22. August 2021, 20:00 Uhr

FC Gießen

FC Gießen: Erste Niederlage mit personeller Not

Hausgemachte Probleme und ein spielstarker, junger Gegner sorgen im zweiten Saisonspiel für die erste Niederlage des FC Gießen, der am Dienstag schon wieder in Mainz spielt.
22. August 2021, 20:00 Uhr
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Von Sven Nordmann
Rettet die selbst verursachte Situation gegen Simon Brandstetter: Gießens Frederic Löhe (l.). OV (Foto: Oliver Vogler (Oliver Vogler))

Der FC Gießen erweist sich in der bisherigen Saison der Fußball-Regionalliga Südwest als durchaus zäher Gegner, hat aber auch gleich zu Beginn mit hausgemachten Problemen zu kämpfen.

Trainer Daniyel Cimen brachte es nach dem 0:1 (0:0) vom Samstag gegen den FSV Mainz 05 II auf den Punkt, indem er sagte: »Uns haben neun Spieler gefehlt. Bei fast 30 Grad in Rückstand kaum wechseln zu können, macht es nicht einfacher.«

Der FC lag zurück, konnte aber nicht nachlegen - lediglich drei defensive Mittelfeldspieler saßen am Samstag auf der Waldstadion-Bank: Louis Münn, Benedict dos Santos und Leonidas Tiliudis. Schon morgen (19 Uhr) geht es beim TSV Schott Mainz weiter.

Geduld ist auch beim internationalen Transfer von Matheus Moura Beal gefragt

Vier Verletzte (Aykut Öztürk, Nejmeddin Daghfous, Niclas Mohr und Matay Birol) müssen aus Erfahrungsgründen soweit noch einkalkuliert werden, ärgerlich aus FC-Sicht wird es, wenn auf die drei Japaner geblickt wird, die allesamt weiterhin auf ihr Visum bzw. ihre Arbeitserlaubnis warten: Takero Itoi, Ryunosuke Takehara und Ko Sawada hängen teils seit Beginn der Saisonvorbereitung in der Warteschleife.

Trainer Cimen meint: »Von unserer Seite aus haben wir alles rechtzeitig beantragt, was möglich ist. Das Problem ist, dass die Behörden durch Corona personell geringer besetzt sind und sich das hinzieht.«

Nicht zuletzt zieht sich auch der internationale Transfer von Matheus Moura Beal in die Länge. »Das läuft über die FIFA und nicht mehr über den Hessischen Verband.«

Auf weitere Neuzugänge wird im Waldstadion seit Wochen gewartet. Erneut hat sich die Kaderplanung weit in die Saison gezogen - hausgemachte Probleme, die dazu führen, dass der FC am Samstag trotz Rückstand lediglich defensive Mittelfeldspieler einwechseln konnte.

»Wir haben es nicht geschafft, Torchancen zu kreieren und offensiv für Entlastung zu sorgen«, musste Außenverteidiger Kristian Gaudermann nach Spielschluss feststellen. Dabei war der FC in Hälfte eins noch gut dabei: »Da haben wir weitestgehend unseren Job gemacht.«

Gerade zu Beginn des ersten Saison-Heimspiels schien der Plan, über die Außenverteidiger Gaudermann und Gianluca Lo Scrudato zu agieren, aufzugehen: Der Deutsch-Italiener, aus Pirmasens gekommen, hatte auch zugleich die erste Chance per Kopf nach zwei Minuten. Mit zunehmender Spieldauer wurde der FC von den spielstarken Gästen aus Mainz dann in die eigene Hälfte gedrängt.

Schon kurz vor der Pause war der aktuelle Tabellenführer dem 1:0 bei einem Powerplay in Form von einer Freistoßflut nahe. Keeper Frederic Löhe, der sich in der 21. Minute einen dicken Lapsus leistete und den Ball am Fünfmeterraum führend gegen Stürmer Simon Brandstetter beinahe vertändelt hätte, glich seinen Fauxpas mit Paraden in der 32. und 43. Minute wieder aus.

»In der zweiten Halbzeit hatten wir kaum noch Zugriff«, wusste Gießens Trainer Cimen. Die Bundesliga-Reserve habe »viel längere Ballbesitzphasen« gehabt. »Wir haben unsere Bälle oft blind nach vorne oder ins Aus geschlagen und konnten so nie wirklich Gegenstöße starten.«

FC-Neu-Stürmer Guiseppe Burgio wies seine Raffinesse und Gewitztheit im Eins gegen Eins mehrfach nach, »wir haben ihn aber zu selten eingesetzt«, krittelte Cimen.

So war das 0:1 in seiner Entstehung zwar unglücklich, aber folgerichtig: Der aus Stadtallendorf gekommene 18-jährige Innenverteidiger Ben-Luca Fisher bekam den Ball aus kurzer Distanz an den Arm geschossen, was Schiedsrichter Niclas Zemke zum Elfmeterpfiff veranlasste. Kapitän Felix Könighaus setzte den Ball äußerst souverän hoch rechts in die Maschen und ebnete so den in der Folge nie gefährdeten zweiten Saisonsieg der Mainzer.

Die Qualität der zweiten Mannschaft, die mit vier Akteuren auflief, die am vergangenen Wochenende noch RB Leipzig schlugen, wurde dabei deutlich. Ob die Mainzer eine ähnliche Rolle wie der letztjährige Aufsteiger SC Freiburg II spielen könnte, hängt aus Cimens Sicht davon ab, »ob alle Mann, die eingeplant sind, an Bord bleiben oder öfter zur ersten Mannschaft in die Bundesliga stoßen«.

FC Gießen: Löhe - Gaudermann, Fisher, Fink, Reithmeir, Lo Scrudato - Marusenko (85. Münn), Trkulja - Bogicevic (46. dos Santos), Ibrahimaj (85. Tiliudis) - Burgio.

FSV Mainz 05 II: Rieß - Quirin, Laux, Modica (84. Fichtner), Mißner, Könighaus - Fürstner (77. Cuci), Rupil (84. Crljenic)- Rösch, Brandstetter (68. Sabani), Mizuta (77. Petö).

Im Stenogramm: Tore:: 0:1 (65., HE) Könighaus. - Zuschauer: 500. - Schiedsrichter: Niclas Zemke (Püttlingen).



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