03. Mai 2021, 20:00 Uhr

FC Gießen:

FC Gießen will in Alzenau alles klar machen - und Spieler mitnehmen?

Der FC Gießen will heute mit einem Auswärtssieg bei Bayern Alzenau den Regionalliga-Klassenerhalt perfekt machen. Das Duell ist aber auch aus mehreren personellen Gründen interessant.
03. Mai 2021, 20:00 Uhr
Im Hinspiel setzten sich Jonas Arcalean (l.) und der FC Gießen im Waldstadion mit 1:0 gegen Bayern Alzenau und Marko Ferukoski durch. FOTO: FRIEDRICH (Foto: SCHUESSLER_M)

Gegen jenen Verein, der bei Trainer Daniyel Cimen vor seiner Vertragsverlängerung in Gießen anfragte, will der FC Gießen am Dienstag (18 Uhr) auch rechnerisch alles klar machen in Sachen Klassenerhalt. »Es gab eine lose Anfrage von Bayern Alzenau, aber es kam zu keinen konkreten Gesprächen, weil ich in Gießen verlängert habe«, erklärte Cimen auf Nachfrage.

Mit einem Auswärtssieg könnten die Rot-Weißen mit der Gewissheit im Gepäck, vom Tabellenvorletzten nicht mehr überholt werden zu können, die Heimreise antreten. 16 Zähler steht Gießen derzeit vor Alzenau, bei einem Sieg wären es deren 19 und nur noch sechs zu absolvierende Partien.

»Es ist ein Ansporn für uns, es in Alzenau selbst perfekt zu machen«, weiß der Coach, der wie jeder seiner Kollegen davon ausgeht, dass der Beschluss von Gesellschafterversammlung und Spielkommission der Regionalliga Südwest GbR Bestand hat und nur zwei Mannschaften absteigen.

Die in dieser Spielzeit kaum aktiv gewesenen, aber dann in die Röhre schauenden jeweiligen Führenden der zutreffenden Oberligen haben Klagen bzw. juristische Gegenwehr angekündigt - während die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz offensiv mit diesem Thema umgeht und Eintracht Trier bereits wenige Stunden nach der Regionalliga-Entscheidung juristische Prüfung ankündigte, will sich Wormatia Worms vorerst zurückhalten.

Gießens Trainer Cimen sagt: »Ich habe natürlich Verständnis dafür, dass jeder das Bestmögliche für sich und seinen Verein herausholen möchte. Aber ich persönlich verstehe die Argumentation der Regionalliga Südwest.«

Auch wenn die restlichen sieben Partien für den heimischen Viertligisten damit mehr oder minder zum Schaulaufen werden, zweifelt Cimen nicht an der Einstellung: »Der letzte Eindruck zählt. Und von der Art und Weise her sind wir zuletzt gegen Freiburg II professionell aufgetreten. Wenn wir die Bereitschaft von diesem Spiel und dem vorherigen gegen Wehen Wiesbaden auf den Platz bringen, können wir uns auch belohnen.«

Das Ziel bleibe die 50-Punkte-Marke: »Dann bin ich mir sicher, dass wir fünf Teams hinter uns lassen werden.«

Nachdem der FC zuletzt personell gebeutelt nur 13 Feldspieler im Kader aufbieten konnte, kehren am Dienstag zumindest Marco Boras, Gabriel Weiß und Nikola Trkulja von ihren Sperren zurück. Auch Antonyos Celik könnte ein Kandidat für eine Rückkehr in den Kader sein.

Der Coach sieht die Personalllage angesichts von nun nur noch zwei Absteigern etwas entspannter: »Spielern, die sonst vielleicht mit Problemen ins Spiel gegangen wären, kannst du jetzt mal sagen: Schon dich!«

Der heutige Kontrahent, ein gut bekannter aus gemeinsamen Hessenliga-Zeiten, Bayern Alzenau, steht vor dem Abstieg in jene höchste Spielklasse Hessens. Der Tabellenvorletzte steht mit 23 Zählern recht abgeschlagen dar, lässt sich aber nicht hängen, wie unter anderem der überraschende 2:1-Erfolg im Hessenpokal gegen Kickers Offenbach beweist.

Bester Torschütze der Alzenauer ist derzeit der 25-jährige Mittelfeldspieler Nils Fischer. Der Zehn-Tore-Mann und einige andere Akteure könnten für die künftige Kaderplanung des FC Gießen interessant werden, wie auch Cimen bestätigt: »Sie haben eine sehr junge Mannschaft. Natürlich haben wir ein Auge auf ein, zwei Jungs. Aber da dürften wir nicht die Einzigen sein.«

Generell meint der Coach: »Wenn man verfolgt, was in Alzenau von der Infrastruktur passiert ist, wieviele Ehrenamtliche dort aktiv sind, dann muss ich sagen: Das ist ein sehr gesunder Verein. Schade, dass sie runter gehen.«

Sicher ist das indes noch nicht: Beim TSV Schott Mainz derzeit Tabellen-20., wird vereinsintern ein Rückzug gen Liga fünf erwogen. »Normal ist eine Regionalligasaison für uns nie, wir arbeiten hier immer am Limit, auch im Umfeld«, wird deren Stürmer Janek Ripplinger von der Mainzer Allgemeinen Zeitung am Sonntag zitiert. Gerade unter den berufstätigen Spielern sei die Oberliga verlockender - eine Entscheidung soll in dieser Woche fallen.

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