19. April 2021, 07:11 Uhr

FC Gießen

FC Gießen zeigt Moral

Der FC Gießen zeigt große Moral im Kraichgau. Nach einem 0:2 Halbzeitstand noch ein Unentschieden bei der TSG Hoffenheim II. Das erlösende 2:2 durch Marco Boras fällt in der Nachspielzeit.
19. April 2021, 07:11 Uhr
Die Hoffenheimer Luis Görlich (links) und Gabriel Haider (2) können den 1:2-Anschlusstreffer von Gießens Ali Ibrahimaj (vorn) nicht verhindern. FOTO: VOGLER

Marco Boras rettet in der ersten Minute der Nachspielzeit mit seinem umjubelten Treffer zum 2:2 den Gießener Auswärtspunkt bei der zweiten Mannschaft der TSG Hoffenheim, nachdem Ali Ibrahimaj nach schönem Alleingang kurz nach der Pause auf 1:2 verkürzt hatte (50.). Zwar wieder nur ein Unentschieden und wieder keinen ach so notwendigen Sieg im Abstiegskampf der Fußball-Regionalliga Südwest kann der FC Gießen nach seinem Gastspiel bei der Reserve der Bundesliga-Mannschaft der TSG Hoffenheim verbuchen. Aber am Ende ein Punktgewinn, den zur Halbzeit nur noch die kühnsten Optimisten auf der Rechnung hatten.

Mit viel Drang nach vorn begann die von Trainer Cimen aufgebotene Startelf des FC Gießen, wegen der unzähligen verletzten Spieler wiederum ohne etatmäßigen Stürmer. Die Reserve der TSG Hoffenheim hielt im Dietmar-Hopp-Stadion jedoch gut dagegen.

Mit fortlaufender Spieldauer entwickelte sich ein flottes Match, mit viel Kampf und hartem Einsatz, manches mal etwas zu hartem Einsteigen auf beiden Seiten und vielen Nickeligkeiten, die Schiedsrichter Arianit Besiri aus Trier-Tarforst hätte eher unterbinden sollen, denn die Partie drohte vor allem an vielen versteckten Fouls aus dem Ruder zu laufen - eben Abstiegskampf pur.

Die Kraichgauer konnten sich jedoch nach und nach von der Anfangsoffensive des FC Gießen befreien und wussten schnell mit langen Diagonalpässen und hohen Bällen über die Gießener Abwehrreihen die eigenen Stürmer in Szene zu setzen. Da war vor allem auf FCG-Schlussmann Frederic Löhe Verlass, der dreimal hervorragend gegen die auf ihn zulaufenden Stürmer parieren konnte. Vor allem in der 22. Spielminute, als er mit einem unglaublichen Reflex sein linkes Bein ausgefahren hatte und in allerhöchster Not gegen Mittelstürmer Chinedu Ekene den Treffer zum 1:0 für die Kraichgauer verhinderte.

Individuelle Fehler im Spielaufbau und im Defensivverhalten führten dann schlussendlich in der 37. Minute zum 1:0 für die Gastgeber-TSG durch Robin Szarka. Auch beim Tor zum 2:0 durch Maximilian Beier in der 44. Spielminute schienen einige Gießener schon in der Kabine. Denn auch hier gingen gravierende individuelle Fehler dem Treffer voraus, insbesondere ließ sich Ryunosuke Takehara düpieren, der sonst aber ein gutes Spiel machte. Mangelnde Konzentration führte so zu einem fast aussichtslosen Unterfangen zur Halbzeit, etwas Zählbares aus dem Kraichgau mit an die Lahn zu bringen.

Trainer Cimens Worte in der Halbzeit dürften dementsprechend auch etwas lauter an die Mannschaft gerichtet worden sein, denn die Lahnstädter gingen aggressiver in die zweite Halbzeit. Eine schöne Einzelaktion von Ali Ibrahimaj mit fulminanten Abschluss mit links aus gut sieben Meter führte schnell zum 1:2 zu einem taktisch günstigen Zeitpunkt (50.) für den FC Gießen. In der Folge entwickelte sich das Spiel zu einem wahren Abnutzungskampf.

Immer wieder prägten grobe Fouls das Spiel, die Schiedsrichter Besiri auch zunehmend mit gelben Karten ahndete. »Wir wussten, dass die Hoffenheimer mit zunehmender Spieldauer nervöser werden würden, denn viele der Spieler sind gerade erst aus der A-Jugend heraus oder doch relativ jung und unerfahren. Das Tor von Ali Ibrahimaj zu diesem frühen Zeitpunkt in der zweiten Hälfte hat uns natürlich in die Karten gespielt. Danach haben die Jungs das prima gemacht«, so Co-Trainer Marco Vollhardt über den Matchplan für Halbzeit zwei.

Die Partie entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch. In der 62. Spielminute wechselte Trainer Daniyel Cimen den genesenen Stürmer Jonas Arcalean ein, der sogleich einige gute Aktionen in der Offensive verbuchen konnte. Ali Ibrahimaj konnte ebenfalls in einigen sehenswerten Aktionen zeigen, wieviel Potenzial in ihm steckt. Die Kraichgauer kamen aber immer wieder mit ihren langen Bällen gefährlich vor das Gießener Tor. Hier war es Mitte der zweiten Hälfte wiederum Frederic Löhe mit weiteren Paraden zu verdanken, dass das Spiel nicht längst für Hoffenheim entschieden war.

So kam in der Nachspielzeit das, was kaum noch einer für möglich gehalten hatte. Marco Boras netzte aus knapp zehn Metern von Halbrechts in der 91. Minute zum 2:2-Ausgleich. Dank des späten Remis konnten die Lahnstädter ihren 16. Platz in der Tabelle behaupten, eben jenen ersten Nicht-Abstiegsplatz der Regionalliga.

Jetzt gilt es neue Energie zu sammeln, denn bereits am Dienstag um 18 Uhr steht das Heimspiel gegen den Tabellenzwölften TSG Balingen auf dem Programm der englischen Woche, ehe es kommenden Samstag zum Rangvierten TSV Steinbach-Haiger geht. Ein Sieg gegen die TSG Balingen wird somit fast zur Pflicht, um sich ein klein wenig Luft im Abstiegskampf zu verschaffen - denn so langsam helfen die Unentschieden nicht mehr weiter.

TSG Hoffenheim: Klein, Szarka, Strompf, Amade, Ekene (ab 69. Boutakhrit), Beier (ab 69. Monteiro-Mendes), Rüth (ab 79. Erb), Haider, Kölle (ab 62. Görlich), Bogarde (ab 46. Lässig), Sahin. - Trainer: Herdling.

FC Gießen: Löhe, Boras, Ibrahimaj, Salem, Trkulja, Hofmann, Korzuschek (ab 62. Arcalean), Weiß (ab 58. Mohr, ab 79. Erkilinc), Staroszik, Takehara, Fink. - Trainer: Cimen.

Steno / Tore: 1:0 Szarka (37.), 2:0 Beier (44.). 2:1 Ibrahimaj (50.), 2:2 Boras (90.+1). - Gelb: Bogarde (19.), Rüth (63.), Klein (90./alle Hoffenheim); Salem (45.), Trkulja (65.), Boras (71.), Hofmann (74.), Ibrahimaj (78./alle Gießen).

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