30. Mai 2021, 20:00 Uhr

FC Gießen

FC Gießen feiert Rückkehr der Zuschauer mit fünf Toren

Passend zum ersten Auftritt vor Besuchern seit Oktober 2020 liefert Fußball-Regionalligist FC Gießen den höchsten Saionsieg ab. Wir haben uns auf den Rängen umgeschaut und umgehört.
30. Mai 2021, 20:00 Uhr
Blick ins Waldstadion am Samstag gegen den TSV Schott Mainz. (Friedrich)

Daniyel Cimen lehnte sich nach dem höchsten Saisonsieg des FC Gießen am Samstagnachmittag gegen die Bande im Waldstadion und musste schmunzeln: An einige Kommentare von Zuschauern müsse man sich erst wieder gewöhnen, aber: »Schön, dass wir den Zuschauern fünf Tore schenken konnten.«

Der Fokus vor, während und nach dem 5:0 (1:0) gegen Schott Mainz (Spielbericht siehe unten) lag auf den Rängen, die erstmals seit dem 24. Oktober 2020 wieder von Zuschauern besetzt waren - wenn auch spärlich. Lediglich rund 150 Besucher fanden den Weg ins Waldstadion - vor allem jene, die via negativem Schnelltest im eingezäunten Gästebereich verharren sollten, ließen Sprüche am Fließband los: Nach einem Mainzer Foul in der ersten (!) Minute grölte ein Zuschauer: »Der hat schon Gelb!«, später hörte man »Schiri, wir könne dir auch e Lawinsche bringe« oder: »Freddy (Torhüter Löhe, Anm. d. Red.), geh auch noch nach vorne und mach einen rein!«

Bruno Pior aus Rödgen schlussfolgerte nach dem Schlusspfiff: »Es war hervorragend, mal wieder Live-Fußball sehen zu können. Durch die Kontrollen und die Personalisierung der Tickets war alles gut organisiert.«

Auch Anhänger Tizian Pfeiffer aus Wettenberg sagte: »Ich bin froh hier zu sein, es ist so schön, mal wieder Menschen zu treffen, die für dich durch den FC Gießen wie Freunde geworden sind. Schön, dass der Verein das ermöglicht.«

Pfeiffer kam dank eines negativen Schnelltests, 100 Personen durften über diesen »Weg« am Samstag nach Anordnung der Behörden ins Waldstadion. »Mit dem Schnelltest, das ist entspannt«, sagte Pfeiffer - für Unmut sorgte dagegen die Anordnung des Gesundheitsamtes, dass die Negativ-Getesteten im eingezäunten Bereich bleiben sollten, während die Geimpften und Genesenen sich frei auf dem Areal verteilen konnten.

»Uns einzupferchen, das fühlt sich schon etwas wie eine Zweiklassengesellschaft gegenüber Geimpften und Genesenen an«, sagte Pfeiffer. »Ich glaube, wenn wir Zutritt zum gesamten Areal gehabt hätten, dann hätten wir uns auch besser verteilen können als hier im Käfig.«

Und Andreas Deisinger aus Gießen ging noch weiter: »Ich habe mir am Donnerstag in der Geschäftsstelle zwei Tickets für meine 13-jährige Tochter und mich gekauft. Ich zähle zur Gruppe der Genesenen und Geimpften.«

Vor dem Stadion habe Deisinger dann erfahren, »dass meine 13-jährige Tochter wegen ihrem Schnelltest alleine in den Käfig soll und ich auf der Sitzplatztribüne Platz nehmen soll. Ich dachte, wir sitzen nebeneinander. Das hätte man uns an der Geschäftsstelle sagen können. So gehe ich jetzt nach Hause, habe 40 Euro gezahlt und habe so einen Hals« - an der Abstimmung und Kommunikation also kann noch gefeilt werden, Notvorstand Turgay Schmidt aber stellte grundlegend klar: »Gut, dass wieder Zuschauer kommen dürfen.«

Angesichts von nur rund 150 Besuchern sagte Schmidt: »Vielleicht gibt es noch eine gewisse Zurückhaltung bei den Menschen, ich kann das verstehen.«

Die Sitzplatztribüne war quasi komplett leer - ob es auch an den satten Preisen von 20 Euro für eine Sitzplatzkarte lag?

Der Aufwand, erklärte Schmidt, »sei immens: Sicherheits- und Hygienekonzept, Logistik, Verpflegung, Kartensystem.« Die Ordner verwiesen am Haupteingang auf die Pflicht der Trennung zwischen Genesenen/Geimpften und Getesteten, Abstandsmarkierungen vor den Verpflegungsstationen waren angebracht.

Je ein Essens- und Getränkestand stand auf der Stehplatztribüne und vor dem Gästebereich am Kugelberg zur Verfügung. »Viel ham wer net verkauft«, sagt ein Helfer am Getränkestand in der Halbzeitpause - »mir hoffen, dass gegen Hessen Kassel (12. Juni, 14 Uhr, Anm. d. Red.) mehr Leute kommen. Und dann ist ja erstmal Sommerpause.«

Auch Turgay Schmidt meinte: »Mit der niedrigeren Inzidenz wird sich die Lage entspannen und mehr Zuschauer kommen.«

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