26. Juni 2021, 07:00 Uhr

HSG Wetzlar

HSG Wetzlar: Der letzte Auftritt und das Ende einer Ära

Die HSG Wetzlar trifft am Sonntag im letzten Saisonspiel der Handball-Bundesliga auf den TSV GWD Minden. Im Fokus steht Trainer Kai Wandschneider, der sich nach neun Jahren verabschiedet.
26. Juni 2021, 07:00 Uhr
Torhüter Tibor Ivanisevic und die HSG Wetzlar wollen auch am Sonntag zum Saison-Abschluss gegen GWD Minden noch einmal so überzeugend auftreten wie Donnerstag beim starken 27:27 in Magdeburg. FOTO: IMAGO

HSG Wetzlar


Eine kräftezehrende Saison geht in der Handball-Bundesliga am Sonntag (15.30 Uhr/live bei Sky) zu Ende. Wenn die HSG Wetzlar in der Rittal Arena in Wetzlar im letzten Saisonspiel den TSV GWD Minden empfängt, geht es zwar auch darum, dass die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider versuchen wird, ihren Punkterekord von 41 Zählern aus der Saison 2016/2017 einzustellen, doch fast alles wird sich um Kai Wandschneider drehen. Für den gebürtigen Hamburger ist es das letzte Mal, dass er als Trainer auf der HSG-Bank Platz nehmen wird, nach insgesamt neun Jahren verabschiedet er sich aus Mittelhessen. Doch nicht nur er verlässt den Klub, auch Torhüter Tibor Ivanisevic, Kapitän Kristian Björnsen, Kreisläufer Anton Lindskog und Spielmacher Filip Mirkulovski sagen Adieu.

Die Ausgangslage: Die HSG Wetzlar kann den Kehraus entspannt angehen. Mit dem Abstieg hat man in dieser Saison nichts zu tun gehabt, daran änderten auch die zahlreichen Ausfälle von Stammkräften im zweiten Saisonteil nichts. So fehlten am Donnerstag beim mehr als überraschenden 27:27 beim Tabellendritten SC Magdeburg mit Stefan Cavor, Olle Forsell Schefvert, Alexander Feld und Maximilian Holst gleich vier Stammkräfte. Ohnehin haben die Mittelhessen in den letzten Wochen eine beachtliche Leistung angesichts der Ausfälle geboten. Dieses Quartett wird weiter fehlen. »Bei ihm geht gar nichts mehr«, sagte Kai Wandschneider am Freitag. »Gottseidank ist es das letzte Spiel dieser langen Saison«, ist auch der scheidende Trainer froh, dass am Sonntag Schluss ist. Dementsprechend charakterisiert Wandschneider auch den Abschluss dieser Mammutsaison. »Es macht keinen Sinn mehr, über Taktik oder Spielsysteme zu reden.«

Der Gegner: Der TSV GWD Minden hat am Donnerstag in einem hochdramatischen »Abstiegsendspiel« gegen Die Eulen Ludwigshafen den Liga-Erhalt gesichert. 24:24 stand es am Ende, Minden jubelte, Ludwigshafen trauerte. Dabei sah es lange Zeit gut für Ludwigshafen aus, die nach 40 Minuten mit 19:15 führten, in der 50. Minute beim 23:19 auch noch auf einem guten Weg schienen. Doch dann glich Minden aus, ehe der Gast beim 24:22 wieder die Nase vorn hatte. Schließlich war es Kevin Maageroe Gulliksen, der in der 57. Minute das 24:24 für Minden markierte. Zwei starke Paraden von Mindens Schlussmann Malte Semisch zogen den Gästen den Zahn, daran änderte auch eine Zwei-Minuten-Strafe für die Gastgeber Sekunden vor dem Ende nichts mehr. Ludwigshafen hatte den letzten Wurf, doch der Versuch von Hendrik Wagner wurde von Maximilian Janke geblockt - dann war Schluss.

Der Abschied: Kai Wandschneider und die Akteure Tibor Ivanisevic, Kristian Björnsen, Anton Lindskog und Filip Mirkulovski treten das letzte Mal für Wetzlar an, sie werden am Sonntag verabschiedet. »Unsere Saison ist ein einziger Triumph«, ist Wandschneider stolz auf das Erreichte mit seiner HSG Wetzlar, der ausführt: »Wir freuen uns alle auf eine Pause und einen schönen Abschied.« Am besten mit einem Sieg, zumal der Trainer »heilfroh ist«, dass der Abstiegskampf entschieden ist. Wandschneiders Abschied wird emotional werden, er hat eine Ära in Wetzlar geprägt. »Wehmut kommt im Nachhinein«, weiß der 61-Jährige, dass ein großes Kapitel seiner erfolgreichen Trainer-Laufbahn in Mittelhessen geschrieben wurde. Eines machte er am Freitag aber auch deutlich: »Ich brauche eine Pause, und ich werde nicht im Oktober oder November eine Mannschaft in der Bundesliga übernehmen, die im Abstiegskampf steckt. Das ist absolut ausgeschlossen!«

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