12. April 2021, 07:00 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers: Klare Worte von Trainer Rolf Scholz

Die Gießen 46ers haben im Kampf um den Klassenerhalt in Ulm einen herben Rückschlag erlitten. Trainer Rolf Scholz findet bei der Analyse deutliche Worte.
12. April 2021, 07:00 Uhr
Extreme Schräglage und voller Körpereinsatz bei Patrick Heckmann, der mit seinen Ulmer »Spatzen« den Gießen 46ers (Nr. 22 Chad Brown, rechts Scottie James Jr.) eine 79:109-Niederlage beibringt. FOTO: IMAGO

Gießen 46ers


Die Gießen 46ers beendeten bei den Ulmer »Spatzen« ihre Serie von zwei Siegen am Stück. Beim 79:109 (44:53) waren die stark abstiegsbedrohten Gäste aus Mittelhessen chancenlos. Da am Freitagabend der Mitteldeutsche BC überraschend in Crailsheim gewann, ist die Ausgangslage für die Gießener unverändert: Sie müssen in den noch für sie ausstehenden sechs Partien am Ende der Hauptrunde einen Sieg mehr als der MBC aufweisen. Die Weißenfelser haben bei einem Spiel mehr vier Punkte Vorsprung vor den 46ers und den direkten Vergleich gewonnen. Zudem schloss Rasta Vechta nach dem Sieg gegen Chemnitz auf die 46ers auf zwei Punkte auf.

»Es war ein klarer Tempounterschied zu erkennen - von der ersten bis zur letzten Minute. Das Tempo konnten wir zu keinem Zeitpunkt matchen. Wir haben in keinem Moment an die Leistung der beiden letzten Spiele anknüpfen können und sind gar nicht ins Spiel gekommen. Wir haben keine Intensität gefunden und uns defensiv extrem schwer getan. Im Angriff sind wir mit zunehmender Spieldauer immer mehr in Einzelaktionen verfallen«, konstatierte 46ers-Trainer Scholz. Doch sein Blick ist weiter positiv nach vorne gerichtet. »Wir dürfen uns davon nicht von unserem Weg abbringen lassen. Wir müssen weiter an uns glauben.«

Andreas Obst, der Ex-Gießener im Team der Ulmer und mit 19 Punkten Topscorer der Partie, lieferte einen weiteren Grund für das Gießener Debakel: »Wir haben von Anfang an aggressiv gespielt und das bis zum Schluss durchgehalten.« Man muss außerdem anerkennen, dass die Ulmer einen Sahnetag erwischt hatten. Dementsprechend gut gelaunt war Coach Jaka Lakovic: »Das war eine insgesamt starke Leistung von meinem Team. Wir haben vom ersten Moment an das richtige Mindset gezeigt und Gießen keine Möglichkeit gegeben, an einen Sieg zu denken.«

Viertel eins war für die Gäste aus der Lahnstadt eines zum Vergessen. Im Angriff fanden sie überhaupt gar keinen Rhythmus, trauten sich so gut wie gar nichts zu. Von dem gewonnenen Selbstvertrauen aus den letzten beiden Siegen war nichts zu sehen. In der Defensive lief noch weniger zusammen. Sie befanden sich im Tiefschlaf - oder mit den Gedanken noch im Bus. Die Gießener waren erst am Spieltag angereist. Ob das die richtige Vorbereitung für die wichtige Partie war?

Die Konsequenz: Die mit mehr Tempo und Intensität agierenden Ulmer führten nach den ersten zehn Minuten bereits mit sage und schreibe 31:18. Da half auch die zwischenzeitlich von Trainer Scholz genommene Weckruf-Auszeit beim 2:8 in der dritten Minute nichts. Alen Pjanic setzte zu Beginn des zweiten Viertels gleich Akzente. Seine fünf Punkte in Folge bedeuteten das 23:31. Diante Garrett legte zum 25:31 nach (13.). Aber die 46ers verteidigten die Dreierlinie nicht, sodass die Ulmer Schützen wie Obst oder Troy Caupain schalten und walten konnten. Die Hausherren lagen somit in der 15. Minute mit 42:25 in Führung.

Scholz war erneut gezwungen, per Time-Out den Lauf der Gastgeber zu stoppen. Die Lahnstädter erzeugten aber viel zu wenig Druck auf die Ballführenden, sie konnten den Spielfluss der Ulmer in keinster Weise unterbinden, die mit wenig Aufwand zu einfachen Punkten kamen. Die 46ers waren gegen die variabel auftrumpfenden Gastgeber defensiv überfordert. Im Angriff hielten sie aber einigermaßen mit. Und Bjarne Kraushaar traf per Dreier zum 44:53 aus Sicht der Gießener. Ihr Big man John Bryant erzielte im dritten Quarter die ersten Punkte, doch ein unsportliches Foul von Ferdinand Zylka an Obst - was mehr als fragwürdig war - ließ die Ulmer auf 58:46 davonziehen. Letztlich legten sie bereits mit dem 81:58 im dritten Durchgang den Grundstein für den verdienten Sieg.

Für die Gießen 46ers geht es bereits am Dienstag weiter: Um 20.30 Uhr kommt Alba Berlin in die Osthalle. Dann folgen aufgrund des BBL-Pokal-Endturniers mehrere spielfreie Tage, ehe am 24. April der Spitzenreiter aus Ludwigsburg in Gießen vorstellig wird.

Ulm: Conger (2), Clark (13), Petrucelli (5), Stoll (3), Wilkins (5), Obst (19), Osetkowski (16, 9 Rebounds), Klepeisz (6), Caupain (13), Milicic (11), Diallo, Heckmann (16). / Gießen: Stark (5), Hamilton (6), Kraushaar (9), Pjanic (7), Garrett (16, 6 Assists), Zylka (2), Brown (4), James JR (13, 9 Rebounds), Thomas (5), Bryant (12).

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