10. Oktober 2021, 20:12 Uhr

FC Gießen

FC Gießen: Löhe und Bogicevic ragen heraus

Vor 1121 Zuschauern am Bornheimer Hang gibt der FC Gießen eine 2:0-Führung beim FSV Frankfurt aus der Hand. Torhüter Frederic Löhe und der aktuelle Torgarant Donny Bogicevic ragen heraus.
10. Oktober 2021, 20:12 Uhr
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Von Sven Nordmann
In starker Verfassung: Der 20-jährige Gießener Donny Bogicevic (r.) trifft ansehnlich zum 2:0 am Bornheimer Hang und bereitet zuvor schon das zwischenzeitliche 1:0 vor. FOTO: VOGLER (Foto: Oliver Vogler (Oliver Vogler))

Trotz 2:0-Führung bis zur 82. Minute muss der FC Gießen am Ende froh sein über einen Punkt beim FSV Frankfurt - zwei späte Gegentreffer nach Standardsituationen und eine überstandene Schlussoffensive des Teams vom Bornheimer Hang sorgen dafür, dass der FC Gießen mit zweigeteilter Stimmung und einem 2:2 (0:0) die Heimreise antritt.

Damit verharrt der FC in der Fußball-Regionalliga Südwest auf Platz 15 und muss nun im Heimspiel gegen den FC Homburg (Sa., 14 Uhr, Waldstadion) versuchen, drei Zähler einzufahren, um den Anschluss ans Tabellenmittelfeld zu wahren.

»Schade, dass wir das Ding nicht gezogen haben. Das wären drei sehr wichtige Punkte gewesen«, wusste Gießens Trainer Daniyel Cimen nach den Treffern von Ryunosuke Takehara (58.) und Donny Bogicevic (68.). Der FC-Trainer musste einräumen: »Das Ergebnis geht in Ordnung. Es war ein kurioser Spielverlauf.«

Dass der FC vor 1121 Zuschauern in Frankfurt in die komfortable Lage einer 2:0-Führung kam, lag vor allem an den beiden Torhütern Frederic Löhe und Daniel Endres.

Wie Gießens Keeper Löhe die Schüsse von Ex-FC-Akteur Jake Hirst (4.) und Arif Güclü (31.) in Hälfte eins abwehrte, war beeindruckend. »Er hat zweimal in Weltklasse-Manier reagiert«, sagte FCG-Trainer Daniyel Cimen gar im Überschwang der Ereignisse.

Und auf der anderen Seite, da die eigenen Angriffsbemühungen doch sehr lau waren, bedurfte es schon der entscheidenden Mithilfe von FSV-Keeper Daniel Endres, der im eigenen Strafraum den Ball vertändelte - Nutznießer war der erstmals in dieser Saison für Gießen spielberechtigte Takehara, der nach Vorlage von Bogicevic zum 1:0 traf (58.).

»Er muss einfach den Ball wegschlagen«, sagte Frankfurts Trainer Thomas Brendel über seinen Kapitän im Tor, der stets um spielerische Lösungen, auch in kniffligen Situationen, bemüht ist.

Umstellung auf Viererkette hilft dem FC

Beim zweiten Gegentreffer zehn Minuten später war Endres aber absolut chancenlos. Donny Bogicevic, Gießens aktuell bester Torschütze mit vier Treffern, setzte seiner Torvorlage zum 1:0 noch einen oben drauf und schlenzte den Ball aus 20 Metern an den Innenpfosten - dort zappelte er im Netz. »Zu dem Zeitpunkt hatte keiner das Gefühl, dass wir das Ding noch aus der Hand geben«, sagte Cimen.

Es war eine fast perfekte Ausbeute der Gießener, denn außer dem Kopfball von Dennis Owusu hatten die Rot-Weißen in der Offensive am Samstag kaum etwas Sehenswertes zu bieten (39.). Vorsicht war oberstes Gebot im 5-3-2-System, das das Trainerteam um Cimen und Marco Vollhardt in der Pause umwandelte in eine Viererkette.

Diese half dem FC Gießen in dieser Saison bei bisheriger Anwendung so gut wie immer, wird letzlich aber doch selten genutzt. »Dadurch hatten wir im Mittelfeld nach der Pause mehr Zugriff und haben aus dem Spiel heraus nichts mehr zugelassen«, wussste Cimen.

Der FSV Frankfurt muss sich hingegen ankreiden lassen, weshalb es zu diesem »kuriosem Spiel« überhaupt kam. Selbst Endres Aussetzer verkraftete das Team recht gut, doch Güclü (61.) und Hirst (67.), jeweils aus kurzer Distanz, vergaben hochkarätige Gelegenheiten. Als dann noch das 0:2 fiel, vermittelten die Frankfurter zunächst nicht den Eindruck, eine Aufholjagd starten zu können.

Doch es entwickelte sich eine kaum für möglich gehaltene Eigendynamik. Nach Freistoß von Jannik Sommer bugsierte Abwehrhüne Lukas Gottwalt den Ball irgendwie ins Netz (83.). Und schon zwei Minuten danach, diesmal nach Eckstoß, traf Innenverteidigerkollege Leonhard von Schroetter wuchtig per Kopf - sein Jubelsprint Richtung Haupttribüne hatte ekstatische Züge. »Wir haben es unter Beweis gestellt, dass wir Comeback-Qualitäten haben«, sagte von Schroetter, nun ganz der Analytiker, wenig später und fügte an: »Wir hätten uns den Sieg verdient gehabt, denn wir hatten den Gegner lange im Griff.«

Während der FSV Frankfurt um Trainer Thomas Brendel so von einem »Punkt für die Moral« sprach, meinte Cimen nach der späten Achterbahnfahrt am Bornheimer Hang: »»Es ist kein unverdientes Unentschieden, aber so ein Spiel musst du auch mal killen.«

Frankfurt: Endres - Reutter, von Schroetter (88. Sawaneh), Gottwalt, Williams (69. Costa de Figueiredo) - Mangafic (74. Burdenski), Azaouagh (74. Hodja) - Sommer (69. Karahan), Güclü, Franjic - Hirst.

Gießen: Löhe - Gaudermann (76. Dos Santos), Reithmeir, Fink, Sarr, Lo Scrudato - Tiliudis (90.+3 Fisher), Bogicevic (90.+3 Münn), Trkulja - Owusu (76. Öztürk), Sawada (14. Takehara).

Im Stenogramm: Tore: 0:1 Takehara (58.), 0:2 Bogicevic (68.), 1:2 Gottwalt (83.), 2:2 von Schroetter (85.). - Zuschauer: 1121. - SR: Herbert (Nüsttal).



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