08. Dezember 2020, 23:16 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers kurz vor dem ersten Sieg

Die Gießen 46ers liefern in Braunschweig ein BBL-Spiel auf Augenhöhe. Erst kurz vor Schluss muss sich das Team von Cheftrainer Ingo Freyer mit 85:93 geschlagen geben. Dabei legt Gießens Powerforward Scottie James JR ein Double-Double auf.
08. Dezember 2020, 23:16 Uhr
Einsatz pur bei der umkämpften 85:93-Niederlage der Gießen 46ers in Braunschweig: Scottie James Jr. (2. v. l.) im Reboundfight mit dem anfliegenden Löwen-Kapitän Karim Jallow. FOTO: IMAGO

Gießen 46ers


Im Vorfeld der Begegnung in Braunschweig hatte Gießens Coach Ingo Freyer konstatiert, dass er sein Team auf einem sehr guten Weg sehe. Und er sollte damit Recht behalten, obwohl es bei den Löwen beim 85:93 nicht ganz reichen sollte und die 46ers somit die dritte Niederlage im dritten BBL-Spiel kassierten.

Markige Worte gab es schon kurz vor dem Spiel von Freyer: »Wir wollen den ersten Sieg holen.« Dafür sollte sein Team vor allem Emotionen zeigen, aggressiv beginnen und sich in der Abwehr lautstark abstimmen. Der Appell des Trainers blieb vorerst ungehört. Viel zu zaghaft gingen Jonathan Stark, Alen Pjanic, Liam O’Reilly, Brandon Thomas und Johannes Richter zu Werke. Nach fünf Minuten führten die Löwen mit 10:2 und profitierten besonders von den vergebenen oder geblockten Würfen der Gießener. Freyer hatte die Nase voll und orderte eine Auszeit, die Früchte trug.

Zudem tat die Einwechslung des vor Tatendrang sprühenden Powerforwards Scottie James JR ihr Übriges (insgesamt 21 Punkte und 12 Rebounds). Gießen wurde von Minute zu Minute stärker. Der Dreier von James bedeutete das 14:19, und nur wenige Sekunden später stellte Aufbauspieler Bjarne Kraushaar auf das 18:19 zum Viertelende aus Sicht der 46ers.

Die Gäste aus Hessen fanden auch in den zweiten zehn Minuten erst spät ihren Angriffsrhythmus. Ein Highlight dieses Durchganges lieferte James JR, als sich der 2,03-Meter-Mann hinten den Rebound griff, ein nicht gerade filigranes Coast-to-Coast-Dribbling startete und beim Korbleger gefoult wurde. Seine beiden verwandelten Freiwürfe bedeuteten die ersten Punkte in Viertel zwei für die 46ers (20:24).

Danach lief es im Angriff der Freyer-Truppe viel besser, die in der Defensive aber das eine oder andere mal zu viele Offensiv-Rebounds der Braunschweiger zuließ. Gießens Eigengewächs Alen Pjanic übernahm nun Verantwortung in der Offensive. Bis zu seinem dritten Foul, das ihn auf der Bank Platz nehmen ließ, hatte der athletische Flügelspieler fast zwölf Punkte am Stück gesammelt. Diesen Lauf stoppte Löwen-Coach Pete Strobl beim 35:35 (18.) mit einer Auszeit. Am Ende des zweiten Quarters trumpfte dann Jonathan Stark auf, der auf 37:42 stellte, ehe Liam O’Reilly mit einem Buzzer-Beater den 42:44-Halbzeitstand markierte. Markant, dass die Gießen 46ers kurz vor der zweiten Hälfte bereits neun Ballverluste produzierten, Braunschweig dagegen nur zwei.

James JR spielte weiter groß auf und hatte vor allem Gefallen daran gefunden, den Ball mit aller Wucht von ganz weit oben durch die Reuse zu stopfen. Da nun auch Isaac Hamilton Lust am Punkten bekam - am liebsten jenseits von der 6,75-Meter-Linie - lagen die Gießener beim 60:59 (28.) zum ersten Mal in Front. Es passte in den korbreichen Abschnitt, dass Stark mit der Schlusssirene des dritten Viertel per Dreier zur 66:65-Führung traf.

Im finalen Durchgang ging es dann Schlag auf Schlag. Entscheidend war letztlich, dass Löwen-Routinier Bryon Allen übernahm: Erst erzielte er ein Vier-Punktspiel und dann den vorentscheidenden Dreier zum 85:78. »Zum Schluss waren es Kleinigkeiten, die den Sieg ausgemacht haben«, analysierte 46ers-Center Johannes Richter hinterher.

Die 46ers müssen die Niederlage abhaken - und schnell den Fokus auf Hamburg richten. Nach einer Nacht in Braunschweig geht es am Mittwochmorgen in Richtung der ungeschlagenen Towers, die bereits am Donnerstag der Gegner der 46ers sein werden. Am Sonntag wartet zudem in München der Titelfavorit auf die Lahnstädter. Sie stehen dann in der nächsten Woche in der heimischen Osthalle vor den Spielen der Wahrheit - am Dienstag gegen den Mitteldeutschen BC und am Freitag gegen den Aufsteiger aus Chemnitz. Spätestens da müssen im Kampf um den Klassenerhalt endlich Siege her.

Braunschweig: Wank (5), Bazoumana (7), Zeeb, van Sloten (7), Allen (18), Meisner (5), Robinson (12), Peterka (4), Schilling (16), Jallow (19)

Gießen: Stark (10), O’Reilly (12), Pjanic (12), Hamilton (19), Richter (5), Thomas (4), James JR (21), Kraushaar (2), Bowman, Zylka.

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