05. Februar 2021, 12:00 Uhr

Gießen 46ers.

Gießen 46ers hoffen auf einen magischen Abend

Die Aufgaben für die Gießen 46ers werden nicht einfacher. Am Samstag erwartet der Tabellenletzte die Merlins Crailsheim. 46ers-Trainer Rolf Scholz hat ein Luxusproblem.
05. Februar 2021, 12:00 Uhr

Gießen 46ers


In Crailsheim könnte de Stimmung kaum besser sein. Der Tabellenzweite der Basketball-Bundesliga hat sich am 35. Jahrestag seiner Vereinsgründung mit dem 105:103-Sieg nach Verlängerung beim FC Bayern am Sonntag selbst beschenkt und darf sich spätestens nach dem Coup in München über die bundesweite Anerkennung freuen. Von der »Bild«, über die »Süddeutsche« bis zum »Spiegel« - der jüngste Erfolg hat dem Team aus dem Südwesten Deutschlands viele Schlagzeilen eingebracht.

Die Crailsheimer beschreiben auf ihrer Homepage den Erfolg gegen die Bayern als »Moment für die Ewigkeit« und versilbern diesen mit dem Verkauf von »Golden Moment«-T-Shirts. Dabei war es bereits der 13. Sieg im 15. Spiel für die Merlins. Man braucht keine Glaskugel, um vorherzusagen, dass die Gießen 46ers am Samstag (18 Uhr/MagentaSport live) einen magischen Basketball-Abend benötigen, um eine Überraschung zu schaffen und ihre triste Lage (4:26 Punkte) am Tabellenende etwas zu verbessern. Die Partie gegen die Crailsheimer ist der Auftakt eines Marathon-Programms mit den weiteren Partien in Würzburg (9. Februar), in Oldenburg (12. Februar) und gegen Hamburg (14. Hamburg) binnen neun Tagen.

Die Lage bei den 46ers: »Wir hatten eine sehr gute Trainingswoche. Die Jungs haben hart und mit hoher Intensität gearbeitet«, sagt Trainer Rolf Scholz. Nach der 85:99-Niederlage trotz einer sehr ordentlichen Leistung beim Spitzenreiter in Ludwigsburg hat er in den Einheiten den Fokus darauf gelegt hat, die Ballverluste zu reduzieren.

Der Hoffnungsträger: Ex-NBA-Profi Diante Garrett trainiert seit dieser Woche mit dem Team, und der neue Guard hat bei Scholz einen guten Eindruck hinterlassen. »Was wir gesehen haben, stimmt uns positiv«, sagt der Trainer: »Er ist sehr kommunikativ und hat sofort eine Führungsrolle innerhalb der Gruppe übernommen.« Inwiefern er dem Team mehr Stabilität verleihen kann, wird sich aber erst im Spiel zeigen.

Sechs aus Sieben: Durch die Verpflichtung von Garrett haben die 46ers sieben Amerikaner im Team - einer muss also am Samstag auf der Tribüne Platz nehmen. Wer setzt aus? »Ganz ehrlich: Ich weiß es noch nicht«, sagt Scholz. Garrett und Jonathan Stark dürften gesetzt sein, bleiben Kapitän Brandon Thomas, Flügelspieler Isaac Hamilton oder aus der langen Garde Scottie James, Brandon Bowman oder der neue Center Chad Brown, der bislang noch nicht vollends überzeugen konnte. »Die Jungs nehmen den Konkurrenzkampf an«, sieht Scholz in seinem Luxusproblem den positiven Aspekt, dass alle im Training um einen Platz im Team rackern. Klar ist für ihn auch: Die Situation wird abhängig vom Gegner vor jeder Begegnung neu bewertet. Der Coach geht nicht davon aus, dass noch ein US-Profi das Team verlassen wird. »Diese Situation mit sieben Import-Spielern steigert nicht nur den Konkurrenzkampf, sondern gibt uns auch Flexibilität und Sicherheit, wenn sich einmal ein Spieler verletzen sollte.«

Der Gegner: Crailsheim ist zweifelsohne das Überraschungsteam der Liga. Die Mannschaft aus der 35 000-Einwohner-Stadt in Baden-Württemberg hat in der Liga nur in Ludwigsburg und Hamburg verloren. Als Architekt des Erfolgs gilt der finnische Trainer Tuomas Ilsalo (38), der seit vier Jahren die Zauberer anleitet und ein homogenes Team zusammengestellt hat, das in Trae Bell-Haynes einen überragenden Spielmacher hat. Der MVP-Kandidat, der einst in Frankfurt aussortiert worden war und vor der Saison aus Helsinki kam, ist mit durchschnittlich 20,4 Punkten der Topscorer der BBL und mit 8,1 Assists der mit Abstand beste Vorlagengeber der Liga. Gegen München brachte er es auf 31 Zähler und elf Assists. Er erzielte 1,2 Sekunden vor Schluss auch den siegbringenden Korb. Neben Bell-Haynes sind der deutsche Center Bogdan Radosavljevic (12,4 Punkte/3,9 Rebounds pro Spiel) und Scharfschütze Elias Lasisi (54,3 Prozent Dreierquote) wichtige Stützen im Team.

Personelles: Crailsheims Flügelspieler Tim Coleman hat sich in München eine Schienbeinfraktur und einen Riss des Außenminiskus zugezogen und fällt lange aus. Bei den 46ers sind alle Mann an Bord.

Das sagen die Trainer: Rolf Scholz: »Crailsheim spielt auf einem beeindruckenden Niveau und mit viel Selbstvertrauen. Ihre druckvolle Verteidigung und vor allem ihr Umschaltspiel sind nur zwei ihrer Stärken. Bell-Haynes ist ihr absoluter Schlüsselspieler. Ausschalten kann man ihn nicht, aber wir müssen seinen Wirkungskreis einschränken. Und das geht nur als Kollektiv. Ich glaube, wir haben unser Insidespiel verbessert, jetzt brauchen wir auch wieder ein bisschen mehr Wurfglück von außen.« Tuomas Ilsalo (Crailsheim): »Den größten Fehler, den wir vor dem Spiel machen können, ist der Blick auf die Tabelle. Das ist eine große Herausforderung, nachdem wir eine so starke Mannschaft wie Bayern besiegt haben.«

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