18. Januar 2021, 10:27 Uhr

FC Gießen

FC Gießen: Der Wille hilft, das Glück auch

Der FC Gießen hat am Samstag in der Fußball-Regionalliga Südwest einen eminent wichtigen Sieg feiern können. Im »Kellerduell« gegen den FC Bayern Alzenau gewinnen die Mittelhessen 1:0.
18. Januar 2021, 10:27 Uhr
So sehen Sieger aus: Die Spieler des FC Gießen feiern ihren Heimsieg. FOTO: FRIEDRICH

Der FC Gießen hat die englische Woche in der Fußball-Regionalliga Süd mit einem Sieg abgeschlossen. Am Samstag kam die Mannschaft von Trainer Daniyel Cimen gegen den FC Bayern Alzenau im heimischen Waldstadion zu einem knappen und glücklichen 1:0-Erfolg. Schütze des entscheidenden Tores war Aykut Öztürk, der nach 13 Minuten einen Freistoß von Dren Hodja per Kopfball verwertete. Im Klassement verbesserten sich die Gießener nun auf Position 17 und überflügelten den unterlegenen FC Bayern Alzenau.

Es war aber ein hartes Stück Arbeit für die Mittelhessen, die vor allem in der Schlussphase mit Mann und Maus den Vorsprung verteidigten. Cimen sprach nach der Begegnung von einem »zu 100 Prozent dreckigen Sieg«, denn bei Temperaturen um den Gefrierpunkt waren Kampf und Einsatz Trumpf. Sein Debüt im Dress des FC Gießen gab Zugang Jonas Arcalean, der von Beginn an spielte.

Auf dem durchaus passablen Untergrund im Waldstadion wartete Cimen mit einer kleinen, aber notgedrungenen Überraschung auf, denn mangels Alternative auf der Position im rechten Abwehrverband kam hier der Japaner Ryunosuke Takehara zum Einsatz - und der machte seine Sache insgesamt gut.

»Wir wollten Alzenau von Beginn an unter Druck setzen, das haben die Jungs wirklich gut gemacht«, spielte Cimen auf die ersten 15 Minuten der Begegnung an. Die Gießener pressten extrem früh, die Alzenauer, die seit rund drei Wochen kein Spiel mehr bestritten hatten, hatten große Probleme. Die Mainfranken bekamen keine Ruhe ins Spiel, immer wieder ging das Spielgerät schnell verloren. Allerdings waren es dann doch die Gäste, die die erste gute Gelegenheit hatten, doch der Schuss von Umar Saho wurde zur Ecke abgewehrt. Davon blieb der FC unbeeindruckt, und in der 13. Minute durften die Hausherren jubeln. Nach einem Foul erhielten die Gießener auf der rechten Strafraumseite der Alzenauer Freistoß. Dren Hodja servierte punktgenau auf den unbedrängten Aykut Öztürk, der per Kopfball das 1:0 markierte. Wer nun aber dachte, der FC Gießen würde weiter den Ton angeben, der musste sich eines Besseren belehren lassen. Das lag auch daran, dass Gießens Neuzugang Jonas Arcalean auf der rechten Seite bei Alzenauer Angriffen zu weit weg war, so dass Takehara immer wieder retten musste.

Was dann zwangsläufig zu Gelegenheiten für den Gast führte. Mehdi Mehnatgir (22.) scheiterte an Gießens gut reagierenden Keeper Frederic Löhe, ebenso Patrick Kalata (35.), dessen Schuss er mit den Fingerspitzen über die Querlatte lenkte. So blieb es zur Pause beim 1:0 für die Mittelhessen.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit stellte Cimen um, wollte das Mittelfeld stärken und die beiden »Sechser« beschäftigen. »Wir hatten da vorher zu große Abstände«, so Cimen. In den ersten Minuten des zweiten Durchganges sah das auch gut aus, erneut störte man die Bayern früh, doch nach knapp zehn Minuten Spielzeit war Alzenau wieder im Rhythmus. Vom FCG kam nach vorne nun immer weniger, so dass Cimen reagierte und mit Zeki Erkilinc und Gino Parson zwei frische Kräfte brachte. Die mühten sich redlich, um für Entlastung zu sorgen, doch ohne großen Erfolg. Vor allem im defensiven Mittelfeld war Michael Fink immer wieder gefordert, der viele Anspiele der Gäste unterband. Dennoch kam der FC Bayern Alzenau zu Chancen. Nils Fischer (71.) nach schöner Kombination mit Henok Teklab, wiederum Fischer (83.) mit einem Linksschuss aus 16 Metern und Marco Ferukoski (86.) verpassten aber das 1:1. Den Gastgebern merkte man nun mehr und mehr das dritte Spiel binnen einer Woche an - die Kräfte schwanden. In der Nachspielzeit mussten die Gastgeber dann noch einmal ganz tief durchatmen, als sich Mehnatgir über den linken Flügel durchtankte, in den Gießener Strafraum eindrang und den Ball aus acht Metern anstatt in die lange Ecke zu schlenzen, über das Tor drosch. Kurz darauf war Schluss, die Mittelhessen jubelten. »Nachher hat das Spiel nach vorne gefehlt, aber man muss auch sehen, dass gleich sieben Spieler die drei Spiele in den Knochen haben. Und dann wird es auch schwer. Hauptsache, wir haben gewonnen«, so ein zufriedener Cimen.

Mit einem Lächeln verabschiedete sich auch der wuselige Gino Parson. »Man hat gesehen, wie wichtig Spieler wie Michael (Fink, Anm .d. Red.) sind. Manchmal braucht man eben die alten Männer.« Recht hat er!

FC Gießen: Löhe - Takehara, Boras, Starostzik, Markovic - Trkulja, Fink - Hodja (ab 78. Münn), Korzuschek, Arcalean (ab 65. Parson) - Öztürk (ab 58. Erkilinc).

FC Bayern Alzenau: Zabadne - Wilke, Kalata (ab 59. Ljubicic), Saho (ab 72. Cetin) - Fischer, Morais, Ferukoski, Kummer, Crljenec, Teklab - Mehnatgir.

Im Stenogramm: Schiedsrichter: Zemke (Fischbach). - Zuschauer: keine. - Tor: 1:0 (13.) Öztürk.

Am Mittwoch in Ulm gefordert

Die Terminhatz für den FC Gießen geht weiter. Bereits am kommenden Mittwoch (19 Uhr) gastiert man beim SSV Ulm. Der kam übrigens am Wochenende zu einem ungefährdeten 4:0 gegen den FK Pirmasens.

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