verloren, dann aber außer dem Unentschieden gegen Magdeburg alle Heimspiele gewonnen. Das finde ich schon erstaunlich, das ist stark«, lobt Wandschneider seine Spieler.

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