27. Juni 2021, 20:32 Uhr

HSG Wetzlar

HSG Wetzlar bezwingt auch GWD Minden

Die HSG Wetzlar beendet die Saison mit einem 28:25 (16:13) über GWD Minden. Am Ende der Ära Wandschneider stellt der Bundesligist mit 41 Zählern sogar noch den eigenen Punkterekord ein.
27. Juni 2021, 20:32 Uhr
Zum Abschied noch ein halbes Treffer-Dutzend steuerte Kristian Björnsen (7) zum Wetzlarer 28:25 gegen GWD Minden und Torhüter Malte Semisch noch einmal bei. FOTO: VOGLER

HSG Wetzlar


Großer Bahnhof vor über 700 Zuschauern am Ende der Corona-Saison noch einmal für die HSG Wetzlar. Beim 28:25 (16:13)-Heimerfolg über GWD Minden stehen neben der Einstellung des Bundesliga-Punkterekords von 41 Zählern vor allem die emotions- und tränengeladenen Abschiede von Trainer Kai Wandschneider sowie Anton Lindskog, Kristian Björnsen und Tibor Ivanisevic im Mittelpunkt.

Der Abschiedskür war eine sportliche Pflicht vorangegangen, bei der Trainer Kai Wandschneider auf den verletzten Maximilian Holst verzichten musste und ab der zehnten Minute auch den angeschlagenen Anton Lindskog nicht mehr aufbieten konnte. Am Ende aber standen dennoch zwei Punkte und - wie Wandschneider bekräftigte - »noch einmal eine unglaubliche Energieleistung dieser Mannschaft«.

Das erste Schmankerl nach verhaltenem Beginn streuten Magnus Fredriksen und Kristian Björnsen mit einem formvollendeten Kempa des Norwegers zum 4:4 (8:) ein.

Das war in der zerfahrenen Auftaktviertelstunde aber auch das einzige Mal, dass man bei Wetzlarer Aktionen mit der Zunge schnalzen durfte. Lenny Rubin, der vor der Partie seinen Vertrag um weitere zwei Jahre bis 30. Juni 2024 verlängerte (»Mein Ziel ist es, dass ich auf Dauer ein echter Leistungsträger bei der HSG Wetzlar bin.«), wollte zuviel auf einmal, leistete sich den einen Fehlwurf und -pass zuviel, weshalb Trainer Kai Wandschneider beim 5:7 (15.) notgedrungen zur Auszeit greifen musste.

Ruckzuck waren die Problemstellen beseitigt. Lars Weissgerber rückte auf Rechtsaußen, Kristian Björnsen auf Halbrechts, Patrick Gempp an den Kreis und Philip Henningsson auf Halblinks - und fünf Minuten später führten die nun in Angriff und Abwehr wesentlich aufmerksameren Grün-Weißen nach dem bereits vierten Treffer vom »Halbrechten« Kristian Björnsen mit 10:8 (!).

Kai Wandschneider hatte an den richtigen Stellschrauben gedreht. Beim 13:9 durch einen Mellegard-Gegenstoß (24.) hatten die Grün-Weißen die Partie wieder im Griff, das Essen-Stenario vor 731 zahlenden Zuschauern, die einen würdigen Saisonabschluss begehen wollten, abgewendet. Der »Dreifach-Kempa« von Magnus Fredriksen, Kristian Björnsen und dem vollstreckenden Philipp Henningsson zum 15:11 (28.) war bis zur 16:13-Pausenführung einer der weiteren Höhepunkte der ersten Hälfte.

Konzentration und Fokus hatten die Wetzlarer aber (wie zu Beginn) in der Kabine gelassen. Mindens Juri Knorr durfte die Fäden ziehen, Christopher Rambo mit viel Freiraum aus dem Rückraum abziehen - und schon stand es 17:17 (37.). Kai Wandschneider nahm den überdrehenden Lenny Rubin konsequenterweise erneut vom Feld, so dass es über das gute 22:20-Zusammenspiel von Filip Mirkulovski und Ivan Srsen (42.) nicht endgültig in die andere Richtung ging.

Durchatmen war allerdings auch nach dem Gegenstoß. 24:20 (45.) von Emil Mellegard nicht angesagt. Vier Tage nach dem vollbrachten Klassenerhalt legten sich auch die Ostwestfalen noch einmal mächtig ins Zeug, sodass für den GWD-Fohlenstall Schlurhoff, Thiele und Richtzenhain beim 23:25 (50.) noch alle drin war.

Dann aber schlug die Stunde der Backups. Ivan Srsen mit dem 26:23 (52.) und Philip Henningsson mit dem 27:25 (56.) tüteten die Punkte ein, Emil Mellegard setzt mit einer großartige abgeschlossenen Dreier-Kombination mit Fredriksen und Henningsson den 28:25-Schlusspunkt.

Auf dem Parkett. Denn anschließend folgte eine Abschiedszeremonie, die alle Anwesenden nach so vielen Erfolgen und Jahren in eine Stimmung zwischen Party und Wehmut versetzte und schwanken ließ. Als der Hallen-DJ die Kölner Kultband »Brings« für Wandschneider »he is noch lang nit Schluss« aus »Superjeilezick« durch die Arena schallen ließ, wurden die Stimmen aller Beteiligten für Minuten spürbar schwerer. Für Mannschaft und Trainer begann da der letzte Akt der Saison - »hück Naach weiß ich nit wo dat ende soll«.

HSG Wetzlar: Till Klimpke, Suljakovic (n.e.), Ivanisevic; Srsen (3), Henningsson (2), Björnsen (6), Ole Klimpke, Mirkulovski (2), Lars Weissgerber (5/3), Fredriksen (3), Gempp (1), Mellegard (5), Rubin (1), Lindskog.

GWD Minden: Lichtlein, Semisch; Meister, Brand, Ritterbach (2), Richtzenhain, Zeitz, Rambo (6), Korte, Thiele (2), Janke, Schluroff (1), Strakeljahn (1), Knorr (8/2), Staar (2), Gulliksen (3).

Im Stenogramm / Schiedsrichter: Baumgart/Wild. - Zuschauer. 731. - Zeitstrafen: Weissgerber (50., Wetzlar); Thiele, Richtezahn (2, beide Minden).

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