12. Februar 2021, 07:00 Uhr

Basketball-Bundesliga

Gießen 46ers bangen um Brown-Einsatz

Am Freitag in Oldenburg, am Sonntag gegen Hamburg - die beiden Aufgaben der Gießen 46ers vor der zweiwöchigen Länderspielpause haben es in sich. Ein Duo ist beim Schlusslicht angeschlagen.
12. Februar 2021, 07:00 Uhr
46ers-Center Chad Brown plagt sich mit Rückenproblemen herum. Sein Einsatz in den beiden Wochenendbegegnungen ist fraglich. FOTO: VOGLER

Gießen 46ers


Die Spieler der Gießener 46ers wissen genau, was am Wochenende auf sie zukommt. Am Mittwochabend verfolgte das Team gemeinsam vor dem Bildschirm das packende Nordduell der Basketball-Bundesliga zwischen den Baskets Oldenburg und den Hamburg Towers, das Oldenburg durch einen schwierigen Dreier von Keith Hornsby in der Schlusssekunde mit 89:88 für sich entschied.

Sowohl der Tabellendritte aus Oldenburg, der die 46ers am Freitag (19 Uhr) erwartet, als auch die Hamburger, die am Sonntag (20.30 Uhr/beide MagentaSport live) in die Osthalle kommen, haben deutlich mehr Qualität im Kader als die Gießener, für die es vor allem darum gehen wird, sich nicht wieder frühzeitig abschütteln zu lassen. Was die beiden Nordlichter außerdem gemeinsam haben: »Der Druck, den beide Teams in der Verteidigung ausüben, ist enorm. Davon dürfen wir uns nicht aus dem Rhythmus bringen lassen«, sagt 46ers-Trainer Rolf Scholz, der von seiner Truppe Kampf von der ersten bis zur letzten Sekunde fordert: »Ich will den absoluten Willen und die absolute Bereitschaft sehen, in jeder Minute alles zu geben - und dass zu keinem Zeitpunkt Zweifel aufkommen.«

Die Lage: Die 46ers hadern immer noch mit der kurzfristigen und für sie unglücklichen Absage der Partie in Würzburg am Dienstag. Noch sind nicht alle Fragen beantwortet - unter anderem die, wann die Begegnung nachgeholt wird. Geht es nach den Gießenern, passiert dies so schnell wie möglich, ehe die Franken ihre beiden neuen Qualitätsspieler integriert haben: Center Murphy Holloway ist schon verpflichtet, ein Pointguard soll schnellstmöglich kommen. Die Würzburger sind inzwischen mittendrin im Abstiegskampf, liegen mit fünf Siegen gemeinsam mit Chemnitz und dem Mitteldeutschen BC (je 10:22 Punkte) vier Zähler vor Rasta Vechta (17./6:28), das am Mittwoch das Kellerduell gegen Chemnitz verlor, und sechs Zähler vor Schlusslicht Gießen (4:28). Auf dem ersten Nichtabstiegsplatz rangieren die Telekom Baskets (8:22). Im Tabellenkeller wird es am Wochenende aber Bewegung geben, da u. a. der MBC am Sonntag gegen Bonn spielt.

Personelles: Die 46ers bangen um Center Chad Brown sowie Aufbauspieler Bjarne Kraushaar, der am Donnerstag von Bundestrainer Henrik Rödl erwartungsgemäß nicht in den endgültigen Kader für die EM-Qualifikation in Montenegro berufen worden ist. Brown plagt sich nach den Worten seines Trainers mit muskulär bedingten Rückenschmerzen herum - sein Ausfall nach seiner zuletzt guten Leistung wäre für die Gießener sehr bitter. Kraushaar hat Schmerzen am Wurfarm. »Das ist so etwas ähnliches wie eine Sehnenscheidenentzündung«, berichtet Scholz. Sollte Brown ausfallen, wäre auch die Frage beantwortet, welcher der sieben US-Amerikaner aussetzen muss. Kann er mitwirken, spricht vieles dafür, dass Brandon Bowman am Freitag nicht im Kader stehen wird.

Freitag-Gegner Oldenburg: Vor nicht einmal drei Wochen gewannen die Baskets in Gießen mit 97:82. Die 46ers hatten eine grandiose erste Hälfte gespielt (37:40), nach dem schwachen dritten Viertel (12:29) aber keine Chance mehr den auf Sieg. Ende Januar wurde auch deutlich, welche Offensivqualität die Mannschaft von Trainer Mladen Drijencic besitzt, die erst drei Begegnungen verloren hat: Sechs Spieler punkteten in der Osthalle zweistellig, während bei den 46ers John Bryant (19 Punkte/8 Rebounds) herausragte und das Center-Duell gegen Rasid Mahalbasic für sich entschied. Die Oldenburger sind nicht nur das beste Offensivteam der Liga (im Schnitt 92,7 Punkte), sondern auch das gefährlichste aus der Distanz (42,2 Prozent): In Gießen trafen sie zwölf Dreier bei 24 Versuchen, am Mittwoch gegen Hamburg 14 von 32. Die verlässlichsten Punktelieferanten sind die 38-jährige Baskets-Legende Rickey Paulding (16,1 Zähler), Scharfschütze Hornsby (14,7) und Powerforward Nathan Boothe (12,5).

Sonntag-Gegner Hamburg : Die Hanseaten, die am Sonntag um 20.30 Uhr in der Osthalle vorstellig werden, sind nach ihrem prima Saisonstart etwas zurückgefallen, liegen als Siebter (18:12 Punkte) aber klar auf Playoff-Kurs. Auch bei diesem Gegner schmerzt die Erinnerung an das Spiel der Hinrunde: Nach einer desolaten Vorstellung verloren die 46ers in einem ihrer letzten Spiele unter Coach Ingo Freyer mit 79:100 im Norden. Der personalisierte Alptraum in diesem Duell war Hamburgs Jordan Swing, der in der ersten Halbzeit acht Dreier bei einer hundertprozentigen Trefferquote einschweißte. Zusammen mit Pointguard T.J. Shorts (13,7), Allrounder Kameron Taylor (13,3, 6,3 Rebounds, 4 Assists) und Center Maik Kotsar (13,3) trägt Swing (12,6) viel Verantwortung in der Offensive. Das Prunktstück der Mannschaft von Coach Pedro Calles ist aber die aggressive Defensive, die im Schnitt 9,4 Ballgewinne pro Spiel verbucht - Ligabestwert. Zu einem Wiedersehen auf dem Parkett mit Johannes Richter, der im Januar von Gießen zu den Towers wechselte, wird es nicht kommen: Der Center fällt mit einer Knieverletzung aus.

Das sagen die 46ers-Verantwortlichen: Rolf Scholz: »Unser Ziel ist es, beide Spiele so lange wie möglich offenzuhalten. Wir müssen uns in die Situation bringen, bis zum Schluss die Chance auf eine Überraschung zu haben. Wir können nicht auf die vermeintlich schlagbaren Gegner warten, irgendwann müssen wir auch eine Überraschung schaffen.« Sportdirektor Michael Koch: »Gegen die erfahrene Mannschaft aus Oldenburg darf man sich keine mentalen Ausfälle leisten. Am Sonntag treffen wir mit Hamburg auf ein sehr aggressives Team. Hier muss unsere Mannschaft die Ruhe bewahren und mit der nötigen Cleverness und Abgebrühtheit ins Spiel gehen.«

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