08. Dezember 2020, 07:00 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers vor Auswärtstortur

Dienstag Braunschweig, Donnerstag Hamburg und am Sonntag in München. Die Gießen 46ers stehen vor einer strapaziösen Auswärtswoche in der Basketball-Bundesliga. Die Terminhatz hört aber dann noch nicht auf - bis Ende Dezember folgen weitere fünf BBL-Partien.
08. Dezember 2020, 07:00 Uhr
Die Gießen 46ers um (v. l.) Isaac Hamilton, Johannes Richter, Alen Pjanic, Liam O‘Reilly und Bjarne Kraushaar sind bereit für die drei anstehenden Basketball-Bundesliga-Auswärtspartien in Braunschweig, Hamburg und München. FOTO: FRIEDRICH

Gießen 46ers


Der Auftritt der Gießen 46ers am Sonntagabend gegen Bamberg in der zweiten Halbzeit hat Mut für die kommenden Begegnungen in der BBL gemacht. Nach dem 42:58 in Hälfte eins kam das Team von Trainer Ingo Freyer 40 Sekunden vor dem Ende noch auf 96:102 heran. Für den Sieg reichte es aber nicht mehr (99:106). Der soll heute Abend (20.30 Uhr) bei den Löwen Braunschweig her, wenngleich das alles andere als leicht wird.

Die Lage: Zwei Spiele, zwei Niederlagen - und in beiden Partien fingen sich die Gießener 106 Punkte. Wenn das so anhält und sich das Defenseverhalten nicht bessert, wird es schwer werden, den ersten Sieg einzufahren. »Die Baustelle ist ganz klar die Verteidigung«, analysiert 46ers-Sportdirektor Michael Koch. Er weiß aber auch, dass es für seine 46ers in erster Linie um den Klassenerhalt geht. Nach der langen Corona-Pause kamen die 46ers gegen die Bamberger erst in den zweiten 20 Minuten in ihren Rhythmus. Zuvor waren es vor allem die Dreier, die nicht fallen wollten - bei 17 Versuchen fanden nur zwei ihr Ziel. Verbesserungswürdig war zudem die Abwehr gegen Pick-and-Roll. Körperlicher und intensiver müssen die Gießener beim Defensivrebound arbeiten. Dies war gegen die Bamberger ebenfalls ein Manko, dadurch fischten sich die Oberfranken zu viele Offensivrebounds und erhielten somit zweite Wurfchancen. »Das müssen wir dringend verbessern«, fordert Freyer. Zufrieden dagegen war er mit der Leistung über weite Strecken in der zweiten Hälfte. »Am Ende fehlten uns fünf, sechs entscheidende Rebounds und zwei oder drei Dreier - und schon ist das Spiel ausgeglichen. Ansonsten sind wir, wie ich finde, auf einem guten Weg. Viele Schüsse, schnelle Abschlüsse, weniger Turnover und mehr Steals - da laufen viele Sachen schon sehr gut«, konstatiert der 49-jährige 46ers-Trainer, der Zuversicht versprüht.

Der Gegner: Während die Gießen 46ers mit dem 99:106 gegen Bamberg saisonübergreifend die neunte Niederlage in Folge kassierten - BBL-Pokal integriert -, weist der Dienstag-Gastgeber aus Braunschweig aktuell den Verlängerungssieg in Würzburg auf. Dabei führte James Robinson auf der Eins glänzend Regie, zudem punkteten mit Lukas Meisner, Karim Jallow, Robinson und Gavin Schilling gleich vier Akteure zweistellig - alle 14 Zähler. Zuvor gewannen die Niedersachsen das Duell gegen Vechta mit 96:78, sodass ihre Bilanz nach vier Partien ausgeglichen ist. Coach Pete Strobl lässt gerne einen ähnlichen Basketball wie Freyer spielen: schnell und mit frühen Abschlüssen. In der Defensive gehen sie energisch und körperbetont zur Sache. Offensiv sind die Löwen sehr flexibel aufgestellt. Sie haben zum Beispiel mit Lukas Meisner einen großen Spieler, der nicht nur den Korb attackieren kann, sondern auch gut von draußen trifft. Viel Verantwortung übernimmt Jallow. Der 23-jährige Nationalspieler ist ein extrem athletischer Flügelspieler, der Kapitän der Mannschaft und der Leader. Ihre Leistungen gebracht haben zudem Kostja Mushidi (11,7 PpS) und Meisner (11,8 PpS) sowie Gavin Schillling (10,0 PpS).

Das Besondere: »Wir haben in den nächsten Wochen einen Euroleague-Spielplan, aber keinen Euroleague-Kader. Wir haben einen Kader, der sich auf ein Spiel in der Woche vorbereiten kann - so haben wir geplant«, erklärt Koch die Probleme mit dem eng getakten Spielplan der nächsten Wochen. Die aktuelle Zeit für die 46ers ist schon außergewöhnlich, da sie aufgrund der Pflichtspielrückstände in kurzer Zeit aufarbeiten müssen. Dienstag, Donnerstag, Sonntag, Dienstag, Freitag - fünf Spiele in elf Tagen. Da kommen die Brandon Thomas und Co. sicherlich in einen Spielrhythmus hinein. Ein bisschen wie in der NBA - nur, dass sie nicht fliegen, sondern fahren. Bereits gestern ging es in Richtung Braunschweig, am Mittwoch von dort aus gleich nach Hamburg. Freitag ist Zwischenstation in Gießen, ehe sich die Freyer-Truppe gen Süden begeben wird, um bei den Bayern zu spielen. Und dann kommen am nächsten Dienstag mit dem Mitteldeutschen BC und am Freitag in einer Woche mit dem Aufsteiger Chemnitz zwei Gegner, die im Kampf um den Ligaerhalt geschlagen werden müssen.

Personelles: Freyer hat alle Mann an Bord. Da nur sechs Importspieler mitwirken dürfen, wird sicherlich erneut Guard Andrew Rowsey aussetzen müssen.

Das sagt der Trainer: »Die Braunschweiger haben mit Karim Jallow, Bazoumana Kone, Martin Peterka Spieler, die extrem darauf bedacht sind, zum Korb zu ziehen. Aber sie haben auch Schützen wie Bryon Allen, der imstande ist, mal 20 bis 30 Punkte zu machen. Man merkt im Hintergrund die Handschrift von Dennis Schröder, der vielen deutschen Spielern die Verantwortung gibt. Die Braunschweiger sind in ihrer Spielweise sehr aggressiv. Da musst du dagegenhalten können - gerade im Mann-gegen Mann.«

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