04. Mai 2021, 07:00 Uhr

Gießen 46ers

Für die Gießen 46ers ist das Verlieren in Bamberg verboten

Verlieren verboten! Das ist das Motto der stark abstiegsbedrohten Gießen 46ers in der Basketball-Bundesliga. Und hoffen, dass die weiteren Abstiegskandidaten aus Weißenfels und Würzburg beim Hauptrunden-Endspurt nicht mehr siegen.
04. Mai 2021, 07:00 Uhr
gaertner_gae
Von Wolfgang Gärtner
Taten- und siegesdurstig - die abstiegsbedrohten Gießen 46ers gehen selbstbewusst in die schwere Aufgabe am heutigen Dienstag in Bamberg. FOTO: FRIEDRICH

Das Restprogramm bis zum 9. Mai ist überschaubar - noch zwei komplette Spieltage stehen auf dem Programm. Die Gießen 46ers können den Klassenerhalt in der Basketball-Bundesliga nicht mehr aus eigener Kraft stemmen. Sie müssen in den Partien der noch mitgefährdeten Weißenfelser und Würzburger auf Schützenhilfe der Gegner hoffen und selbst die letzten beiden Partien gewinnen. Nur dann sind sie gerettet. Das sind die zwei noch auf das Team von Trainer Rolf Scholz wartenden Spiele, die sie unbedingt gewinnen müssen - heute in Bamberg (19 Uhr) und am Sonntag in der Osthalle gegen Braunschweig (15 Uhr, beide Begegnungen live auf MagentaSport).

Lage: Die Konstellation hat sich für die Gießen 46ers trotz der beiden souveränen Siege beim perfekten Wochenende in Chemnitz und gegen Absteiger Vechta nicht verändert. Die Lage für die Mittelhessen ist weiterhin bedrohlich. Schon heute Abend kann der Abstieg besiegelt sein, wenn der Tabellen-17. bei den heimstarken Bambergern verliert. Gewinnen die Lahnstädter, schauen sie gebannt auf den Mittwoch. Denn dann müssen sie darauf hoffen, dass der Rang-16. Mitteldeutsche BC in Vechta verliert und die ebenfalls mit 18 Punkten ausgestatteten und um den Ligaerhalt kämpfenden Würzburger zu Hause gegen Chemnitz straucheln. Was bei der aktuellen Lage der jeweiligen gegnerischen Mannschaften (Chemnitz gerettet, Vechta abgestiegen) nur schwer vorstellbar ist. Aber wie gesagt: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Abstieg: Seit dem Sonntag besteht die Möglichkeit, dass die BBL für die kommende Saison ein Wildcard-Verfahren eröffnet. Die Bayer Giants Leverkusen haben sich sportlich für die Bundesliga qualifiziert, aber dafür keine Lizenz beantragt, sodass es nur einen Aufsteiger geben wird. Das »Einkaufen« in die Liga war zuletzt teuer. 700 000 Euro musste man für die Beletage-Zugehörigkeit hinblättern - eine ordentliche Summe. Ob das eine Option für die 46ers ist, bleibt vorerst offen. Da bedarf es einer ganz genauen Abwägung des Für und Wider. Ob die Verantwortlichen der BBL überhaupt so einen hohen Betrag in den Zeiten von Corona aufrufen, ist ebenso fraglich. Denkbar wäre auch, dass es gar kein Wildcard-Verfahren und aufgrund der unterschiedlichen Quarantäne-Zeiten der Teams, die durchaus zu einer Wettbewerbsverzerrung geführt haben, nur einen Absteiger gibt (bislang Vechta). Spannende Fragen, die schnellstens von offizieller Seite geklärt werden müssen.

Gegner: Die Bamberger haben für die heutige Partie genügend Motivation: Gewinnen sie, ist ihnen die Teilnahme an den Playoffs gewiss. Dementsprechend wird die Mannschaft von Trainer Johan Roijakkers zur Sache gehen. Zuletzt gab es für sie eine 75:85-Niederlage bei den momentan »heißen« Braunschweigern, die bekanntlich am Sonntag in Gießen gastieren. Die Oberfranken sind ausgeglichen besetzt und bekannt für ihre harte Verteidigung. Sie agieren an beiden Enden des Feldes sehr flexibel. Bester Scorer des Teams ist der US-Amerikaner Devon Hall: Der Shootingguard erzielt im Schnitt pro Spiel 14,3 Punkte. Er wird vom gebürtigen Gießener Dominic Lockhart im Backcourt unterstützt. Der deutsche Nationalspieler entpuppt sich immer mehr zu einem kompletten Spieler. Knapp zehn Punkte im Schnitt legt der bärenstark verteidigende Allrounder unter anderem auf. Unter dem Korb müssen die Gießener besonders auf den 2,08-m-Mann David Kravish aufpassen, der mit einem Effektivitätswert von 21,3 diese Wertung in der BBL anführt. Er macht auf der Homepage des Klubs deutlich, welche Stunde für sein Team geschlagen hat: »Fakt ist: wir benötigen noch einen Sieg, um sicher in den Playoffs zu sein. Den wollen wir natürlich schnellstmöglich einfahren, am besten bereits gegen Gießen. Es wird ein schweres Spiel, denn sie haben nur noch eine Chance, um in der Liga zu bleiben. Sie werden hart spielen, wir müssen dagegenhalten! Vor allem den Rebound müssen wir besser kontrollieren.« Nicht minder gefährlich und variabel ist Kravishs Brettpartner Christian Sengfelder, der durchschnittlich 11,8 Punkte produziert. Das Hinspiel in Gießen gewann Bamberg Anfang Dezember 2020 mit 106:99.

Personelles: Die beiden »Oldies« Brandon Bowman und Brandon Thomas mussten die letzten Spiele verletzungsbedingt pausieren. Bei ihnen dürfte kurzfristig entschieden werden, ob sie spielen können.

Das sagt Trainer Scholz: »Bamberg ist von der Qualität her noch eine Nummer höher als die beiden letzten Gegner von uns anzusiedeln. Sie praktizieren eine ganz starke Verteidigung, mit hoher Physis und einem tiefen Kader. Aber auch dort werden wir unsere Chance bekommen, wenn wir konzentriert und als Mannschaft spielen - aber alles mit einer gewissen Leichtigkeit.«



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos