19. März 2021, 07:00 Uhr

Gießen 46ers

Gießen 46ers: Abschiedstour oder Hoffnungsschimmer?

Um sich den sportlichen Ligaverbleib der Gießen 46ers in der Basketball-Bundesliga vorzustellen, bedarf es Fantasie. Am Samstag gegen Würzburg will man aber ein positives Signal senden.
19. März 2021, 07:00 Uhr
Ferdinand Zylka (r.) und Bjarne Kraushaar stehen mit den 46ers quasi an der Wand. Gegen Würzburg muss ein Sieg her. FOTO: FRIEDRICH

Gießen 46ers


Während sich Basketball-Bundesligist Gießen 46ers jetzt für eine mittel- bis langfristige Strategie positionieren muss, steht für die Mannschaft das nächste Heimspiel auf dem Programm. Nur knapp vier Wochen nach dem Hinspiel empfängt Gießen am Samstag (18 Uhr, live bei MagentaSport) Würzburg. Der ursprüngliche Termin in der Hinrunde wurde kurzfristig verschoben: Die Mittelhessen befanden sich bereits in der Arena, als das Spiel aufgrund eines positiven Corona-Falls der Würzburger abgesagt wurde. Es ist eine symbolträchtige Begegnung, wenn man auf die jüngere Vergangenheit beider Vereine zurückblickt.

Würzburg war jenes Team, das mit den 46ers 2015 den Wiederaufstieg aus der ProA gemeistert hat. Meister im Wortsinne wurde allerdings Gießen. Gegen den fränkischen Favoriten setzte sich die damals von Denis Wucherer trainierte Truppe durch. Heute steht Wucherer bei Würzburg an der Seitenlinie und hat im Abstiegskampf das deutlich bessere Blatt.

Die Lage: …ist ernst. Bei noch elf Spielen trennen die 46ers sechs Punkte vom rettenden Ufer, wobei wegen verlorener direkter Vergleiche sogar vier Siege mehr als die Konkurrenz einzufahren wären. Vechta rangiert punktgleich vor den Gießenern, nachdem die Niedersachsen zuletzt Ulm bezwingen konnten. Würzburg war unter der Woche im Franken-Derby gegen Bayreuth gefordert und zog mit 75:90 den Kürzeren. Für den Turnaround wäre eine Serie nötig. Nach dem überraschenden Sieg über Bayreuth Ende Februar lag eine solche kurz in der Luft. Die Wagnerstädter setzten den 46ers defensiv aber kaum zu. Weißenfels (81:102) und Bonn (75:92), gegen die es danach ging, agierten aggressiver. Das reichte, um die Schwächen im Gießener Spiel schonungslos aufzudecken. Würzburg könnte mit einem Sieg ebenfalls den direkten Vergleich für sich entscheiden und somit den Abstand auf die Abstiegsränge signifikant erhöhen.

Der Gegner: Die Hinrundenpleite der 46ers in Würzburg ist eines jener Schlüsselspiele, die für die gegenwärtige Misere verantwortlich sind. Gießen lief konstant einem Rückstand hinterher, am Ende hieß es 82:101. Bei den Franken war kurz zuvor mit Murphy Holloway ein dringend benötigter Brettspieler nachverpflichtet worden. Seine Saisonbestleistung rief der US-Amerikaner gegen Crailsheim ab: Beim 94:84-Sieg markierte er 15 Punkte. Seit der Verletzung des ebenfalls nachverpflichteten Guards Robert Lowery wartet Würzburg aber auf den nächsten Sieg. Hauptproblem ist die Punkteproduktion. Der »Hunderter« gegen Gießen war de facto Saisonrekord. Im Schnitt markiert das Wucherer-Team knapp 80 Zähler, wobei der Coach mit einer deutlich niedrigeren Pace spielen lässt, als man es in Mittelhessen gewohnt ist.

Vielleicht mit Isaac Hamilton

Personelles: Isaac Hamilton stieg nach seiner Verletzungspause wieder ins 46ers-Training ein. Läuft es gut, steht er am Samstag zur Verfügung. Chad Brown ist ebenfalls auf dem Weg der Besserung. Hinter dem Einsatz des Innenspielers steht aber einmal mehr ein großes Fragezeichen. Das Lazarett auf Würzburger Seite ist deutlich größer, und dass schon die gesamte Saison. Aufgrund der immer wieder auftretenden Ausfälle setzte Wucherer zwischenzeitlich verstärkt auf die ehemaligen Akteure des Würzburger ProB-Teams. Youngster wie Julian Albus und Jonas Weitzel sind nach wie vor im Kader und sind 46ers-Coach Rolf Scholz noch aus seiner Zeit bei den Rackelos bestens bekannt. Das gilt auch für den US-Guard Cameron Hunt, der den Sprung in die zwei Ligen höhere BBL bewerkstelligt hat.

Das sagt Trainer Scholz: »Das Spiel ist schon etwas Besonderes, weil die Hinspielniederlage noch frisch im Kopf ist und wehgetan hat. Das ist etwas anderes, als wenn so ein Spiel mehrere Monate zurückliegt und sich seither vielleicht die halbe Line-up geändert hat. Von daher wollen wir unbedingt einen besseren Job machen. Ich denke, viel von dem, was wir letzte Woche gezeigt haben, war auch in Ordnung. Davon müssen wir etwas gegen Würzburg aufs Parkett bringen.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • Basketball
  • Basketball-Bundesliga
  • Denis Wucherer
  • Gießen 46ers
  • Militärkrankenhäuser
  • Mittelhessen
  • Rolf Scholz
  • Truppen
  • Sebastian Kilsbach
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen