28. Januar 2021, 22:16 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers ohne Hoffnungsträger Garrett zu den Riesen

Tabellenletzter beim Ligakrösus. Unterschiedlicher kann die Ausgangslage nicht sein. Die um den Klassenerhalt kämpfenden Gießen 46ers treten bei den Riesen in Ludwigsburg an - noch ohne Hoffnungsträger Diante Garrett.
28. Januar 2021, 22:16 Uhr
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Von Wolfgang Gärtner
Neuerdings ein Riese - der Ex-Gießener Yorman Polas Bartolo räumt nun für Ludwigsburg unter den Körben auf. Auf ihn sollten die 46ers am Samstag besonders aufpassen. FOTO: IMAGO

Die Gießen 46ers brauchen dringend Siege, um aus dem Tabellenkeller der Basketball-Bundesliga zu kommen und um nicht den Anschluss zu den Nichtabstiegsplätzen zu verlieren. Ob ausgerechnet am Samstag um 20.30 Uhr (live auf MagentaSport) bei den schier übermächtig scheinenden Ludwigsburgern ein Erfolg herausspringt, ist stark zu bezweifeln. Die »Riesen« thronen mit 13 Siegen und einer Niederlage auf Rang eins der BBL: Aber im Sport ist alles möglich. Und Gießens Trainer Rolf Scholz ist zuversichtlich, dass sich seine Mannschaft teuer verkaufen wird.

Lage: Für die Gießen 46ers geht es um das nackte Überleben in der BBL. Nur zwei Siege aus 14 Partien haben sie vorzuweisen. Die Konsequenz daraus: Tabellenletzter im 18er-Feld. Doch noch sind 20 Begegnungen zu absolvieren, der Abstand ans rettende Ufer - sprich Rang 16 - beträgt momentan nur zwei Punkte. Vor allem der letzte Auftritt der 46ers gegen die starken Baskets aus Oldenburg macht Mut für die schweren anstehenden Aufgaben. Gegen das Topteam aus Niedersachsen zeigte die Mannschaft aus der Unistadt drei ansprechende Viertel, nur beim verflixten dritten klappte so gut wie gar nichts. Das muss sich in Ludwigsburg am Samstag ändern.

Hoffnungsträger: Neuzugang Diante Garrett soll die 46ers aus dem sportlichen Dilemma holen. Alleine wird das der 32-Jährige nicht schaffen. Möglicherweise kann der NBA-erfahrene amerikanische Guard aber dem schwächelnden Spielaufbau die nötige Stabilität geben und die Big Men Chad Brown, Scottie James jr. und »Big« John Bryant im Pick-and-Roll in Szene setzen. Der 1,93 m große Playmaker ist seit Montagabend in Gießen. In Patras, bei einem ambitionierten Eurocup-Team, war Garrett mit seiner Einsatzzeit nicht mehr zufrieden. Er muss bis Sonntag in die übliche Quarantäne. Wenn er dann den Corona- und den medizinischen Test besteht, kann er am Montag ins Teamtraining eingreifen. »Für uns war bei der Verpflichtung wichtig, dass er uns sofort weiterhelfen kann«, erklärt Scholz die Verpflichtung. Das Playbook der Gießen 46ers hält der neue Guard schon in den Händen, damit er so schnell wie möglich in die Spielsysteme eingeweiht ist. Übrigens: Garrett spielte bekanntlich in der NBA für die Phoenix Suns. In der Zeit, als der ehemalige geniale Gießener Aufbauspieler Lance Blanks (Saison 1994/95) bei den Wüstenstädtern General Manager war.

Importspieler: Liam O’Reilly ist nach Informationen dieser Zeitung nicht mehr auf der Gehaltsliste der Gießen 46ers. Der Vertrag mit dem US-Guard wurde aufgelöst, sodass Trainer Scholz dann nur noch sieben Importspieler zur Verfügung stehen. Das bedeutet, dass am Samstag keiner der amerikanischen Spieler aussetzen muss, aber spätestens dann, wenn Garrett für die 46ers auflaufen wird. Ob man sich in den nächsten Wochen von einem weiteren US-Akteur trennen wird, bleibt fraglich. Einerseits erhöht sich der Konkurrenzkampf, nur wer im Training und Spiel Leistung bringt, steht im Kader. Andererseits hätte man bei Verletzungsproblemen immer einen Import-spieler in der Hinterhand. Das alles unter dem Vorbehalt, dass sich die Gießen 46ers sieben »Ausländer« finanziell leisten können.

Gegner: Die Riesen aus Ludwigsburg reiten auf einer Erfolgswelle. Seit elf Spielen sind sie ungeschlagen, die einzige Niederlage brachten die Bayern dem Team von Trainer John Patrick bei. Ludwigsburg ist bekannt für seine knüppelharte Defense, zudem haben sie offensiv eine Menge Qualität. Topscorer - und MVP-Kandidat - ist Pointguard Jaleen Smith, der durchschnittlich 16,7 Punkte pro Spiel auflegt. Ihm zur Seite stehen die Scharfschützen Barry Brown Jr. (15,2 PpS, Punkte pro Spiel) und Dreier-Spezialist Jordan Hulls (13,7 PpS). Eine wichtige Rolle spielt zudem der Ex-Gießener Yorman Polas Bartolo: Der Powerforward ist für seine kompromisslose Abwehrarbeit bekannt. Als Center startet zudem noch Jonas Wohlfarth-Bottermann.

Personelles: Ferdinand Zylka und Brandon Bowman setzten zeitweise im Training aus. Scholz rechnet aber mit ihnen am Samstag.

Das sagt Trainer Scholz: Wir müssen gut auf den Ball aufpassen, dürfen uns durch ihren Druck am Ball und im ersten Passweg nicht aus dem Rhythmus bringen lassen. Wir müssen - ähnlich wie gegen Oldenburg - unsere Stärken am Brett ausspielen und hoffen, dass wir den einen oder anderen von außen besser treffen als zuletzt und so das Spiel lange offenhalten können.



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