02. April 2021, 21:52 Uhr

FC Gießen

FC Gießen muss 6500 Euro zahlen

Fußball-Regionalligist FC Gießen muss sich vor Gericht als »Altlast« in der »Akte Jake Hirst« mit den Offenbacher Kickers vergleichen und nun 6500 Euro zahlen.
02. April 2021, 21:52 Uhr
Die »Akte« Jake Hirst« ist nun geschlossen. FOTO: FRIEDRICH

Eine Erfolgsprämie für Einsatzzeiten unter Vorbehalt des Klassenerhalts hatte einst der FC Gießen bei der Verpflichtung von Jake Hirst im August 2019 mit den Offenbacher Kickers vereinbart. Doch wie dem oft so ist, gab es dabei Unstimmigkeiten und so standen sich beide Regionalligisten am Donnerstag vor dem Landgericht Gießen in einem ungewöhnlichen Duell gegenüber - am kommenden Samstag kommt es bekanntlich zum sportlichen Wettstreit in Gießen.

Richterin Beate Bremer erläuterte bei der Güteverhandlung, um was es geht, nämlich um ein vereinbartes Erfolgshonorar »nach Einsätzen«. 10 000 Euro zuzüglich Umsatzsteuer waren seinerzeit »mit handschriftlichem Vermerk« vereinbart worden, wenn Hirst insgesamt zwölf Einsätze für den FC Gießen bestritt. Der englische Mittelstürmer, der mittlerweile beim FSV Frankfurt spielt, stand in der Saison 2019/20 beim FC Gießen unter Vertrag und kam zu 17 Einsätzen und schaffte mit dem FC Gießen den ebenfalls als Bedingung verknüpften Klassenerhalt. Weil es jedoch lediglich elf Einsätze »von Beginn«, also in der Startaufstellung waren, ging es nun letztendlich im Streit der beiden Vereine. Die Vereinbarung hatte seinerzeit der sportliche Leiter des FC Gießen, Franz Gerber, getroffen. Zur Gerichtsverhandlung war Gerber zwar geladen, durfte jedoch aus Österreich nicht in die Bundesrepublik einreisen aufgrund der aktuellen Coronasituation. Somit fehlte nicht nur ein wichtiger Zeuge und Bremer bemühte sich um eine gütige Einigung der beiden Kontrahenten. Während Notvorstand Turgay Schmidt in seiner Funktion als Rechtsanwalt die Belange des FC Gießen vertrat, führte für die Offenbacher Kickers Rechtsanwalt Horst Kletke die Verhandlung. Angesichts der aktuellen Lage des FC Gießen rang Schmidt dabei um jeden Euro, nachdem die Offenbacher Seite zunächst einen Vergleich 75:25 Prozent, der FC Gießen ein 50:50 und die Richterin von Zweidrittel und Eindrittel angeregt hatte. Dem Argument von Schmidt, dass der FC Gießen über »kein Geld« verfüge, konterte Kletke mit dem Hinweis »das ist ein alter Hut, das höre ich hier in Gießen seit 30 Jahren«.

»Ich bin Notvorstand und vom Amtsgericht eingesetzt. Auch wenn es nur ein paar hundert Euro sind, ist das viel für uns «, verdeutlichte Schmidt dem Offenbacher Juristen die aktuelle Situation in Gießen. Letztendlich einigten sich beide Anwälte »ohne Anerkennung einer Rechtspflicht« darauf, dass der FC Gießen an die Offenbacher Kickers 6500 Euro Brutto zahlt.

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