02. September 2021, 22:25 Uhr

Für die 3. Liga gewappnet

Die Handball-Drittligisten starten noch vor den Erst- und Zweitligisten in die neue Spielzeit. Für die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen geht es um den Klassenerhalt sowie um die Förderung der Talente aus dem eigenen Nachwuchsbereich.
02. September 2021, 22:25 Uhr
OPK
Spielmacher-Rückkehrer Lukas Gümbel und die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen U 23 streben in der 3. Handball-Liga den Klassenerhalt an. ARCHIVFOTO: RAS

Die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen U 23 startet am Samstagabend in ihre vierte Drittliga-Saison. Für das erste Heimspiel seit dem 29. Februar 2020 - die beiden einzigen Saisonspiele der letzten Runde fanden auswärts statt - kommt mit der DJK Sportfreunde Budenheim ein Aufsteiger in die Sporthalle Dutenhofen und damit ein eher unbekannter Gegner. Das Team um Neu-Trainer Michael Ferber hat als oberstes Saisonziel den direkten Klassenerhalt ins Auge gefasst und möchte von Anfang an hellwach sein, um sich genügend Punkte dafür zu holen.

Aktuelle Situation: Durch das neue Konzept in der 3. Liga werden die Grün-Weißen in einer Gruppe aus elf Mannschaften antreten. Nach den 20 Spieltagen muss dann mindestens der sechste Tabellenplatz erreicht werden, um nicht in die Abstiegsrunde gezogen zu werden. Als Erster oder Zweiter spielt man um den Aufstieg in die 2. Bundesliga mit. Der Dutenhofener Kader hat sich etwas verändert. Im Vordergrund stehen die Rückkehrer Marvin Lindenstruth (war an Hüttenberg ausgeliehen) und Lukas Gümbel (Auslandssemester in Italien), die ihre Verträge nach kurzer Pause verlängert haben. Zudem wurde mit Marcel Kokoszka vor knapp zwei Wochen der gesuchte Torhüter vom Erstliga-Aufsteiger HSV Hamburg verpflichtet. Darüber hinaus sollen fünf Akteure aus der eigenen Bundesliga-A-Jugend nunmehr integriert und auf Drittliga-Niveau gebracht werden. Der Wechsel auf der Trainerbank während der Vorbereitungsphase von Gennadij Chalepo zu Michael Ferber lief zum Glück für alle Beteiligten recht unkompliziert ab.

Vorbereitung : Am 1. Juni nahm Ferber das Training mit seinen neuen Schützlingen als Cheftrainer auf, nachdem er zuvor eigentlich als Co-Trainer von Gennadij Chalepo zur HSG geholt worden war. Chalepo aber verließ den Verein aus privaten Gründen und sorgte somit für einen schnellen Aufstieg des ehemaligen Hüttenberger A-Jugend-Trainers.

Nach sechs Wochen Individual- und Athletiktraining wurde ab Mitte Juli großer Wert auf die Kooperation innerhalb der Mannschaft gelegt. Jede Woche gab es dann einen neuen Schwerpunkt, der in allen fünf wöchentlichen Einheiten verstärkt trainiert wurde. In der recht kurzen Kennenlernphase zwischen Trainer und Team wurden zudem fünf Testspiele gegen Dritt- und Oberligisten bestritten, von denen die HSG vier gewinnen konnte.

Die Kokurrenz: Eine Übermannschaft gibt es in dieser Elfer-Gruppe der sechs Drittliga-Staffeln nicht. Mit dem TV Gelnhausen, der HSG Bieberau-Modau und dem TV Kirchzell gibt es zwar einige Mannschaften, die bereits Zweitliga-Luft geschnuppert haben, was aber längst der Vergangenheit angehört. Bis ins Fränkische nach Coburg, Bayreuth, Bad Neustadt und Erlangen müssen die Dutenhofener Youngster reisen.

Orientiert man sich an den Neuverpflichtungen, so steht die HSG Bieberau-Modau (u.a. mit Robin Hübscher vom TV Hüttenberg und dem Polen Przemyslaw Witkowski) am höchsten im Kurs.

Auftaktspiel: Den ersten Gegner beschreibt Ferber als »Mannschaft mit einem starken Rückraum und einem guten Gegenstoß. Durch unseren physischen Nachteil müssen wir den Ball schnell laufen lassen und durch unsere offensive 3-2-1 Abwehr selbst zu einfachen Ballgewinnen und Gegenstößen kommen.« Dennoch gebe es weniger Videomaterial in der Oberliga, was bedeutet, dass auch die eine oder andere Überraschung auf die Grün-Weißen zukommen kann. »Außerdem möchte man als Aufsteiger die etablierten Mannschaften auch gerne mal ärgern«, warnt Ferber vor den Budenheimern. Anpfiff am Samstag ist um 19:30 Uhr.

Trainer/Umfeld: Von seinem ersten Tag an habe sich der neue Cheftrainer bei der HSG »sehr wohl gefühlt. Auch als Co-Trainer am Anfang hatte ich schon ein Mitspracherecht, was nicht immer der Fall ist.« Durch seinen Aufstieg fehlt der Mannschaft bisher noch ein Assistenztrainer, aber der Verein sei nach wie vor in Gesprächen. Für Ferber ist dies jedoch keine neue Situation, da er letztes Jahr bei Hüttenberg bereits auch ohne Assistenz trainiert hat. Durch seine jahrelange Erfahrung im Jugendbereich lege er den Schwerpunkt auch bei der HSG auf die Ausbildung der jungen Spieler, auch wenn in der 3. Liga natürlich ergebnisorientierter gespielt werde. »Ich bin sehr glücklich und dankbar für die Chance hier in Dutenhofen und Münchholzhausen und habe Lust auf die Saison mit diesem jungen Team.«

Prognose: »Die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen ist bekannt für ihre gute Basis für junge Talente, weswegen die Ausbildung im Vordergrund steht. Für die Saison gilt aber vor allem, von Beginn an wach zu sein, da es nicht viel Zeit zum Reinkommen gibt«, so Ferber. Durch die Corona-Pandemie mag es bei einigen Teams an der Fitness etwas mangeln, wodurch die hohe Belastung zu unterschiedlichen Konstellationen der jeweiligen Mannschaften führen kann. Wenn Ausfälle durch die U 19-Teams aufgefangen werden müssen, kann es auch mal zu dem einen oder anderen »verrückten Ergebnis« kommen, vermutet der Neu-Coach. »Trotz des großen Drucks ist das Saisonziel Klassenerhalt aber realisierbar.«



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