18. Januar 2021, 07:00 Uhr

Basketball

Gießen 46ers patzen in Vechta

Die Gießen 46ers unterliegen im wichtigen Kellerduell der Bundesliga bei Rasta Vechta mit 84:97. John Bryant ist (noch) kein Faktor im Spiel der Scholz-Truppe. Chad Brown deutet sein Potenzial an.
18. Januar 2021, 07:00 Uhr
Die beiden Topscorer im Duell. Jean Salumu (l.) führt Rasta Vechta gegen Gießen zum zweiten Sieg in Folge. 46ers-Forward Brandon Thomas ist hier nah am Offensivfoul. FOTO: IMAGO

Mit gemischten Gefühlen dürften die Gießen 46ers die Heimreise aus Niedersachsen angetreten haben. In Sachen Ergebnis hatte sich die Mannschaft von Trainer Rolf Scholz am Samstagabend bei Rasta Vechta weit mehr erhofft als eine 84:97-Niederlage, die den Traditionsverein von der Lahn wieder an das Tabellenende beförderte. Mut machte derweil der Auftritt von Chad Brown. Der Neuzugang deutete mit zwei krachenden Alley-oops und zwei gewaltigen Blocks an, dass er offensiv wie defensiv eine Verstärkung für die Gießener sein kann. Dennoch merkte man ihm und dem ebenfalls frisch verpflichteten John Bryant an, dass noch nicht jedes Rädchen ins andere greift. »Bei beiden hat man gemerkt, dass sie noch nicht vollends integriert sind. Aber das ist beim ersten bzw. zweiten Spiel völlig normal«, relativierte Scholz.

Nur im ersten Viertel lag Gießen immer mal wieder knapp vorne und hielt die Partie beim 5:2 (2.), 12:11 (7.) und 19:18 (10.) auf jeden Fall ausgeglichen. Im zweiten Abschnitt wurden die Gastgeber dann stärker und zogen - angetrieben von Topscorer Jean Salumu - bis auf 41:30 (17.) davon. 46ers-Spielmacher Jonathan Stark mit zwei Treffern jenseits der 6,75-Meter-Linie sowie Brown mit seinem Coast-to-coast-Dunking hatten dann großen Anteil am Gießener Ausgleich (41:41/20.). In die Pause ging es mit einer 43:41-Führung für Rasta.

Direkt nach Wiederbeginn verschliefen die 46ers die Anfangsphase völlig und lagen nach nur zwei gespielten Minuten erneut mit zehn Zählern zurück (41:51/22.). Stark hielt sein Team - vor allem mit Distanzwürfen - zwar irgendwie im Spiel, aber andere Unaufmerksamkeiten ebneten den Hausherren den Weg. So leistete sich Alen Pjanic ein unsportliches Foul gegen Salumu und verlor wenig später leichtsinnig den Ball an Jordan Barnett, der es per Dunking krachen ließ. Zum Viertelende lag Vechta 69:55 vorne. Der Ex-Gießener Barnett legte zu Beginn des Schlussabschnitts per Dreier nach. So war beim 72:55 (31.) die höchste Rasta-Führung aktenkundig.

Einen gebrauchten Tag erwischte bei den 46ers Scottie James Jr., der in Berlin noch mit einem Double Double überzeugt hatte. Am Samstag kam der Gießener Powerforward nur auf zwei magere Punkte.

Kein Faktor war unterdessen auch Neuzugang John Bryant, der insgesamt 14:31 Minuten auf dem Parkett stand. Sein Arbeitsnachweis: Zwei Zähler, vier Rebounds und immerhin zwei Assists, bei denen der Deutsch-Amerikaner jeweils Topscorer Brandon Thomas bediente. Ansonsten blieb bei Bryant viel Luft nach oben. In vielen Aktionen zeigte sich der 33-Jährige unbeweglich und auch gedanklich langsam. Seine Fitness dürfte in den kommenden Wochen ein Thema bei den Lahnstädtern sein.

Näher als auf 76:83 (36.) kamen die Gäste im vierten Quarter nicht mehr heran. Immer hatten die Norddeutschen eine passende Antwort parat und brachten das Spiel am Ende locker nach Hause. »Vechta hat mit mehr Intensität gespielt als wir. Natürlich wollten wir auch liefern, aber es ist halt immer eine Frage der Umsetzung«, konstatierte Scholz, der seinem Team keine größeren Vorwürfe machen wollte: »Ich denke, man sollte die Anspruchshaltung aus Gießener Sicht auch mal relativieren«, machte der Cheftrainer klar. Dass man im Umfeld gerade aber gegen die Teams wie Vechta, Bonn oder Göttingen etwas erwartet, dürfte kein übertriebener Anspruch sein.

Weiter auf der Suche nach Guard

Nicht aus der Reserve locken ließ sich Scholz in Sachen Personal. Zu einer möglichen Verpflichtung von Cameron Wells, der von 2014 bis 2017 schon einmal in Gießen unter Vertrag stand, sagte der Coach: »Da gibt es nichts Neues. Aber man hat auch in Vechta wieder gesehen, dass uns ein weiterer Pointguard gut zu Gesicht stehen würde. Leider ist es kein Wunschkonzert. Wir kaufen momentan nicht im obersten Regal ein.«

Rasta Vechta: Salumu (26/2 Dreier), Barnett (16/3), Young (13/3), Christen (11/2), Clifford (10), Hasbargen (9/1), Hunt (5), Peno (4), Hundt (2), Rohwer (1).

Gießen 46ers: Thomas (19/1 Dreier), Stark (15/3), Zylka (12/3), Brown (10), Bowman (7), Kraushaar (7), Hamilton (5/1), Pjanic (5), James Jr. (2), Bryant (2).

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